Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1929-09-01 · 6 (9.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
9 (1929-1930)
Issue
6 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4885084-6352725-6352914--0905-4885939
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

I VN derBEBU OGENUORB BERLII^ ^62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 9. JAHRGANG SEPTEMBER 1929 , NUMMER 6 Erweiterung und Vertiefung der Logenart>eit 1,, 1 Von Br. Ernst Mosevius (I). R. I..). Die stolze Freude, die wir im Gedenken an das bald fünfzigjährige Bestellen des Ordens in Deutschland empfinden, an seine gewaltige Ausdehnung, seinen Einfluß auf die seelische und geistige Entwicklung des einzelnen, sowie die soziale Arbeit, die der Orden zu leisten berufen war, darf nicht nur ein Gefühl der Befriedigung über Erreichtes in uns auslösen, sondern muß uns anspornen, Mängel, die sich zeigen, zu beseitigen. Diese Mängel sehe ich weder in der Struktur des Ordens noch in seinen letzten Zielen, beides dürfte nach menschlichem Ermessen ewigem Bestände angemessen sein; jedoch glaube ich, daß die neuen Zeiten uns teilweise neue W ege vorschreiben, um zu unseren alten Zielen zu gelangen. Es ist bekannt, daß der Orden in Deutschland in den letzten Jahren nicht genügend Zuwachs an jungen Krüftpn aufzuweisen hatte, ein Abbröckeln der Bruderzahl ist in den, meisten Logen deutlich erkennbar. Daß im Zusammenhang mit dieser Frage in einer großen Zahl von Logen in gewissem fpinne eine Krise des Führerprohlcms eingetreten ist, sei hier nhr deswegen erwähnt, um die Bedeutung der Frage recht hervortreten zu lassen. W oran liegt nun diese j Einstellung der Judenheit einer Gemeinschaft gegenüber, die djen idealsten Zwecken dient? Sind unsere Ziele nicht mehr zeitgejmäß oder ist die heutige Judenheit nicht mehr in gleichem Maßcj idealem Streben hingegeben wie frühere Generationen? Letzteres dürfte ohne weiteres verneint werden können, allein die jüdische Jugendbewegung mit ihren hohen Zielen zeugt vom idea|cn Streben unserer Jugend. Zwei Momente koknmen m. E. in Frage, die ernster Betrachtung bedürfen. Zunächst ist die wirtschaftliche Lage des heutigen jüdischen Mittelstandes, de^ ja im allgemeinen das Lo^cnkontingcnt stellt,;zu berücksichtigen. Vor dem Kriege gab es eine große Anzahl jüdischer KauTleute und Akademiker, denen der Logenbeitrag eine überhaupt nicht fühlbare Betastung ihres Etats bedeutete. Diese gehobene Mittelschicht ist wirtschaftlich zum überw iiegenden Teile zerschlagen, ihre (Jeherbleibsel können in den Logen teilweise ihre Beitragspflicht nicht mehr erfüllen. Die Kppitalbildung ist derart erschwert, daß lange Zeit vergehen wil'd, bis diese Mittelschicht sich wieder in ausreichender W'eise konsolidiert haben dürfte. Aus diesen Kreisen kann daher m t einem nennenswerten Zuwachs zu den Logen nicht gerechnet werden. L'nd doch gibt, cs speziell in Berlin eine große Zahl! jüdischer Männer des Mittelstandes, die zwar geistig eingestellt dische Beamtenschaft, sind, sich aber aus wirtschaftlichen Gründen scheuen, einer Lo,?e beizutreten. Gemeint ist hier die jüäußerst wertvoll, dennoch in unseren Reihen nicht zu finden ist. Verfasser kennt eine Anzahl derartiger Kandidaten, die bei einem Einkommen von (KMfO bis!)()()() UM. es nicht über sich bringen, die Belastung, die die Loge in wirtschaftlicher Beziehung von ihnen verlungt, auf sieh zu nehmen. Da es sich im allgemeinen um ein in geistiger und sittlicher Beziehung ausgezeichnetes Material handelt, so muß versucht werden, dieses Material für uns zu erfassen. Der jüdische Lehrer, Verwaltungsbeamte, Richter gehört zu uns, die geistige Bereicherung, die uns gebracht wird, rechtfertigt sogar einen niedrigeren Logenbeitrag. Denn darum handelt es sieh,, schließlich, die Logenbeiträge unter Umständen ermäßigen zu können, ohne das Odium der Zweitklassigkeit, zu schaffen. Vielleicht ist cs zweckmäßig, eine besondere Beitragsstufe zu schaffen und in diese nur Männer zu nehmen, deren wirtschaftliche Zukunft durch Pension usw. gesichert ist, in diesem Falle ließe sich die Maßnahme sogar wirtschaftlich begründen, da ejn Eintreten .der Loge für diese' Brüder resp. ihre Angehörigen nicht in Betracht gezogen zu werden braucht. Geändert werden müßten zu diesem Zwecke die Vorschriften über die Kopfbeiträge an, Großloge und Organisationen, doch sollen diese mehr organisatorischen Dinge, an denen der Vorschlag'nicht scheitern w ird, hier nicht naher erörtert werden. Neben dieser „Erweiterung der Logenarbeit“ auf wertvolle, uns bisher abseits stehend« Kreise durch Beitragsstaffelung, glaube ich auch eine „Vertiefung“ unserer Arbeit propagieren zu müssen, weil ich glnuhc, daß durch eine Vertiefung in einer bestimmten Richtung die junge Generation stärker als bisher an unsere Idee gefesselt werden kann. Mag im allgemeinen sicherlich von der Logenarbeit das Wort gelten: „Wenn Ihrs nicht fühlt, Ihr werdets nicht er- MITTEILUN6! Die Bibliotheksbenutzer werden um pünktliche Innehaltung der Leihfristen für die entliehenen Bücher gebeten. Wir bitten'dringend, auch ohne zeitraubende und Kosten verursachende Mahnungen die Bücher bei Ablauf der Leihfrist zurückzugeben. DER BIBLIOTHEKS-AUSSCHUSS OSTBERG die zum überwiegenden Feile zwar 'Vf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.