Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 7 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 145 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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/ / Nr. 7_MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B._Seite 145 Ausstellung: „Handarbeit" IM HAU SK I. V. CHCNFHLI), KKIPZIGKH STKASSK 2(1-22 Zum ersten Mule zeigt die Firma F. V. Grünfeld in einer um- [as.sendcn Weise fast sämtliche Gebiete der „Handarbeit“. Mit großem Geschick und künstlerischem Kinpfinden sind die einzelnen Arbeilsarten auf Kojen \erteilt. Neben den Jahrhunderte allen Techniken, die immer wieder neu und nachahmenswert sind, fallen besonders die neuesten Ausführungen ins Auge. Für jede Besucherin bedeutet es sicher ein V ergnügen, diesl* Handarbeiten in Augenschein zu nehmen ui)d Wertteile Anregungen und neue Findrücke zu erhalten. Eingang Leipziger Straße rechts! Wickel a jour — Filet tire. Die Ausstellung beginnt mit der vollendetsten aller Huüdarbeilen: (neben der Nadelspitze) „Wickel-Handarbeit“ (W'ickel u jour) und der aus dem Faden gezogenen Fileturbeit (Filet tire). Der Wickeldurchbrueh wurde vor etwa 100 Jahren aus Toledo, woselbst Ausführungen ähnlicher Art in den Klöstern gearbeitet wurden, nach Deutschland gebracht. (Daher der Name Toledo.) Aus kleinsten Anfängen hat sich diese Handarbeit zu einer der kostbarsten und schönsten entwickelt. Kurz: der Unterschied zwischen Wickel u jour und Filet tire. Beim W ickeldurchbruch bilden die nicht ausgezogenen Leinenflächen das Muster, während bei der Filet-tirc-Arbeit der Grand vollkommen ausgezogen wird. Mit einem einfachen W ickelstich wird dann das Netz zusammengehalten und das Muster gestopft. Leincndurchbrucharbeiten erfordern eine außergewöhnliche Geschicklichkeit und du besonders langw ierig, größte Geduld. An besonders reichen Decken sind Arbeiterinnen 1 2 Jahre beschäftigt. (In einer der folgenden Kojen werden diese Arbeiten vorgezogen zum äclbslurbciten gezeigt.) Klöppeldecken. Hier werden außergewöhnlich seltene Stücke gezeigt. Int zweiten Lichthof sind einige Klöpplerinnen bei ihrer Arbeit zu sehen. Bei genauer Betrachtung fällt uuf, welche ungeheure Arbeit in diesen Decken, die ja nur streifenweise geklöppelt werden können, steckt. Filetdecken. Die l ilc/ilecke ist die zeitgemäße Tugesdeeke. Durch die neuerdings mehr in Mode gekommenen polierten Möbel bevorzugt tnan gern diese Art Decken, die in den neuesten Stilurten zu haben sind und durch die weitmaschige Durchsichtigkeit die Tischplatte gut zur Geltung kommen lassen. Modern sind im Augenblick Leinen- oder Baumwollnetze. gestopft mit Kunstseide, die durch ihren Glanz auch die einfachste Musterung stark herxortreten läßt. Lichthof — Links. Madcira-Hundutfbeit. Im Anschluß einiges über die Madeira-Handarbeit. Wenn man b^i dieser Arbeit auch von keiner Mode sprechen tt/ann, so findet sie doch in neuester /.eil wieder eine größere Zahl Liebhaber. Die Hausfrau, die selbst Weiß-Stickerei im Hause gearbeitet hat, weiß die feinen Ausführungen der Madeiruarbcit zu schätzen. W ichtig ist hier vor allem der Breis. Fs gibt unter anderem schon Fisdeckchen (kleine Tcllcrdcckchcn) in Madeiruhandarbeil auf Reinleinen von RM. .45 an. Lichthof — Links.' . Seidene- und Tuchdeelccn für das Herrenzimmer und für den Flügel. W undervolles hat die Mode geschaffen. Künstlerisch ausgefülirte Muster erwecken den Wunsch, eine sielte Decke selbst zu arbeiten. Da jedes Stück in beliebiger Furhc (aufgezeichnet) lieferbar ist, kann man das zusagende Muster passend zur Zimmereinrichtung gestalten. Kissen Und Schlummerrollen, dazu passend, nimmt man gern zur Vervollständigung. <• Koje 1 und 2. Kreuz-, Spann- und Stielstich-Handarbeiten, ln den beiden gegenüberliegenden Kojen sieht man die beliebtesten und in der Arbeit einfachsten Handarbeiten, Kreuz-, Spann- und Slielslich. Auffallend ist hierin die starke Verwcn- Georg SilfcO'ttom 4 Co WOHNUNGSTAUSCH. UMZÜGE GEORG SILBERSTEIN & Co. LT RANSPORT- ABTEILUNG BERLIN W 15, KURfORSTENDAMM 173*174 FERNSPRECHER! AMT OLIVA 3843 International« Spedition Barlin SO 3« - Berlin-WatBan.a« - H.mbur, - Bramen - Stettin Simons Möbelfabrik Gegründet 1871 / Wilhelmstraße 40a Karl May8 Gesammelte Werke erzielen ihre überragende Beliebheit nicht nur durch unvergleichlich spannende Handlung und durch die farbenreichen, anschaulichen Naturschilderungen, sondern bieten auch eine reiche Quelle an Belehrung durch ihren geographischen und ethnographischen Gehalt. Die bisherige deutsche Buchauflage hat bereits 51,1 Millionen Bände übe rsc h ri t te n . Erschienen sind zurzeit.55 Bandnummern. Jeder Band in Ganzleinen gebunden je RM 5.-. U.a.: Durch dieWüste /Winnetou OM Surehand / Auf fremden Pfaden / Der Schatz im Silbersee. Verlangen Sie ausführlichen Prospekt beim Buchhändler. Die „Frankfurter Zeitung** in ihrem Literaturblatt vom 31. März 1929 erinnert daran, daß von ihr selber vor dreißig Jahren der erste Angriff auf Karl May ausging# und kommt zu folgendem Ergebnis: Hier i»t Unrnhl geschehen. /uthlig un«i unwissend. Del Kail .Mac weiden Verbrechen oft am Ort wieder gutg«-mavht. wo sie geschahen. So wird hiei in der gleichen Zeitung, »n erhobener Stelle,, io veiandeiter Zeit, festgestellt : Kail May ist einer der he»trn deutschen l.raähler. un I er wate vielleicht der beete schlechthin, wäre er eben kein armer, verwirrter Proletarier gewesen. Der SchulS. den die Wohlgesinnten damals abteuerten, geht umgekehrt auf. die Gesellschaft selbst. Beispiellos, wie'dieser Mann zum Schriftsteller wurde: noch In der Zelle begsrtn er zu .schreiben: ..Geographisch«- Predigten" — Abenteuer urtd Besserung^w’ille. mit so leichter und roher Hand. Karl May ist aus dem Geschlecht von Wilhelm FJsuiT nur mit mehr Handlung . . . Fabelhaft gesund ist zillfs. eine kräftige Luit . . t Karl*May*Verlag, Radebeul bei Dresden