Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 4 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite. 72 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. Nr. 4 laufe seiner mehr als zw an/ia jähriacn I.nRcnzuRcluiriahcil nullt mir verschiedenen iiridk-i'i und kleinen I.oaen aiiiieliört. Mindern Nt aiuli auf seinen \ nrlrausreisen sehr oft in fremde I.orcii hineineekommen und hat <lnrt seine Beobachtiinaen ’imtiheii können. kr hat nicht nur. vor allem in früheren /.eilen; die Ihnlihlüte der \ ereinsmeierei in den l.oaen erlehl. sun- «lern auch vielfachen l.hrjtei/ sich hreitmachen sehen ■ und die Steitterune würdia. /vürditjer. am würdigsten in s« viel I onarten sprechen hören, dal' ihm vor diesem I.itelkeitsniarkt mehr als einmal anast und lianae al‘",,rdenist. Trotzdem ulauht er. daö ilie l.uaen. so wie sie sind. mit diesen Formen, dieser l.iluraie und diesem Dienste nicht nur objektiv /u rcIten hahen. sondern auch von höchster individueller (ieltuna liir das .fudentum. besonders <las deutsche sind. Denn sie haben als stärkste /.uakralt in das jüdische l.ebcn wieder <las hinciiiRchrncht. was die Sv naaoae in ihrer modernen I ntw ickbina verloren hat: Mitarbeit und RCRcnsciliRcs \ cranlvvortüna'aelühl. Sie haben vor allem für die im .ludentuin nicht mehr tielverankerten Glaubcnsacnosscn eine Stelle liest hallril. die man wohl nicht rcliaiüs. aber doch ..i|uasire!iuios*1 nennen kann. Der I.naentcmpel ist /war nur ein Surrnant. ijber ein aar nicht so übles Surroaat für die moderne Sv naaoae kine bestimmte Schicht <Ies .IndemIlms, die sich von xlen anderen Schichten dadurch unterscheidet, dal' sie im Besitze besonderer materieller Müalivbkcilen ist. hat sich einen Ort uc'i hallen, an dem sie sich voll und ean/ attswirken kann, und /war itn aulen Sinne. Das bew umlernswerte \\ ohllahrlsvverk unserer l.oaen.'dic Kinderheime. <lie Altersheime, die l Ittel stüt/unesloiids. die tütiac lirtulerhilfe im l alle dci niatciiellen Not otler ailr des /usanimenbruchs. sind allein ein cin/iaei v olluiiltieer Beweis, dal' hier autc \rbeit aelcistet wird, ks uiitcrlieat wohl keinem Zweifel. dal' die l.nac bei uns .luden prozentualiter viel, viel mehr Menschen erfaßt und niilit losbiiu aN es in dvy nuhljiidise-heil Well <Ier lall ist. I ml das isi wieder ein Bdvvcis. dal» für die aeiianntc Schicht doch das Bedürfnis nach einer ..Gchohc'nhcit der kebensfüliruna“ enls|>rechend aroher ist als itn nichtjüdischcn kaaer, das sich vielfach mit dem Kcaclkluh. dem Sportklub, wenn nici.t uar mit der' Bierbank beanüat. Mit1 einem Worte: Die koaen bilden ein schönes Beispiel, wie eine uralte Gemeinschaft nach Jahrhunderten noch von den Tuaendrc.sten der Väter zu /.ehren versteht. Denn das, was wir im l.oaentempcl erleben, sind tvpische Tuaendrcstc. siml die letzten Düfte uralter lrümniiakcit, und die l.oae verhält sich zur Sv naRORc alten Formats so. wie sich ein Mensch, der seine Kltcrn verlor, zu den KriiineruiiRcn seiner -hiRcnd verhält. Man findet oft in Familien, in denen wohl eine höhere Geisliakeit aber keine Reliaion mehr .zu Hause ist. eine Pietät.von solcher Stärke und hehendiakeit. daß sie noch für Generationen vorhält. Aber Pietät ist keine RcliRion und ebenso ist der l.oaentempcl auch kein richtiacr Tempel, ks ist »ehr schade, daß im ullRcincincii orthodoxe Kreist sich dem l.oacnlchcn fernRchaltcn haben. Ich für meinen Teil stehe auf dem Standpunkt, daß Rcradu die besonders jüdischen Menschen »1er I.orc bitter nottun und alle liiiicijiRchen sollen, denn durch sie wird der /iisammcnhnna mit dem Jut^cntum Rvwahrt. Würde man die l.oae Ri,n/. allein »lenen überlassen. die in ihr den vv illkommeiien krsatz für abaebautes ■ludentuin fühlen oder sehen, so würde das I.uRcnlcbcn bald in kcthai'aie versinken, denn man kann nicht immer nur vom Dulle einer leeren Vase leben un»l aiuli TtiRcmlreste un»l I rönnniakeitsreste aehen endlich einmal zu l'.nde. W ohltätiakeil. Bruderliebe und kintracht. die »Irei großen Worte unseres Ordens. sin»l Rleichzeitia der Rahm des .hulentiims. .Jeder wirkliche, im Jüdischen tief verankerte Mensch und - Jude hriitRt in - die l.oae zum Rahm noch die Milch hinein, die ante Mährmilcli der Väter, aus deren kel>ens<|iielle wir alle Rctrunkcn Italien, trinken und weitertrinken wollen zu unserem eittenen Wolde und. wenn es so ist, sicher auch zum Wohle unseres geliebten'Orden». Aus dem Verband der Berliner Logen U.O.B.B. Die Sitzung de»* Verbände* der Berliner Logen um Mittwoch. dein 12. Juni uar vollzählig \<ni Stilen Berliner 1 .ogen be*i hiebt. \ls besonder* erfreuliehe 1;it*;iche i*t her* \«>i/uIkIk‘M. dab auch die würdige MonteliniV-Loge vertreten « wji*. Die*c Loge bat ihre Bedenken gegen die .Statuten de* Logcn\erbande* zurückge*telli und best blossen, dem l.ngenverband beizutreten. nachdem einige \enderungen de** »Statut* genommen waren. ‘ / Nach den Statuten de** l.ogeiiverbande* hätte eine Neuwahl de* engeren \ or*tande* *tatll»nden und der \ or>itz «tut eine andere Loge ül>ergelien mü**eh. Alle Anwesenden waren darin einig; dal' nach dem kurzen Bestellen de* Logeiner* bände* noch keine Änderung in den I*er*onen dir* engeren \ or*ian<lv* eintreten dürfe, zumal der \ or*tand er*t einige Monate *ein \mt ausgeübt batte. L* wurde daher der alte \oiMaiid. soweit die betreifenden Brüller dem \ erhand der Berliner Logen noch angehören, auf ein weitere* Jahr bestätigt. Der Uedaktionsau*si]nii' der hoihw. (»riddoge hat den* I düph de* deutschen Distrikt* die M»ic(ü mitgeteilt, in einer der nächsten I estnummern da* Thema: ..L o g e n h e i in und 1. o g e n i n * i g n i-e n** zu behandeln. Xu diesem “/.wecke werden Mitteilungen erbeten, oh die Heime der deutschen Logen PIE BIBLIOTHEK de' Berliner Logen U.O.B.B. bleibt vom 15 Jj bis zum 1. August 1929 geschlossen Der Bibliotheks-Ausschuß Hugo Osti c.g. Vorsitzender besondere Charakteristiken uufvveisen, oh «lit-scllicn für »bis jüdische l.clicn auch außcrhalh der l.oaen von Bedeutung sind, mul schließlich, oh in den koRcnränmcn besondere Insignien angebracht sind, sowohl solche allgemeiner, als religiöser oder ordensmüßiger Art. Lin diese Frage erschöpfend zu be- .1111 worteil. wurde ein Son»leransscluiß. ans den Br. Br. K\- präsiilcnten Salli K i r » e h s t e i n (.1. F. k ). Hugo W ittenberg (.1. K. I..). Karl M. B a e r (T. J. k.) I)c»telien»l. gebildet. I .in anderer in dieser Sitzung cingcsctztci Sonderausschuß. <Ier aus den Br. Br. Siegfried Hirsch (J. II. Iv) Präs. Karl R u s e n t h a I ( A. G. k.) Präs. Allred W iener (M. k.) - »Prä». Josef Hirsch (J. F. k.) besteht, erhält »lie Xafgalie. «len Berliner l.oaen- Vorschläge für die A u s a e » t a I t u n g einer piin eins a m e n M e n - «I e J s s o Ji n - I e i e r zu unterbreiten. . Von »ler Mitteiluna -des B. G. A., »laß der \ orsitzende »les \ erbandes «ler Berliner l.«iRcn »lein \ orstamle des Ber- Iiner Gemeinsainei) Ausschusses kraft Amtes angcfiörcn soll, vurde dankend Kenntnis genommen. Der \ erlia d »ler Her* lind-r l.oaen erblickt jn »lieser kntsehließuna ein /.eichen des Wan»«lies nach crlnlgrcit her /.usaitimcnarbci! I>ci<lcr Körperst halten. I.in .Suhveiilioiisaesin.li «les Reivhsbunds Jüdischer Front-