Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 10 (1930-1931)
- Issue
- 7 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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/ derBEßLINE ,0€1 E N U.O.RB. BERLIN W 62, KLEISTSTR. 10, LOGEN HAUS 10. JAHRGANG OKTOBER 1930 NUMMER 7 Not der Zeit — Erneuerung im Geiste! Gedanken zum Ordenstag 1930. Von Dr. Georg Herl Die „Jomim Nauroim“, die „ehrfurchtgebietenden Tage“ des jüdischen Jahres 5691 sind zeitlich so nahe an die diesjährige Wiederkehr des Gründungstages des Unabhängigen Ordens Bne Briss herangerückt, daß wohl selbst für denjenigen von uns, der die „hohen Festtage“ nur aus pietätvoller Gewohnheit und Freude mitfeiert, und ganz gewiß für denjenigen, der sie von .Jahr zu Jahr als eine „Erneuerung im Geiste“ erlebt und begeht, eine Wechselwirkung in den Gedankenbeziehungen zwischen den beiden Festzeiten spürbar wird. „Erneuerung im Geiste“ — wer von uns ist in den Nöten dieser Zeit bereits so stumpf geworden, daß er aus den revolutionären Vorgängen, die wir erleben, nur den Wandel im Materiellen heraushört, wer so wirklichkeitsfern, daß sich ihm in den Stürmen und Zusammenbrüchen dieser Zeit nur Vorgänge der Wirtschaft offenbaren? Gewiß, das, was wir in diesen Tagen als Krise der Welt erleben, das, was den einen von uns als Zusammenbruch seines in jahrelangem Ringen und Mühen aufgebauten Geschäftes, den anderen als Abbau und Entlassung, den dritten als Zerrinnen seiner aus mühevoller Arbeit eines Lebens gewonnenen Güter und Werte so grausam und tragisch trifft, — all das zeigt sich uns auf den ersten Blick nur im Bilde und als Symptom eines Wirtschaftsprozesses von unerhörtem Ausmaß des Geltungsbereiches und der Auswirkung. Aber hinter diesem Prozeß weltwirtschaftlicher Revolutionsvorgänge steht doch mehr, verbirgt sich doch ein Zusammenbruch im Menschlich-Geistigen, der nach „Erneuerung im Geiste“ mit gewaltiger Stimme ruft. Oder glaubt einer von uns wirklich, diese Not der Zeit habe notwendigerweise, aus einem Zwange der Natur kommen müssen, glaubt einer wirklich, die Erde sei plötzlich zu arm geworden an Gütern, um allen Menschen, die durch Arbeit einen Anspruch auf sie haben, das tägliche Brot zu sichern, oder glaubt einer von uns ernsthaft, das Geheimnis und Rätsel dieser Weltkrise gefunden zu haben, wenn jer weiß, daß irgendwo in der Welt zu viel, an der anderen zii wenig Güter erzeugt werden? Nein, die Not dieser Zeit läßt sich aus dem Begreifen des Wirtschaftlichen allein nicht restlos erklären, und selbst derjenige, der die intimsten Vorgänge und die feinsten Zusammenhänge i t z (Montefiore-Loge). I 11 ' t i der Weltwirtschaft ergründet hat, hat noch nicht den „Weg ins Freie“ gefunden. Aber der ist auf der rechten Bahn, die Lösung zu erschauen, der über den Zusammenbruch der Wirtschaft hinweg den Zusammenbruch im Geistig-Sittlichen, die Auflösung der universal-menschlichen Bindungen und Zusammenhänge als die wirkende Ursache erkannt hat. Der nationale Egoismus der Völker und Staaten, einst entstanden aus der ethisch wertvollen Idee des Rechtes jedes BRMPERf Fühlt Ihr Euch der Loge vertun-, den, so gebt dieser Empfindung bei allen freudigen und ernsten Anlässen durch Spenden für die 'Fondjs Eurer Logen Ausdruck. Fehlt Euch noch das Bewußtsein innerer Zugehörigkeit, so tuet den efätefi Schritt und bringet Opfer! Senket Eure Spenden an Eure Logejn. Seid glücklich, wenn Ihr imstande seid zu geben. Anzelgenverwaltung: Unser e'Zeitschrift druokt: BRÜDER-VERLAGSGESELLSCHAFT M. B. H. ARTHUR SCHOLfcM / BUCH- U. STEINDRUCK BERLIN W62[ KURFÜRSTENSTRASSE 115/16 * BERLIN SW68, AkEXANDRlNENSTRASSE 134 FERNRUF: ijl 5 BARBAROSSA 4760 U. 9181 FERNRUF: F fl, MORITZPLATZ 4286 c*