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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1931-04-01 · 1 (4.1931) · p. Seite 5

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
11 (1931-1932)
Issue
1 (4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O.B.B. Seite 5 Schweslerlogen, welche mit der Einrichtung dieser privaten Bruderzusammenkünfte richtungweisend vorangegungen sind, auch dazu dienen sollen, die bisher «hoch fernstehenden Brüder dem praktischen Logenlebcn zuzuführen. Erfreuliche Anfangserfolge sind auch nach dieser Richtung erzielt vvojx'tcn. Die Pflege der Heimabende wird eine wichtige Aufgabe der Zukunft bilden. In Fortsetzung der j bewahrten Praxis wurde der Ausgestaltung der Logensilzuhgcn durch gute Vortrüge volle Aufmerksamkeit gewidmet. Es galt mehr denn je, den Brüdern willkommene Stunden der Erhebung und der Ablenkung von den Mühen der schweren Alltagsarbeit zu bieten. Da die ungünstige Finanzlage eing starke Verringerung aller Ausgaben, welche nicht zwangsläufig bedingt sind, erforderte, mußten wir uns bei allen Vortragsv|eranstallungen auf freiwillige .Beiträge von Brüdern der Berliner Schwesterlogen und der eigenen Loge beschränken. Es äst dank der hingebungsvollen Arbeit der nuchgenannlen Brüder gelungen, eine Reihe wirkungsvoller V'orträge zu verunstulteh und der Wahrung der geistigen Interessen weitgehend gejrecht zu werden. Allen Rednern sei hierdurch nochmals herzlicher Dunk für ihre erfolgreiche Mühewaltung dargebracht. In das Gebiet des (Ordens führten uns die Vorträge von Br. Expräsident L ö vv e p s l u rti in über „Die Arbeit der Großloge“,; von Br. Freuindlich über „Den österreichischen Distrikt“, von Br. ^Max; E i s e n k r a c m e r, welcher in einer „Plauderei“ Interessantes aus dem praktischen I.ehc'n der amerikanischen Logen slchilderte. Br. Vizegroßpräsident Maximilian Stein berichtete anschaulich über „Die Sitzung des Generalkomilees und die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der europäischen Distrikte“ Die Weltwirtschaft: ikrisis, welche unserem Kreise durch die besondere jüdische Wir.schaftsnot verstärkt fühlbar wird, fand ihren gedanklichen Niet erschlag in den Vortrügen von Br. Otto Kitzinger über „Politik und Wirtschaft“ und Herrn Dr. Michuel Truub, welcher vor offener Loge über „Wege und Ziele der jüdischen Wirtschaftspolitik“ sprach. Mit rein geistigen I Aufgaben beschäftigten sich die Vorträge der Brüder Expiiäsident A. Löh über „Jüdisches und modernes Recht“, von Br. protok. Sekretär Fritz W i e 1 u n e r über „Russe und Menschheit“, von Br. M. L e w i n s k i über „Der Humnnitülsgedanke in Goethes Wilhelm Meister“, von Br. Hermann 15 t a h 1 über „Fehlerziehung und Fchlerzogenheil“. Das aktuelle Gebiet des Antisemitismus behandelte Br. Eugen Pinner in seinem- Vortrage über „Theodor Fontane, ein Beitrag zum Thema Antisemitismus“. Jüdische Wissensgebiete wurden bearbeitet von Br. Expräsident Ismur Elbo;en in seinem lehrreichen V7ortrag über „Was lehren die neuesten Ausgrabungen über die Geschichte Israels?“, von Br. Vizegroßprüsident Benno Walter, welcher eine sehr instruktive Darstellung der Auswirkungen der Obernmmergnuer Passionsspiele in seinem Vortrage über „Kunst und Rcligionshaß“ gab, des weiteren von Br. Großschutzmcislcr G. Bach, dessen Vortrag „Jüdische Volkshildungscinrichtungen“ schilderte. Eine interessante Darstellung des Lehens und Wirkens von Fr. Rosen zweig, dem modernen jüdischen Philosophen, gub uns Br. Expräsident Auerbach. Br. W o z n i a n s k i berichtete in eipein übersichtlich gehaltenen Querschnitt übejr „Jüdische Zeitereignisse“. Den wirkungsvollen Abschluß der Vortragsreihe bildete der Vortrag von Br. Expräsident Lydvvig Holländer, welcher in offener Loge eine „Einleitung in eine Soziologie der deutschen Juden“ gab. Kurzreferate und Besprechungen allgemeiner Logenangc- Icgcnheiten bildeten die Ergänzung der gedanklichen Arbeiten. * Die Wiederkehr des 10jährigen] Stiftungstages unserer Sch Western Vereinigung; gab Gelegenheit zu einem wohlgelungenen gemeinsamen Festabend. Brüder und Schwestern vereinten sich zu einer ernsten akademischen Feier im Tempel; dein Festukte folgte eine gemeinsame Kaffeetafel mit hübschen Vc/rlrügen unterhaltender Art; zum Schluß wurde eine schöne Revue uufgefülirl von Mitgliedern unserer Schwesternvereinigung, in welcher deren Werdegang geschickt und künstlerisch zur Darstellung gelangte. Diesem Auftakte der geselligen Veranstaltungen folgten im Laufe des Winters zwei 'weitere Gesellschaftsubendc, welche trotz der zeitgemäß bedingten Einfachheit alle Teilnehmer bei Tanz und froher Unterhaltung in guter Stimmung vereinten. Nachdem aus dem großen Kreise der" Söhne und Töchter * unserer Brüder der Wunsch nach- Schaffung einer Jugcndablcilung geltend gemacht worden war, befaßte sich die Loge in zwei Sitzungen mit dieser Frage und beschloß nach eingehenden Referaten der Br. Vizegrbßpräs'ident Benno Walter und Br. Prot.-Sekret. Fritz Wicluner die Gründung einer „Jugendvereinigung, der Bcrthold Auerbacli-Loge“. Der Gedanke, die Jugend durch diese Einrichtung dem Logengedanken nnhezubringen und unsere Kindei;, für die Ideale des Ordens empfänglich zu machen, hat dergestalt die Billigung und Förderung unserer Brüder gefunden. Die schweren Stürme, welche das Wirtschaftsleben und dadurch die Existenz vieler Brüder erschüttern, haben Audi - unsere Loge in Mitleidenschuft gezogen. Zu unserer Freude können wir am Schlüsse des Termins feststellen, daß‘die Not der Zeit das Gefüge unserer Loge nur gestreift, aber nicht ins Wanken" gebracht hat. Die selbstlose, unermüdliche Arbeit unserer Finnn/.beamten und die Opferwilligkeit vieler Brüder haben unserem Streben, unseren Verpflichtungen nacli^ zukommen und allseitig die notwendige Unterstützung zu gewähren, wertvolle Hilfe geleistet und - die -wirtschaftliche Grundlage der Loge aufrechterhallen. . Weniger in Zeiten äußeren Glanzes, welche leicht zur Ueherschützung des Wertes von Lebensformen und repräsentativen Leistungen charltutiven Charakters führen; alsin einer Periode wirtschaftlicher Not, welche durch Einengung der finanziellen Mittel auf den Weg zur Verinnerlichung und Vergeistigung des Logenlebens und der Logenarbeit lenkt, wird die sturke Lebensfähigkeit der Ordensidee und unserer Ordenslehren offenbar. In dem Ablauf dieses Temiines finden wir die Beweise für diesen Gedanken und dürfen daruus in froher Zuversicht die Hoffnung' schöpfen, daß unsere l.ogc immer erfolgreich dazu beitragen'wird, die Liebe und Treue zum Orden zu erhalten und mit ihm allen Wechsel von Gesellschaftsformen und Wirtschaftsleben zu überdauern. Bruno Schießer, Präsident. Der Verband der Berliner Logen U. O. B. B. veranstaltet am Sonntag, dem 19. April 1931 .•nachm. 5 Uhr Im Logenhaus, KleiststraSe tO, einen Berliner Logentag zu dem auch die benachbarten Logen - Verbände eingeladen sind. Die Tagung dient der Adssprache über das Thema, das uns alte am tiefsten beschäftigt: * f „Der Jude in^der heutigen Krisenzeit“ Referenten: Br. Vize-Großpräaident Alfred Lisser, Hamburg (Henry- Jones-Loge); Br. Expräsident Dr. Otto Aronade, Berlin (Spinoza-Loge) Die lieben Brüder aller Berliner Logen werden gebeten, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, im AnsbhluB an die Tagung findet ein schlichtes Abendessen statt (Preis des trockenen Gedecks M. 2,50, kein Weinzwang). Besondere Einladungen ergehen noch. Verband der Berliner Logen U. O. B. B. Dr. Heinrich E 1 k e I e s, Vorsitzender I / ' i

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