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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1930-09-01 · 6 (9.1930) · p. Seite 97

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
10 (1930-1931)
Issue
6 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 97 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 6 Seite 97 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O. ß'.B. bringen würde. Kr liebte den Kumpf, aber nicht um des Kampfes willen, sondern im Glauben, daß der Kumpf die reinigende Atmosphäre mit dem Ziele des gegenseitigen Verstehens sein würde. Curl l.ewin in der Wissenschaft: Die höchsten Prohleme ür/tlicher Erkenntnis, dus Krehsprohlem, waren seine fortgesetzte Arbeit. Ks kann hier nicht Aufgabe sein, hlle Einzelheiten dieser Lebensarbeit auf/ufülircn; nur eins .sei erwühnl: mit einer sieghaften Sicherheit gelangt es ihm als ersten Forscher, menschlichen Krebs auf Tiere zu übertragen und dadurch Wegbereiter für die Krebsforschung /u werden. Wenn einst das grobe Problem, dem sich der Jugendliche mit einem (iriff /.um Höchsten /ugcwnndt hatte, gelöst sein wird, so wird Carl l.ewin Hausteine hin/.ugefügl haben /um Hau der W issenschaft. Lud Carl l.ewin als Logenbruder: Kr war stets ein Hen Hriss. Die Prägung des Ordens war für ihn gegeben. Hesibeiden blieb er stets "in der Heilte der Brüder, ohnc'W misch, an offensichtlicher Stelle zu sichen, aber stets bereit, jedem Hufe zu folgen. Krst in .den letzten Jahren seines Lebens wurde er an die Spit/e seiner Loge berufen. Mil dem klaren Hlick und der hilfsbereiten Hüte war er ein Führer, dtr nicht durch umwälzende* Gedanken Unruhe in das Leben des Ordens trug, sondern dem die Vertiefung der Ordensgedunken in täglicher Tvleinnrheit Pflicht und Krfüllung bedeutete. Unter den nächsten Mitarbeitern seiner Loge hörte ich die Worte, daß Carl! l.ewin ein Erlebnis in ihrer Ordensarbeit gewesen sei. Wenn wir des Dahipgögungcncn gedenken, so wollen wir es nicht mit klagenden IW orten tun, sondern ' mit liebevollem Gedenken an..den freund Und Hruder. ' Hr. Evpräs. Josef IlirsCh. Sitzung der Deutschen Reichs-Loge im jLogenheim Kiner Anregung des Verbandes der Herliner Logen folgend, hielt die Deutsche Heichs-I.oge am 25. Juni eine Arbeitssit/.ung mit anschließender offener Loge in unserem Log c n h e i m in l.ichterfcldc ab. Um so lieber kamen wir dem Wunsche des Logenverbandes nach, als es uns ein Mer/ensliedürfnis war, unseren lieben allen Hrüdcrn und .SchvJ^estcrn /.eigen /.u können, wie eng wir uns mit ihnen verbunden fühlen und bei der Gelegenheit ihnen einiges von unserer Arbeit erzählen und gemeinsam besprechen zu können. W ie erfreulich war es für uns, die zufriedenen und glücklichen Hrüder und Schwestern in „unserem" Heim zu sehen, die nicht genug Worte des Lobes finden über den wundervollen Aufenthalt im Hause, frei von den täglichen Sorgen <les Lebens, vorbildlich betreut von der unermüdlich ’ sorgenden Krau Oberin. Neue W ege müssen vv ir im Logenlehen gehen, will* das Thema der geschlossenen Sitzung, dus die Hr. Hr. Paul Mannheim und Wulter Lichtenstein erörterten. Die KeTerenlen berichteten von der Hinrichtung der- Heimabende, die den Zweck verfolgen, unsere lieben Hrüder im kleinen Kreise, in der Familie, einander nühcr/.uhringcn und durch Vor!läge und Aussprache unsere I.ogenidee ihnen immer wieder cin/uprägcii und möglichst auch dadurch auf <1 i e Hrüder einwirken zu können, die zu unsereh Logenabenden nicht kommen. Zur Hebung der Logcnuhcnjde müssen vv ir immer mehr dazu übcrgulren, Wirtschaftliche Probleme in den Kreis unserer Vorträge und Diskussionen zu stellen. Die Not der Zeit zwingt uns, den Brüdern diejenigen Anregungen zu geben, denen augenblicklich ihr größtes Interesse gilt. In der anschließenden offenen Loge hielt unser vv. Präsident, Hr. Hugo H »senberg, einen Vortrag über <1 ie Stellung der Juden zur Umwelt. Auch die politischen Kragen werden wir in Zukunft,' soweit es sich um -jüdische Kragen handelt, in den Kreis unserer Krörterungen ziehen müssen, wenn es sich beispielsweise um derartig s\mptomalisehc Vorgänge handelt, wie wir sie in Thüringen erleben müssen. Der Hedncr gab einen 'Querschnitt der Geschehnisse, die sich im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Machtstellung nicht nur jdorl, sondern auch anderswo im lieiche ergeben könnten. Der Hedncr ging dann auf die Abvvchrarbcit des (’. V. ein, versprach sich aber bei aller W ürdigung dieser Tätigkeit mehr davon, unseren Kinfluß innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen dazu zu benutzen, machtvolle Kundgebungen gegen den Antisemitismus zu veranstalten. Unsere Logcnnufgalic ist, Menschen herunzu/.ichcn, die sich durch ganz besondere Disziplin ausz.eiehnen und unseren Gegnern jede sachliche Angriffsmöglichkeit nehmen. Kr schloß seine Ausführungen mit der fest siel hing, daß wir Juden uns zu allen Zeilen als Pioniere' der Kultur bewährt haben und immer wieder durch unsere' geistigen Waffen unsere. Gegner überwunden haben. ' - Die Ausführungen fanden bei unseren Hrüdcrn und Schwestern regstes Interesse, das auch in der anschließenden Diskussion zum Ausdruck kam. ' Kitte nette .Plauderstunde verbrachten .wir nach der Sitzung im Heim; wir. hoffen, daß der Abend unseren lieben alten Hrüdern und Schwestern ebensoviel ITeude gemacht hat wie uns selbst. ' ' Hr. W illv Kuerst, J ■ prot. Sekretär. SCHENKT Jl)DISCI*F JUGENDBÜCHER * I Max iWtd- R?uytni in Portugal / kart. rM 1.— Leinenband RM2.— Emil Bernh. Cohn: Akiba-I.dfcende karr. RM 1.— Leinenband RM &(— Preudenberger? im Kampf um die Menschenrechte karr. RM 1.— I.einenbano RM 2 — A. Galliner: Bilder rur Bibel I. Teil Erzväter kart. RM 2.50 l einenband RM 3.50 A. Galliner: Liebermann, der Kflnst'er karr. RM 2.50 Leinenband RM 3.50 S. Hirsdi: Aus Tagen der Not kart. RM 1.60 Leinenband RM 2.60 Jüd isctier Jugendkaleuder 5601 Kart. RM 2.S5 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder durch die Großloge 1 Betrifft Zeitungtzuftelluns Aus Mitgliederkreisen sind verschiedentlich Beschwerden an uns gelangt, weil die Zeitung nicht zugestellt worden ist. Wir machen darauf aufmerksam, daßdn solchen Fällen, die Beschwerden nicht an uns, sondern an das' betreffende Zustellpost* amt gerichtet v^erden müssen, das dann die fehlenden Stücke anfordert, ln den meisten Fällen genügt es auch, wenn dem Briefträger diese Meldung gemacht wird.

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