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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1930-05-01 · 2 (5.1930) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
10 (1930-1931)
Issue
2 (5.1930)
Date
1930-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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derBERLINERAiCHjENUOiRB. BERLIN W62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 10. JAHRGANG MAI 1930 NUMMER 2 ' M Berliner Der Verbund der Berliner Logen U.O.B.ß. veranstaltete uni Sonnlug, dem 2J. Mürz 1930, eine Tugung, zu der auch die benachbarten Logen-Verbünde (Niedersüchsischer, Süchsischer, Mittcldeutseber. Ostdeutscher und Ilunseutiseher Logen- V erlmnd) V ertreter entsandt hatten. Die Großloge für Deutschland war durch den hvv. Br. Großpräsidenten Baeck und Mitgliedern des Geschäfts-Ausschusses vertreten. Der Kreis der Berliner Teilnehmer setzte sich zusammen aus den Mitgliedern des I.ogen-Verhundes, des Gemeinsamen Ausschusses, den V. Präsidenten und Vize-Prüsidenlen, den Berliner Expräsidenten sowie den Vorsitzenden der Geistigen- und Propaganda-Ausschüsse der Berliner .Logen. Eine Ansprache des Vorsitzenden des Berliner Logen- Vcrhundes, Br. Prüs. Josef Hirsch (J.F.L.k leitete die Verhandlungen ein. Br. Hirsch verwies daruuf, daß bereits vor dem Kriege eine ühnliche Veranstaltung der Berliner Logen stattgefunden hat, die der Vertiefung der Logenarheit gewidmet war. Die heutige Tugung hat eine doppelte Aufgabe: sie gilt der Vertiefung unserer Arbeit und der Frage der Gewinnung neuer Menschen für unsere ulten Ziele. Dus Logenleben ist durch die Not der Zeit stark beeinflußt. Die wirtschaftliche Not des .Mittelstandes verkleinert das Reservoir, aus dem wir immer geschöpft haben. Die heutige Tugung soll versuchen, unserer Arbeit nach innen und außen neue Wege zu weisen. Br. Großprüs. Baeck spricht den Dank der Großloge für die Einladung aus, den er besonders uu Br. Prüs. Hirsch richtet für die Arbeit und Mühe, die er zur Schaffung des Zusammenschlusses der Berliner Logen zum „Verbund der Berliner Logen“ uufgewendet hat. Br. Baeck führt aus, daß jeder Zusammenschluß zum Guten oder zum Schlechten sein könne. Bei jedem Zusammenschluß verdichten und vervielfachen sich die Schwüchen oder die Kräfte der Einzelnen. Es kommt darauf an, ob in unserem Zusammenschluß Phlegma und Zaghaftigkeit oder Energie und Willen herrschen sollen. Eine Krise, die sich, wie in anderen Gemeinschaften, auch bei uns bemerkbar macht, tritt überall du ein, (wo entweder die alten Aufgaben erfüllt sind, oder wo der Mjat fehlt, sich neue Aufgaben zu stellen. — Ein llauptübel ist die wirt- Logentag scbaftlicbc Not des Mittelstandes, der'Unter deli gegenwärtigen Verhältnissen immer mehr verschwindet.’ Früher hat der jüdische Rentier dus HuuptkutUingent unserer .Mitglieder gestellt, also derjenige Kreis, der über genügend Geld und Zeit verfügte, um sich unseren. Aufgaben zu widmen. Aber^Aufgaben hängen nicht vom Besitz des Einzelnen ab, wie die Geschichte der deutschen Arbeiterschaft beweist. Eine GesanWlifcit ist nie arm, denn viele Wenig machen eilt Viel. So lange in unseren Logen der Wille und; der Mut zu sich selber leben, werden alle Krisen überwunden vverdin können. Nachdem Br. Großpräsident (noch uüf dus „Jüdische Buch“ kurz zu sprechen gekommen ist,, schließt er mit dem Rat und der Bitte, Vertrauen zu sich Selbst/ und .zur Loge zu haben. Die Reihe der Referenten eröffnet Br. Expräs. Goldnt a n n - Leipzig mit einem Vortrag „V er t i e f ung und Belebung der L o g e n u r b e i t (Inqere Propaganda)“. Br. G o 1 d in ii n n begunn seine Ausführungen mit einer Untersuchung über den Untschied zwischen dem Begriff der Loge und anderen Organisationen. Die Loge ist kein Klub, sondern ein Lebensbund, der sich 'besondere Aufgaben zu stellen und ihnen uuf besondere Art naclfzugehen hat. Vortrugswesen, Wohltätigkeit und Vergnügungen sind die Grundinhnlle anderer Vereinigungen. Bei den Logen dürfen derartige’ V eranstaltungen nur Mittel* zum /.weck, aber nicht Aufgabe sein. Die ureigenste -Aufgube der Loge ist Vertief.ung alles Menschlichen mit den Mitteln des Jud e n t u m s. Die erstrebte Tieft? der, wirklichen Verbundenheit haben wir noch längst nicht erreicht., Zur Intensivierung tles Logenlehens gehört nach der Avlffassung des Referenten die Beschränkung auf kleine Logen, die nicht mehr als lott Brüder umfussen sollen. Im großen Kreise fehlt das wirkliche Gemeinschaftsleben. Die zweite Voraussetzung zur Intensivierung des Logenlebens ist die-weitgehende Beuchtung des Rituals und der Formen' der Loge. Die äußere Form unserer Arbeiten muß uuterstric'hen werden. Das Symbol ist geeignet, die Abkehrung vom Alltäglichen und die Erhebung, zu einer höheren Ebene zu vermitteln. Jede Loge zerfällt in einen aktiven und einen passiven Kreis. Die Zahl der Mitglieder des aktiven Kreises ist leider fast überall so gering, daß mit allen tauglichen Mitteln ve.r- Anzeigenverwaltung: BRÜDER-VERLAGSGESELLSCHAFT M. B. H. BERLIN W62, KURFÜRSTENSTRASSE 115/16 FERNRUF: B 5 BARBAROSSA 4760 U. 9181 Untere Zeitschrift druckt: ARTHUR SCHOLEN) / BUCH- U. STEINDRUCK BERLIN SW 68, ALEX AN DRINEN STR ASSE 134 FERNRUF: F 1, MORITiP L A‘T Z 4286

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