Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 10 (1930-1931)
- Issue
- 3 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 44 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 3 Am 3. Mär/ 1929 f;incl unter Heranziehung-weiter Logenkreise eine Aussprache über den Begriff „Der jüdische Mensch“ statt. Diese Aussprache war der Erörterung der Vuslührungen unseres hvv. Br. Großpt ä-identen Baeck auf der letzten, Großiogentagunu gewidmet, der in dieser Tagung tlen Begriff des jüdischen Menschen mit KIurheiL und Innigkeit gezeichnet hatte. Die Hauptreferenten waren die Brüder K\prüs. Holländer (Sp. L.) und der damalige Vize-Präs. Br. (' i - tron (.1. H. 1..). Beide Redner kamen zu dem Resultat. daß der Gedanke des jüdischen Menschen ein gefühlsmäßiger sei, tler sich , nur in Taten Umsetzen und nur durch Taten zum Vusdtuek kommen könne, ein I.ebensideal, das das tägliche I.ehen durchstrahlt, aber nicht ein Begriff, der sich in bestimmten Thesen und Grundsätzen festlegen lasse. ln der Sitzung vom 12. Juni 1929 trat nach einer Vbäudcntiig der Yerbnrtdssat/.ungen die w. Montcfiore-Lugc dein Berliner I.ogen-Yerband hei. In der gleichen Sitzung wurde beschlossen. hei den Berliner Logen anzuregen, für das Vlemurhuch des Bundes jüdischer Frontsoldaten ton jeder Loge einen "Betrag ton 50 bis 100 R\l. zu bewilligen. Leider ist der Gedanke der Ehrung unserer, eigenen Toten noch nicht zur Durchführung gekommen. Der wiederholte Beschluß, einen Gedenkschrein für unsere Meinorbücher zu beschaffen. konnte noch nicht verwirklicht werden. Mit Freuden konnte in der gleichen Sitzung festgestellt werden, daß die Brandenhurgisc hen Logen vom Berliner Logen Verband wiederholt besucht, worden waren und durch Stellung von Rednern brüderliche Unterstützung erfahren hätten. Nicht nur durfh gegenseitige Anregung, sondern auch durch Anknüpfung freundschaftlicher Beziehungen haben sich unsere Besuche im Sinne der Ordensarbeit ausgew irkt. Die auswärtigen Brüder zeigten ihre Freude über unseren Besuch durch Teilnahme an den Veranstaltungen des Berliner Logen-V erbaiwlcs. Am 22. September 1929 fand eine gemeinsame Mendelssohn-Feier der Berliner Logen statt, bei der als Hauptredner Br. Rabbiner f)r. \\ i e n e r f Allemania-l.oge) die Persönlichkeit Moses Mendelssohns in seiner Auswirkung auf das deutsche Judentum den Brüdern vor Augen führte. Leber diese Leier wurde in der Monatsschrift ausführlich berichtet. \\ ir folgten einer Anregung Verschiedener Berliner Brüder, .“sit/ungen in unserem Logenheim in l.ichrerfelde statt linden zu UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender Brüder: Name Eingetret. Geboren Verstorben D e u t s c h e Reichs- . o #e Hermann Klein 16. 12. 1922 19. 5. 1852 1. 6. 1930 B e r t h o I ct . V u e r b ach -1, o ge Dr. Hugo Straßmann: 15. 4. 1912 31. 12. 1859 17. 5. 191) Max Jacob 11. 12. 1893 4. 3. 1863 1. 6. 1930 Emil Heller 4. 3. 19J1 31. 10. 1852 1. 6. 1930 M o n t e F io r e- I-? e Paul Herzberg 4. 12.-1906 15. 2_ 1864 6. 5 1930 Samuel Kaplan % 4. 1919 24. 3. 1857 12. 5. 1930 Dr. Robert Reimann •3« 10. 1884 9. 11. 1854 1. 6. 1930 Jonas Loewenstein 16. 5. J920 14. 4. 1SS2 3 6. 1930 Dr. Alfred Wischnitz 11. 2.1913 2. 3. 1879 4. 6. 1930 Sp i n o z a - L o g e Dr. Fritz Siegfr. Brauer 3. 4. 1910 11. 11. 1861 14. 5 1930 David Moses 4. 12. 1913 12 1. 1862 15. 5. 1930 Hugo Ostberg 3. 4.1910 10. 3. 1882 22. 5. 1930 Wilhelm Horwitz 11. I. 1912 2. 9. 1S61 31. 5. 1930 Ehre ihrem Andenken! hissen. Leider hat bisher nur eine einzige Sitzung stattgefunden. Ls ist aber die Bereitschaft vorhanden, es jeder Berliner Loge als Pflicht aufzuerlegen. einmal im 'Termin im Logenheim zu tagen. Diese Bereitschaft muß um so mehr zur baldigen \\ irklichkt'it werden, ^ils der einzige bisher slaltgefundene Abend unseren Brüdern, die im Logenheim ihre Wohnstätte haben,- in freundlicher Lrinncrung geblichen ist und ihnen Anregungen gegeben hat. die besonders wertvoll sind, via sie diu Sitzungen im Logenhause aus Gründen der räumlichen Entfernung oftmals nicht besuchen können. Am 2t t. November 1929 fand unter Beteiligung weiter Logenkreise eine gemeinsame Feier des Ordenstages in geschlossener Sitzung statt, in der Br. Präs. Josef Hirsch als Vorsitzender den Ordenstag nicht als ein Fest vier äußeren Fröhlichkeit.' sondern als einen Tag der inneren Linkehr und tler S^lhstprüfung he/.eichncle. Nicht eine Leberhehlichkeit tler Wolle und nicht Verstiegenheit der Gedanken seien Aufgabe unseres Ordens,- sondern aktive Arbeit im Sinne der Brüderlichkeit. W ir haben die Pflicht. Baustein an Baustein zu fügen zur Festigung des Ordensgebäudes und zur Festigung der Gedanken, die wir als Lebensaufgabe in uns aufgenommen haben. Br. INpräs. B a e r (’T. J. L.) gab in seinem V orträge „Ursprung und Umwicklung" ein Bild vom Lnlslehcn unserer Ordcnsgcmcinschnfl. Br. Großpräsident Baeck zeichnete - in groß angelegten Gedankengängen die Bedeutung des Ordensfestes und die Aufgaben' unseres Ordens im wandelbaren Lichte der fortschreitenden /.eit. Lin Treugelöhnis für den Orden wurde stehend von den Brüdern gesprochen. Umrahm! war die Feier von musikalischen Darbietungen unserer Brüder Bruno Meter (B. \. L.) und Max Wachsmann (J. F. I..). Fm anschließendes Brudermahl vereinigte die Teilnehmer. Die Anregung der vv. Spinoza-Loge, anläßlich des 50jährigen Bestehens des deutschen Distrikts einen Juhiläumsi'onds zu schaffen, wurde wiederholt im Logen-Yerband erörtert. Ls kam die allgemeine Leberzeugung zum Ausdruck, daß die ■Schaffung einer Jubiläumsspende dringend notwendig sei, wenn auch jk-dcitkcn laut wurden, ob nicht angesichts der augenblicklichen wirtschaftlichen Notlage dringendere Gegenwart saufgaben der Logen dem Gedanken der w. Spinoza-Loge entgcgenslehen. Im gleit hen Sinne wurde wiederholt der Beschluß des (>encralkomitves zur . V erbreilung des jüdischen Buches erörtert. Trotz gewichtiger Bedenken wurde beschlossen, die Viueguug des Generalkomitees zur Durchführung zu bringen. Gewissermaßen als Abschluß des ahgelaufenen 'Termins hat am 23. - März 1930 ein Berliner Logen-Tag slalfgclunden. an «lern die benachbarten Logen-V erbände und weile Berliner Logenkreise teilgenommen haben. Die Tagung stand unter dem Gesichtspunkt der Aussprache über die innere und äußere Propaganda unserer Logen. Ein eingehender Bericht über die interessanten Verhandlungen ist in der vorigen Nummer dieser Zeitschrift zum Abdruck gelangt. Die Gedanken dieser Tagung fanden ihren Niederschlag in einem Beschluß des Logen-Verhandes, einzelne Kommissionen mit bestimmten Aufgaben der inneren und äußeren Propaganda cinzusetzen. Zu den wichtigsten Arbeiten der äußeren Propaganda wird die Heranziehung neuer Kreise für das Logehieben und die Schaffung von Vorort-Logen gehören. Am Schluß des 'Termins wurde eine Satzungsänderung beschlossen, nach welcher der jeweilige zurücktretende Vorsitzende des Logen-Veroandes ein weiteres Jahr dem Vorstand des Logen-V erbandes als Mentor angehören soll. Man darf dem Berliner Logen-Yerband ohne Ueberheblichkeit nachsagen, daß er erfüllt, was er bei der Gründung versprochen hat: ein Instrument zu sein für geistige und ideelle Aufgaben unserer Ordensgemeinschaft. —sch.