Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 10 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 216 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. Nr. 10 Verstandeskritik. Freilich entspringen sie nicht ganz, nicht bloß dem Denken; Heine könnte die Zeichnung jüdischer Typen nicht so prachtvoll gelingen, wäre er nicht bei und trotz aller verstandesmäßigen Ironisierung jüdischer Eigentümlichkeiten in seinem innersten Gefühl so stark mit dem •Judentum verwachsen. Wie sehr das der Fall ist, zeigt sich auch bei der Schilderung des Gottesdienstes im Frankfurter Tempel. Da wird gesagt, daß es bei der Entnahme der Thora Flatow &. Priemer Die Herren Flatow Jfc Priemer. gleich bekannt als Innenarchitekten wie als Antiquitätenhändler, haben in der Tiergartenstraße 4 a ein neues Ilciin bezogen und bereichern dadurch Berlin um eine \tiuncc der Innendekoration und des Kunsthandels. die dort bisher unbekannt war. Flatow & Priemer hat es verstanden, in einem alten Berliner Patrizierhaus durch entzückend eingerichtete Räume das zu schaffen und zu veranschaulichen, was man m I.nndon und Paris „Grand Deeorateur" nennt. Die Räume, mit alten W andmalereien und ßoiserien dekoriert. zeigen in weil intimerer und konzentrierterer Weise als bisher, mit welchem Geschmack die Firma es versteht, Räume zu möblieren und zu dekorieren. Nel>en Originalen findet man Kopien alter Stücke, dann wieder beste Tischlerarl>eiterk aus eigenen Werkstätten. Große Alben zeigen . die Fülle der über ganz Deutschland verstreuten, ausgestatteten Schlösser und . \ illen. deren Innenarchitektur wirklich mit erlesenem Geschmack entworfen wurde. Die Ausstellung ist eine kleine Sehenswürdigkeit, deren Besuch man jedem Liebhaber von auch einfachen, geschmackvollen Dingen empfehlen kann. aus der Bundeslade der Frau des Bacheracher Rabbi so scheint, als ob die Säulen der heiligen Lade zu blühen beginnen, die wunderbaren Blumen und Blätter der Kapitäler immer höher hinaufwachsen, die Töne des Diskgntsängers sich in lauter Nachtigallen verwandeln, die Wölbung der Synagoge von der gewaltigen Stimme des Bassisten gesprengt wird und die Freudigkeit Gottes herabströmt aus dem blauen Himmel. Das kann niemand schreiben, der nicht lebhaft jüdisch fühlt. Ein lebhaftes Gefühl für das Judentum beweist auch die Einführung des spanischen Ritters im 3. Kapitel. In dieser Gestalt stellt der Dichter sich selbst dar. Der Freund der Frauen, der getaufte und dennoch der israelitischen Küche so zugetane Jude, der Feind des Deismus das alles ist kein underer als Heine. Der Feind des Deismus! Wohl wird auch hier wieder die Weltanschauung des Judentums sowie übrigens auch des Christentums ih Grund und Boden kritisiert. Sonst ist es das Hellenentum, welches dem Judentum und Christentum von Heine gegenübergestellt wird; hier aber ist es Babylon, wo — wie es heißt die Lebenslust im Tempel der Götter schäumte. Die Lebenslust vermißt der Ritter bzw. Heine bei den dürren, freudlosen Hebräern und den trüben, qualsüchtigcn Nazarenern in gleicher Weise, und so erklärt denn der Christ gewordene Jude, daß bei ihm nur Knie und Zunge dem Tode huldigen, das Herz jedoch dem Leiten treu geblieben ist. Allein soll die Huldigung von Knie und Zunge nicht ein Zeichen von Unaufrichtigkeit, eine bloße Lüge sein, so ist sie nur daraus zu erklären, daß auch im Herzen mancherlei für das Judentum spricht. Spräche nicht trotz aller verstandesmäßigen Kritik sogar sehr viel in seinem Herzen für das Judentum, so würde Heine den „Rabbi von Bae h e r a c h“, den er schon vor 1' j Jahrzehnten in Angriff genommen hat, nicht doch noch veröffentlicht haben. Es ist das ungehenre Leid der Juden, das ihn dazu veranlaßt und das ihn eiflackmllbel Scr.l-lzlrr.T.er von RM 393.- an, Dielen., Landhaus., Einzel* möbel, GarcierobenschrSnke, Töchterzimmer, Stilmöbel Riesenamwahl 1 Eesudi lohnend! Für Mitglieder günstige Bedingungen Joseph Dreyfuß ... Charloffenburg / Grolmansfr. 35 U*Bhf. Uhlandsfr. Tel.: Bismarck 33ÖS i Schuhe nach Mas für leidende und gesunde Füße in vornehmer Ausführung * Ernst Eilers, Schuhm.Hefster W35, Lützowstr,29', Kurfürst 1079 Fuhrgeschäff Möbel«, Instrumenten« spez. 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