Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 10 (1930-1931)
- Issue
- 12 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 210 (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 210 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. Nr. 12 Auto-Kundendienst Man Da* Automobil ist nicht mehr ein Ltixusfahrzcug Begüterter. sondern ein Gebrauel*sfahrzeug aller Klassen geworden. Die /ukuult gehört «lern Selbstfahrer, den Berufstätigen aller Klassen, lör die der Kraftwagen ein selbstverständliches Mittel ist. ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Bedienung des Kraftwagens ist so vereinfacht worden, daß amb ein I.aie. ohne Ingenieur zu sein, seinen Wagen handhaben und bedienen kann. Das ist zweifellos richtig, und die Vereinigten Staaten, wo der Arbeiter zur Arbeitsstätte sieh eines \ntos bedient, beweisen dies sinnfällig. Alter wo bleibt diese Entwicklung ui Deuts, bland? Der Verlaut der Aulotnoni.isierung Deutschlands und tur allen Dingen der Hauptstadt Berlin ist ein äubersi langsamer. In Deutschland kommt erst aur.68 Einwohner ein l\i alt fahrzeug. Berlin wird mit 34 Einw ohnorn von 20 deutschen Stäilteii teilweise bedeutend tibertroffen. (Stnltg.ui mit dl. Miinclien mit 25, t liemnitz mit 38.) W oria ist diese merkw ürdige Erscheinung begründet? An den Preisen liir Kraliiabrzeuge liegt cs nicht! Die Preisefür Kraftwagen und vor allem Jür die jetzt bedeutend verbesserten -Kjciulci altvv agen sind ständig gesenkt worden und haben eine Höbe erreicht, die es auch schon dein mittleren Geschäftsmann, dem Beamten und Besser gestellten Arbeiter möglich macht, sich dieses Verkehrsmittels wirkungsvoll zu bedienen. Es liegt muh nicht ^au den Betriebskosten. Betriebsstoff-, Öl- und Guir.ir.ipivi'c sind bei dauernden Qualitätsverbesserungen wiederholt gesenkt worden und können für die merkwürdig langsame Aulomobilisierung nicht vcranlwörtlich gemacht werden, besonders .iticli deshalb hiebt, weil eine wirtschaftliche Konstruktion der Motoren dieser Bewegung parallel ging. Wo liegt demnaew-,der. Girund, der den deutschen Verkäufer abschrec kt uncbifiiV vorp Autokauf abhält? Ist gr zu rückständig in seinen Geschäftsmethoden oder zu traditionell gebunden. daß er glaubt, von diesem Hilfsmittel moderner Wirtschaft abseben zu können? Alles dies ist falsch, gern möchten viele ihren Betrieb umstellen und die Vorzüge des Kraftwagens genießen. Aber was hält sie davon ab? Der Grund ist das Mißtrauen des Deutschen. Mißtrauen gegen den Verkäufer! Mißtrauen gegen die Fabrik!' Mißtrauen gegen den Betriebsstoifhändler! Mißtrauen gegen den Reifenhändler! Mißtrauen gegen die Werkstatt! Dieses Mißtrauen, auf das man immer wieder stößt und das von Mund zu Mund weiterverbreitet wird, muß ausgerottet werden. Wo liegen die Ursachen dieses Mißtrauens? Hören wir, was all die guten Freunde, die sich.|beim beabsichtigten Autokauf cinstelleif, zu sagen haben: ,.Der Verkäufer, ja, der verspricht: Alles unter Garantie, prompteste Lieferzeit; Lieferung mit sämtlichem Zubehör usw.“ Hast du abgeschlossen, dann läßt er meist nichts mehr von sieh hören! * Statt seiner meldet sich die Fabrik. „Störungen im Betriebe, Schwierigkeiten in der Materialbeschaffung, Ausfall von Maschinen usw. setzen uns leider außerstande, die zugesugte Lieferfrist einzuhalten. Wir bitten Sic, sieh bis (folgt ein Termin, der 14 Tage bis 4 Wochen später liegt) zu gedulden.*’ Dann ein weiteres Schreiben: ...Jalousiekühler leider noch nicht lieferbar, vv ir bitten Sie, ohne diese Ausrüstung den Wagen abzunelimcn.“ Dann noch eins: ..Gewünschte Lackierung wird in dieser Serie leider noch nicht hciausgebracht, schlagen vor. die und die Lackierung zu nehmen.“ Sc> geht es weiter, jeden Tag eine neue Chemist Innig. Wird dann schließlich nach einer nochmaligen Überschreitung der verlängerten Lieferfrist der Wagen geliefert, so stellen sieh nach kurzer Zeit kleine Mängel ein. Beruhigt denkt inan an seine Garantiezeit und nimmt sieh vor, kurz vor Ablauf derselben" den Wagen noch einmal gründlich in Ordnung bringen zu lassen. W’as geschieht? Man erkennt die aufgetretenen Mängel an. soweit inan sie nicht auf eine Fahrlässigkeit des, Fahrers zurückführen kann, und bestätigt, daß dieselben unter die Garantie fallen. Doch wie staunt man, wenn einem eines Tages eine Rechnung ins Haus flattert, die besagt : „W ir haben wunschgemäß die aufgetretenen Mängel beseitigt und die Reparatur als unter die Garantie fallend vorgenommen Fs verbleibt somit nur die Bezahlung der aufgevvendeten Montcurstundcu . . .“ Ist es da ein Wunder, daß der so hoffnungsvolle Autobesitzer anfängt, im Lieferanten seinen Feind zu sehen? \un zu der Garagenfragc: Hat man nach vielem Suchen glücklich eine einigermaßen günstig gelegene Garage gefunden, so erwarten den Besitzer des Wagens neue Überraschungen. Die Boxe kostet 60 bis HO B.M., und mah muß für seinen kleinen Hanomag oder Opel vdieselbe Miete zahlen wie für einen 8-Zvlinder-FIorch. Gleichzeitig zwingen die Vertragsklauseln dazu, seinen gesamten Bedarf an Betriebsstoff, Öl, Fett und Bereifung hei der Garage ■ zu decken (sonst 50prozentige Mietssteigerung). Reparaturen dürfen nicht in der Garage ausgeführt werden. Soweit die Verpflichtung des Autobesitzers; und, die Verpflichtungen der Gegenseite? Die Herren, denen der Kühler wegen mangelhafter Heizung der Boxe eingefroren ist, können davon erzfihlcn! Und Hilfsbereitschaft? Sie wächst und läßt nach, proportional der Höbe des Trinkgeldes! Nun zu den Betriebsstoffhändlern. Die Preise. Nach außen hin fast alle gleich, aber heimlich wird dir ins Ohr geflüstert: 1. Buchhalterin ir. Büroleit., steuererfahr., bilan/.sicli., ui. siimil. Büroavb., Slenog., Schrcibm., vertr., gute engl. u. frz. Sprachkennln.. bestempf., sucht Vertraucnsstellg. Nr. 50 ÖL Kiiufm., Anfg. 50,' Ang. ein. verst. Logenbr. (Beamter) sucht . Beschält, als Verk., Empfangschef od. Beisend. Nr. 55 31. AtTjihil. u. Germanist, unterr. Griech., *Lat., Poln., poln. Uebcrs,, sucht kfm. od. wissensch. Beschäftg.. Slcnogr., Dehattensclir. Nr. 60 31. Hausvci vvaltg. übern, erfahren. Kaufm. Vr. 62 31. Kochunterr. (auch Diätküche), neuzeitl., dünst.. dämpf., hack, im eig. Saft, raff. u. einf. Zubertg. 1». maß. Preis. (5 Doppelsld. 10 RM.). Nr, 63 31. Tochl. ein. Logenbr., sucht' Stellg. als Stenotyp. Nr. 66 31 Logenwwc. verm. 1 “ Ziinm. in. Küchenben. Nahe Mexandcrpl. an EinzelperS. od. Ehepaar. Nr. 64 31. Architekt. £6 .L. Sohn ein. Br., Absolv. ein. höh. techn. I.ehrnnsl.. 1 Sem. Techn. Hochsch., Berl. ßauprax. in Entw., Baldig.. Konstrukt., sucht Stellg., best. Zeugn. aus Schule u. Prux. \r. 67 31. Logenwwe. verm. schön. F.liepaai/.iinm. m. Küchenben., auch an 2 Dam. od. Herr, im Ost. BerL, Uu. Stadtbahn-Nähe. Nr. 68 31. ’ 2 schöne gr. gut mühl. Ziinm. m. ßalk„ schön, freie Auss., an heiufsl. Dame od. Herrn in best. Lage Neutempelh. abzug. (JL’-Bahn Kreuzbg.). Nr. 65 31. Logcnlorhl. find, im West. Berl. h. I.ngenehep. gemütl. Ziinm. 11. voll. Pens. u. Farn.-Anschi., Klav. vorh„ AVw„ Zenlral- I cizung. Nr. 61 31. Bcha;1. Komf.-Zimm. in. Bad, Tel., Nähe Kurfd. zu verm. Nr. 58 31. Angebot und Nachfrage, Fortsetzung Seile 212.