Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 7 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 138 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 138 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. Nr. 7 sind, nämlich von der Bemerkung, daß der Taufschein die *1Eintrittskarte zur europäischen Kultur ist. Diese Bemerkung ist sowohl persönlich wie auch sachlich gemeint. Der persönliche Grund für Heines Taufe liegt in dem Interesse an seinem äußeret) Fortkommen; er geht mit dem Gedanken tun. die akademische I.aufbahn einzuschlagen. Allein er hat auch einen sachlichen Grun<£. nämlich sein Streben nach Anschluß an die moderne Kultur. Wie'er selbst später in „Zur Geschichte der ^Religion und Philosophie in Deutschland" ausführt, sind die neuzeitliche Kritik und Wissenschaft ein Kind der Reformation; dem Geist neuzeitlicher Kfitik und Wissenschaft weiß er sich alter eng verbunden. So hat er tatsächlich ein positives Verhältnis zum protestantischen Christentum, wenigstens mit dem Verstand. Die deutsche Mark von 1914 bis 1924. Dieses im Verlag von F.. SchusteV in Nürnberg, Gabelsherger Str. 62, erschienene Büchlein dürfte allgemein Interesse erwecken. Das Werkelten bringt im ersten Teil sämtliche deutsche Reichsbanknoten, Reichskassen- und Darlehnskassenscheine der \ orkriegs-, Kriegs- und Inflationszeh von 1 M. bis . zum 100-BiIlionen- Schcin hebst erläuterndem Text, so daß man über alle Figenheiten sowie über den Samnielwert der einzelnen Scheine, der bei den seltensten heule schon 50 M. beträgt, unterrichtet wird. Auch eine ausführliche Tabelle über den Dollarkurs in jenen Jahren ist in diesem Teil .angeschlossen. Der zweite Teil enthält die Briefmarken des Deutschen Reiches von 1914 1924 (von der 2-Pfg.-Germania- bis zur üO-.Millfurden-Marke) mit allen Nebenausgaben. Provisorien und Dienstmarken in guter photographischer Wiedergabe auf bestem Kunstdruckpapier. Das Werkelten, das in der neuen verbesserten Ausgabe 60 Seiten umfaßt, stellt eine interessante Chronik über eine hinter uns liegende schwere Zeit dar. Der Preis beträgt 1 Mark. Mit dem Gefühl kommt er freilich von dem angestammten Judentum nicht los. Die Dialektik, welche hier hervortritt, ist begründet in der allgemeinen, Heine ganz und gar beherrschenden pialektik von Rationalismus und Romantik. Der Rationalist Heine, der dem modernen Denken zugevvandt ist und sich seiner als Hilfsmittels immer wieder bedient, erkennt in l.uthers Reformation die Geburtsstunde dieses Denkens und folglich im protestantischen Christentum den eigenen geistigen Wurzelboden; der Romantiker Heine kann sich vom Judentum, dem er körperlich und seelisch entstammt, dessen schweres, Icidvolles Geschick sein Herz immer aufs neue rührt, nicht loslösen. So ist es denn Heine schon bald nach der Taufe nicht recht Wohl. Bereits ein knappes halbes Jahr nach dieser, am 9. Januar 1626, behauptet er in einem Brief an Moses Möser, sie zu bereuen. Nicht jeinmal die erhofften äußeren Vorteile vyollen sich cinstellen. Auch muß er crlelten, was keinem getauften Juden erspart bleibt, nämlich daß er für die anderen doch immer der Jude ist und bleibt. Dies beweist ein weiterer .Brief an Moses Moser, der vom 8. Juli 1826. Man braucht gar nicht Heines so ausgesprochen dialektische Natur zu haben, um *auf diese Weise in die Dialektik hineinzugeraten, sogar in eine doppelte, in eine solche sowohl zu den Juden wie auch zu den Christen. Wird von dieser Diu- . ■ ■ ■' lektik überhaupt kein Jude verschont, der Anschluß an die nichtjüdischc Kultur sucht, so ist das bei dem getauften erst recht der Fall. Fs handelt sich übrigens nicht bloß um eine Dialektik zwischen Verstund und Gefühl; sogar in Heines gefühlsmäßige Finstcllung zum Judentum selbst dringt die Dialektik ein. Sein Gefühl läßt ihn Zwar einerseits von der Religion, in die er hineingeboren ist, Glicht los; aber dasselbe Gefühl stößt ihn andererseits auch V'icde^x vom Judentum zurück. Grosse Kapitalien FÜR ERSTKLASSIGE HYPOTHEKEN HABE ZU GÜNSTIGSTEN BEDINGUNGEN ANZULEGEN ADOLF BEWALD -BERLIN W 8 JÄGERSTRASSE 61a ’ TELEPHON: MERKUR 4635-37 Juwelen, Kein Laden J©IIl? 2 ITT EL Lager moderner Juwelen - > Perlketten und Vergrößerungen Umarbeitung alter Schm-uckstücke nach neuesten Entwürfen Eigene Fabrikation GEGRÜNDET 1870 * BERLIN W8 FRANZÖSISCHE STRASSE 46 / HOF H -ffoi |elM timmiüäfdiß Berlin. \v C liarlo tie ns trasse 05 Iftontanla $jadc[*gef«ütoaf t für Vof?(e,'Hofc» und Rtbcnproduktt m b. Ctjaclottenburg 2 Unefebedtftr. 5 Telephon: Sleinpl. 9412/H fagerplatj: (Li)ad., Äm Spreebord liefert Sdjtneljfeoks, i Siedler Brillen