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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1929-08-01 · 5 (8.1929) · p. Seite 89

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
9 (1929-1930)
Issue
5 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
Seite 89 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Seite 89 Wulfen. <lcn Fay einen, j Gläsern, Mosaiken, «len (lew ändern und Münzen. dem Schmuck und /derart, die, aus illlen /eiten, von allen Orten liier ziisuinmcngcknnimcn, an «len W änden hängen, aal Sockeln stellen, lijnlcr Geländern uufgereiht, in Vitrinen klassili/iert. numeriert, etikettiert sind denke ich, «lall dieser oder jener meiner Ahiitjn einen oder de.i anderen dieser Gegenstäude gesellen, berührt, gchaudhubt oder hew lindert hohen ■ nag, air dem Ort, /u <|cr Zeit seihst, wo er angefertigt wurde iiir den (iehrauch.!'ü|r die Arbeit, zum Schmerz oder zur Freude der Menschen.' i Dieses ciscnbcscbliigcnc Tor. zwischen den zwei Pappeln, in dem goldenen Itahijien. es ist «bis Tor der Synagoge von Genf. in die mein Valor eintrat, um zu heten. Lud hier die SihilIshrücko iiher «Ich Hlicin: mein Grobvater ist in llüningcn über den Ithein gekommen. Lud dessen Grobvater, wo lebte er? \ ielleicht sah er, verträumt «len mystischen Zahleii der Kahhala nachsinnend, |lurch die verschleierten Scheiben seines Fensters diesen Schlittel! über dyn Schnee Deutschlands oder l’olcns gleiten? Lud der Grobvater des Grobvalcrs seines Grobvaters? \ ielleicht war er «ler Mann, «1er in licmhrundts Amsterdamer («hello < iese Goldwage hält. Filier meiner Alinyn mag aus diesem Weinglas getrunken hohen, als er nach «lei- Stunde hei seinem Lehrer Itaschi aus der Schule von Troycb heiinkehrte; einer meiner Ahnen mag sich auf diesen’ mit Jaldc ausgelegten l.ehnstiihl gesetzt haben, wenn ein Sultan ihm seinen Puls zu fühlen gab; einer meiner Ahnen niaft dieses Kreuz aus Kastilien gesehen haben, das ein Mönch trug, als er iln zum Scheiterhaufen begleitete; einer meiner Ahnen mag ge diese Hüstung trug, .s« ine Kinder nieilerritt. Hat ein anderer «lese Fcslernkrone von einem Wilden aus Amerika erhalten? Hat ein anderer diese afrikanischen Flfenhcinschnitzcrcicii, «liese chinesischen Scklcngcw ehe an den «les Amur erhandelt, um sie an den Illf-O o«h llt, lll.sv IIIIIV/.V i v LTerff «les K< Gestaden «les (langes zu verkaufen? sehen haben, wie der Kreuzfahrer, der oder an den Lawinen Venedigs wieder Liner von ihnen pflügte die-Fbcno von Suron mit diesem im Feuer gehärteten Pflug; einer' von' ihnen stieg mit diesen geflochtenen Körben zum Tempel empor, um seine Feigen als (iahe dnrzubringen. Diesen Titus aus Marmor, als er noch Fleisch und lilut war, hat einer meiner Almen, verwundet an'Seinen Triumphwagen gekettet, im Zug auf das Forum begleitet; unter, den Füllen «fieses bärtigen Magiers ip «lein faltigen (ievvand, zwischen «len beiden geflügelten Stieren mit Menschenküpfen. hat einer •meiner Ahnen den Staub Baby Ions schlucken müssen;' unter den Hauch dieses Pharao aus Porphyr,, «ler zweirflaclic I liinde auf zwei flache Schenkel legt, hat einer meiner Ahnen sich gebeugt, ehe er den Gurt um den l.eih und den Stock in die Hand nahm, um Moses durch die röten_\\ usser zu folgen; und dieser Götze aus Summir, mit den kreisrunden Augen und «lern eckigen Kinn, ist vielleicht der. gleiche, «len Ahraham zertrümmerte, als er sein Haus in. Chutdäu verlieb, um dem stummen Hilf seines Gattes zu folgen. L’nd ich sage mir: von diesem fernen Vater bis zu meinem eigenen Vater haben mir. diese Väter alle eine Wahrheit übermittelt. die in ihrem Blute mitflob. die in meinem Blute Hiebt; und ich sollte sie, mit nieinc«m Blut, ‘nicht denen, übermitteln, «lie meines Blutes sin«l? Wirst <lu sie empfangen, mein Kind? W irst du sie weitergehen? Vielleicht wirst du von ihr ahfallen wollen. Möge es dann lim einer höheren Wahrheit willen sein, wenn es eine solche gibt. Ich werde dir nicht zürnen. Fs wird meine Schuld sein: ich werde sie dir nicht Übermittelt haben, wie ich sie empfangen hatte. Mögest du es aber nun verlassen oder ihm folgen, Israel wird bestehen bis zu den letzten lagert.“ '■ So spricht der. Dichter, der Bekenner. Jedem, der dieses Buch noch nicht kennt, kann man keinen brüderlicheren Hat geben als «len: lest dieses Buch, gebt es Liieren Kindern. Fucren Freunden! Fs ist ym Buch vom ewigen Judentum! •) FMmonä Fleg, Warum ich Judo hin. Preis hrosch. l.aORM, Philo Wrlag H. in 1,. II . Koriin. Eine Berliner Mendelssohn-Erinnerung ln der Zeit der \ loses Mendelssohnfeiern werden w ir an die am 1.V Februar liiliii erfolgte Fnthüljung des Mendelssohndenkmuls erinnert, «las ein privates Komitee unter Führung des Br. Moritz Mnnlic mer (I). H. F.) s. A.. des rühmlichst bei gewidmet und im Vorgarten der Berliner Knaben- und Lchrer-Vorhildungsschule in der Groben Hamburger Strubc errichtet hat. Br. Fhrcngrobpräsident T i in e n- «I o r I e r hat im Aufträge «les Komitees «las errichtete Denkmal «lern Vorstunde «lor Jüdischen Gemeinde, dem er damals selbst angehörte, zur Obhut mit einer Ansprache übergehen, aus der hier einige Sätze folgen mögen: „W ir Juden «ler h .-utigen Zeit haben Mendelssohn alles zu verdanken. Für uns bestellt die Bedeutung des Mannes darin. der sich mit F.rlolg bemühte, die Juden anzuspip-ncn, an den allgemeinen Kullurbestrebungen «les Vol_ kes, unter dem sie ibbten, Anteil zu nehmen und sich als 1 Bürger dieses Volkes zu fühlen. Fr hat in das geistige Ghetto Ficht und Fuft gebracht. Die Bücher des mosaischen Gesetzes und der Psalmen hot , er seinem Volke in reiner deutscher Sprache dar; in ihrer eigenen Seele sollten sie das Band empfangen, das den Ju«len| und den Deutschen verbindet, und aus ihrer eigenen Fc.bens- «plelle sollte ihnen zugleich der Strom deutschen Geisteslebens Hieben, sic laben und stärken. Wir haben «las Denkmal aufgestellt in dem Vorgarten der jüdischen Knabenschule und der jüdischen l,*hrerbildungsanstalt. fsl denn nicht diese Schule selbst ein WerJt Mcmlelssolins. und kann man ihm den Dank inniger und herzlicher VERBAND DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. Am Sonntag, den 22, September d. J, vormittags 11 Uhr findet im Großen Tempel -des Logenhauses Kleiststraße 10 eine M ENDELI|SOHN -FEIER j statt. Die Festrede wird Bruder. j Rabbiner Dr. Max Wiener halten ' j

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