Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 10 (1930-1931)
- Issue
- 2 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 25 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 2 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B, ' Seite 25 Br. Präs. Pr. Paul II o I z e r - Hamburg hält hierauf dus erste Referat zur Frage der A u s h r e i t u n g d e s Ordens. (Acußere Propaganda.) Wirksame Propaganda für die Logen kann nur durch solche Brüder geleistet werden, die nicht nur redegewandt, sondern selbst Träger ewiger Werte sind. Wertvolle und ernste Menschen entziehen sich heute dei' Loge, weil sie den Eindruck haben, daß diese nur eine Einrichtung für^ vermögende Leute ist. Nicht den verwöhnten Ansprüchen Einzelner, sondern dem Gedanken wahrer, innerer Gemeinschaft soll die Loge dienen. Pie Vorträge müssen zeigen, daß die Loge zu allen Fragen, die die Menschheit bewegt, Stellung nimmt. Pie Probleme der Zeit interessieren jeden ernsten Logenbruder. Per Jugend sollen verantwortungsvolle Plätze in der Loge cingeräumt werden. Pie Klärung des Problems „alt und .jung“ kann am besten auf dem Boden der Loge erlolgen. Leider ist festzustellen, daß die Jugend im allgemeinen der Loge wenig Interesse entgegenbringt. Pie Jugendorganisation nimmt die jungen Menschen heute derart in Anspruch, daß die ernste Jugend aus Verantwortungsbewußtsein gegen ihre eigenen Bünde sich nicht der Loge widmen kann. — Pie Loge soll in allen Fragen des Geistes dem feinen Gefühl der Jugend Rechnung tragen. Auch die Geselligkeit muß, in einfachster Form gehalten, Mittel zum Zweck bleiben, ohne Selbstzweck zu werden. Pas schwierigste Problem zur Gewinnung der Jugend für unsere Bewegung muß unserer Zukunftsarbeil den Stempel aufdrücken. Br. Exprüs. Karl M. Buer-Berlin behandelt ebenfalls die Frage der äußeren Propaganda. Jede Zeit verlangt von den Menschen und von den Menschenbünden neue Einstellungen und neue Antworten auf die Fragen und Aufguben, die jede Gegenwart stellt. — Aus der Befürchtung, daß Krieg und Nachkriegszeit die Arbeiten des Ordens zum Erliegen bringen könnten, entstand eine Werbung um jeden Preis, die zur Ueberfüllung der Logen führte. Es w urde notwendig, dieser Entwicklung einen Damm entgegenzusetzen. Es galt, Mittel und Wege zu finden, die nun einmal in Massen Aufgenommenen den Logen einzugliedern und untaugliche Elemente taktvoll, aber rücksichtslos zu entfernen. Unzweckmäßigerweise stellte man in dieser Zeit in manchen Logen die Neueinführungen gänzlich ein. Das Ergebnis war eine außerordentliche Verkleinerung der Logen, die von 27(il> Brüdern im Jahre 1924 auf 1903 Brüder im'Jahre 1930 zurückgingen, also ihre Mitgliederzahl um 31"n verkleinerte. Während diese Verringcrüngstendenz zuerst als Gesundungsprozcß anzusprechen war, ist der Rückgang der Logen heute zu einem Problem geworden. Aus dein Ucbermaß der Expansion sind wir in eine unfruchtbare Abschließung und Passivität verfallen. Auch im deutschen Distrikt ist ein zahlenmäßiger Rückgang eingetrelen, der nicht unbedeutsam erscheint. In knapp einem Jahre haben die Berliner Logen 170 Brüder verloren, diivon 73 durch den Tod. 47 Neuaufnahmen haben nur (»411 <■ des natürlichen Verlustes wieder ausgeglichen. Sollte ein derartiger Abstieg nur noch wenige Jahre anhallen, würden die Berliner Logen und die von ihnen geschaffenen Institutionen ernstlich gefährdet sein. Br. Expräs. Baer untersuchte die Möglichkeiten, die zu einer Wundlung der Verhältnisse gegeben sind. — Es muß alles versucht werden, um Verluste an wertvollen Mitgliedern zu vermeiden. Brüder, die durch irgendwelche Umstände veranlaßt werden, aus ihren bisherigen Berliner Logen nusziischeiden, müssen für andere Logen gewonnen werden; Brüder auswärtiger Logen, diö nach Berlin übersiedeln, müssen pfleglicher behandelt und für einen Eintritt in die Berliner Arbeitsstätten des Ordens gewonnen werden. Pie Heranziehung selbständiger Söhne unserer Brüder, die auch von der hw. Großloge propagiert wird, muß energisch erfolgen. Unser natürliche1» Reservoir, der jüdische Mittelstand, ist so klein geworden, daß wir Unsere Bemühungen nicht uuf ihn beschränken dürfen. Pas Verschwinden v.icler jüdischer Existenzen als Kaufleute und Gewerbetreibende hat eine beginnende Umschichtung der jüdischen Gesellschaft zur Folge gehalvL Wir finden heule jüdische Menschen in Berufskreisen, in denen sie früher nicht, vorhanden waren, den jüdischen Beamter. und den jüdischen Handwerkern, der kulturell und wirtschaftlich ein höheres Niveau erreicht hat. Wenn wir.unter den jüdischen Beamten eine Erweiterung unseres Kreises anslreben wollen^ ist zunächst eine' Vorfrage zu klären. Piese in gefestigter^ Existenz .hcfindlichcrP Menschen haben ' beschränkte Einnahmen, die aber durchaus gesichert sind. Es wird ihnen niifhl möglich .sein. Eintjpltsgc'ld und Beiträge in bisheriger Il(>he zu leisten, Eine Herabsetzung dieser Forderungen ist durchaus denkbur, selbst vvenir unsere soziale Arbeit nach außen (larunter leiden würde. Auf der anderen Seite wird dieser Menschenkreis unsere Fürsorge im Alter und für ihre llinlcrhlichencn in geringerem Ausmaß in Anspruch nehmen als der selbständige Kaufmann, der in der heutigen /eit den Wechselfällen des Lebens lum meisten ausgesetzt ist. Pie Frage einer grundsätzlichen Aenderung unserer Leistungen für Witwen und' Wuisen ist ernstlich zu überprüfen, weil sie mit dem Bestehen der großen Logen eng verbunden ist. Heute setzt die Fürsorge für die Hinterbliebenen eines jeden Bruders automatisch ein', einerlei, ob es sich um einen tätigen Mitarbeiter oder um ein ^litglicd handelt, das seine Zugehörigkeit ausschließlich durch Beitragszahlungen bekundet hat. Piese Verpflichtung zur Vürsirrge kann aber nur aus einer Verbindung erwuchsen,' die nicht einzeilig ist; deshalb ist zu prüfen, ob in Zukunft eine Hintcrbliebcnenfürsorge auch dannzu gewähren ist, wenn das .verstorbene Mitglied an den Arbeitender Loge keinerlei Anteil genommen hat, evtl, wäre die Gewährung der Hinterbliebenqnfürsorge an den Nachweis aktiver Logenarbeit durch Mitarbeit in den Ausschüssen hzw. regelmäßigen Logenbesut-lr zu knüpfen. Br. Baer macht dann. praktische- .Vorschläge, wie die vorgenannte Menschenkutqgorie zu erfassen ist. „Wir werben nicht“, das war früher unser Stolz, aber die Zeilen änderten sich. Pie Bedeutung unserer Idee' muß jetzt un alle die herangehiacht werden, die wertvoll genug lür unsere Arbeit sind. Neue Propagundainittel sind , notwendig. (die Schriften aus früherer Zeit werden hcu'te^ nicht mehr voll verstanden. Durch -1_1-,---; Dem Orden gehören nicht mehr an: i. Deutsche Reichs-Loge. Ernst Po ss mar, NW 07, Klopslockslr. 7. Kmuimel G o 1 d h c r g, S 14, Neue Jakobstr. 12. Walter S c h in i g c 1 s k v, NW 117, Hansa-Ufer 7. BERTHOLD AÜE'R BACH - LÖGE , ■ i Zu däm am MONTAG, DEM 26. MAI stattfindenden Geselligen Beisammensein * iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHwiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHMiiiimiiiiniiimiiiiiiiiiiiNiiiimiiiiiiiH unter Mitwirkung erster Künstler iiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiii|iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiimiiiiiHmiimiiiiiiiimiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiir,i und anschließendem. Tanz laden wir die lieben Brüder mit ihren Angehörigen herzlichst ein. Beginn des Konzerts präzise 9'Dhr. * I i DER GESELLIGKEITS-AUSSCHUSS SIMON BRAUN Eintritt inkl. Steuer RM 1.50 ‘, Geseiischaftsanzug nicht erforderlich Karten zu haben an den Logenabenden