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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1931-02-01 · 11 (2.1931) · p. Seite 188

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
10 (1930-1931)
Issue
11 (2.1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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Seite 188 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 11 finden ihre Liebhaber. *Eine erfreuliche Regsamkeit 'Zeichnet diese Schöpfung im l>esonderen aus und mit geradezu rührender Bereitwilligkeit wird alles aufgeboten, unser Werk nach .Möglichkeit zu fördern. Aber nicht nur die Schwestern sind unlösbar mit ihm verbunden, auch die Brüder begingen uns ihr Interesse und ihre Unterstützung zuzuwenden. Durch Materials p enden konnten wir in diesem .fahre erstmalig den langgehegten» W unscji der Erfüllung nähern, den arbeitenden Schwestern 'den W erkstoff gegen ganz . geringes Entgelt zu überlassen. Hierdurch gelang zweierlei: ein größerer Verdienst, und eine sehr verminderte Preisgestaltung. Aber noch stehen wir am Anfang, und viel Wohlwollen und "Liebe ist nötig, sollen wir uns in dieser schweren Zeit weiter behaupten. Noch zollen uns längst nicht alle Kreise ihre Aufmerksamkeit, indem sie ihren Bedarf an kleinen Geschenkartikeln bei uns decken. Wer wollte von sich sagen, er hätte niemanden, den er beschenken-möchte? Schenken heißt doch E r e u d e bereiten. Nicht der Werl einer Gabe gibt den Ausschlag, gerade die kleinen, freundlichen Erlebnisse des Alltags sind es, mit denen wir häufig die großen Fällen des Mißmuts von den Stirnen der Menschen hinwegw ischen. Doppelt jedoch wird die Freude sein, zu der sich auch noch das Selbstvertrauen gesellt, wenn wir uns dann dieser unserer Beziehung zu unseren Schwestern erinnern. Im Laufe der Jahre sind die Arbeitsmethoden manchem Wechsel unterworfen worden. Wie wahre Gartenkunst nicht darin besteht, daß man von jedem Boden verlangt, er möge alles Wünschenswerte hervorbringen, so lernten wir gar bald, daß nicht von jeder Hand verlangt werden kann, sie möge alle Fertigkeiten gleichermaßen 'geschickt und sorgfältig herstellcn. In schöner schwesterlicher Kameradschaft bemühen wir uns,' eine jede getreulich zu beraten, welcher Artikel sich für sic im besonderen zur Herstellung eignet, und die Freude;, wenn unsere Betreuung erfolgreich war — sich bald ein Käufer fand ist der schönste Lohn für die froh übernommene Pflicht. So redet die Handarbeitsmesse eine eindringliche und überzeugende Sprache von Gemeinschaftsgefühl und dem Eigentlichen am Menschen, für das uns die Loge erzieht. Helft alle, die Ihr dies lest, daß der Segen des Erfolges weiterhin auf diesem Werke ruhe. Erna Holdheim. Feier der Logenjugend Die Jugendvereinigungen der Berliner Logen begingen am Sonntag, dem 2ö. Januar, im I.ogcnhausc die Feier des zweijährigen Bestehens der Jugend der Spinoza-Loge durch einen Festakt, der durch ein Cello-Solo eingeleitet wurde, das Rudolf Döblin vortrug. *, Manfred Cohn Ivcgrüßle im Namen der Jugendabteilungen der Bertliold Auerbach-, Montefiore-, Spinoza- und .Akiba Igor- sowie der Timendorfer Jubilä'ums-I.oge die Erschienenen, imter“ihnen besonders den Vertreter der Großloge, Sanitätsrat E)r. G old sch nt id t, den \ izepräsidenten der Deutschen Reichs-Loge Ernst Mosevius als Vertreter des Berliner Logenverbandes, den Präsidenten der Spinoza-Loge Dr. Fritz G o I d s c h in i d t, den Mentor der Spinoza-Loge Martin J n f f c sowie Frau Bertha Marcus als Vorsitzende der Schweslern- Vercinigung der Akiba Egcr-I.oge. Als erster Redner überbrachtc Herr Sanitätsrat Dr. G ol risch midt die Glückwünsche der Großloge für Deutschland U.O.B.B.: Meine Damen und Herren! Liebe Freunde! „Der Romantitcl: „Väter und Söhne" kommt in der Bedeutung, die wir in ihn hineinlegen, keiner bestimmten Xeitepochc zu. Das Problem „\ ater und Söhne“ ist ein Ewigkeitsprohlem, eine Sache der Temperamente und in jeder Zeit ebenso wahr wie falsch, denn es hat immer Generationen gegeben, die im Widerstreit miteinander waren, und solche, die m . ... UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender Brüder: Name Eingetret. Geboren Verstorben Deutsche Reichs-Loge Dr. Gustav Boehm 9.12.1809 16. 6 1862 7 1.1931 Bernhard Salz 23. 2.1901 7. 8.1854 15. 1.1931 Sanitätsrat Dr. Oskar Meckauer 10. 3.1928 1. 2.1.63 31. 1.1931 Monlefiore-Loge Dr. Hermann Levin 29.11.1910 2. 2. 1863 2. 2.1931 Akiba Eger-Loge Michael Russak .21. 1.1926 22. 8.1856 21. 1.1931 Ehre ihrem Andenken! einander verstanden. Heutzutage - in den Zeiten der Not, des Entbchrens, des seelenaufrührenden Geschehens ist tlas Verstehen vielleicht nicht schwerer, nur die Sorge ist größer geworden, die Sorge der Väter. W ilhelm Busch, der Humorist, der die Schwächen nicht nur seiner Zeit in Versen gekennzeichnet hat, hat der Jugend zugerufen: Hütet euch vor allem Bösen! Es macht Pläsier, wenn man es ist, Es macht Verdruß, wenn tnan’s gewesen. Wir hüllen uns aber nicht in die Philister-Moral vom Onkel und der Tante Nolte: Drum soll ein Kind die weisen Lehren Der alten Leute hoch verehren. Die hahen's alle hinter sich Und sind — gottlob — recht lugendlich. Wir verstehen und begreifen. Aber wir möchten auch gern, daß die Jugend versteht und hegreift, nicht nur das Pläsier und den Verdruß, sondern den Ernst und die Klippen des Lebens, seine Aufgaben und seine Schönheit. Die Jugend glaubt vielfach, das Leben ohne viel Bindungen versuchen zu können. Wir möchten, daß sie erkenne, wie weit das möglich ist. Wir möchten, daß sie erkenne, daß zur wahren Gestaltung des Lebens Ehre, Verantwortung, Mut, Zuversicht gehören. Mehr noch als früher ist heute Glück des Einzelschicksals eine Sache des Zufalls. Ein Beispiel des Aufstiegs aus kleinen I.ebensverhältnissen zu großer äußerer — und in diesem Falle auch innerer — Geltung — der Weg von Böhmen nach Amerika — ist das Schicksal des vor einiger Zeit dahingeschiedenen Ordenspräsidenlen Adolf Kraus. Aber es gibt eine Lebensgeslallung, an die jeder seine Kräfte setzen kann, eine Meisterung des Lebens, die jeder als seine Aufgabe in die schlichte, einfache, vielleicht entbehrungsreiche Linie seines Lebens hineinsetzen kann. Das ist: mehr auf das W'i e im Leben als das Was zu sehen. Das ist das Bedeutsame, daß ein jeder, wenn er es nur will, Größe auch in das Kleine des Lebens legen kann, kurz: daß er mehr ein innerliches als ein äußerliches Leben zu führen versucht. Dazu sollen uns die Gesetze des Ordens leiten, zur Erkenntnis des Menschseins, des Judeseins, des Miteinanderfühlens, ,-denkens, -handelns, -helfens. Es war mir eine innige Freude, in der kurzen Betrachtung über „Loge und Jugend“ hei. Herrn Hardi Swarsensky die W'orlc zu lesen von der „tiefen Erkenntnis, daß ohne diese

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