Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 3 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 54 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.BiB. Nr. 3 Die Einweihung des zweiten Erweiterungsbaues unseres Logenheims Am Sonntag, dem 12. Mai 1929, fand die feierliehe Einweihung des Erweiterungsbaues unseres Logenheims statt. Der lest lieh geschmückte Betsaal war ton einer großen Anzahl Min Brüdern und Angehörigen liesucht. Außer den fast Noll/älilig erschienenen Bewohnern des Heims bemerkte man die Mitglieder des Vorstandes, des Kuratoriums und der I.ogen- Lorperschaften. f Violinvorträge des Br. Alfred Wittenberg leiteten die l eier ein. \ame.ns tles Kuratoriums hielt Br. Kvprä.s. Salli K i r s e h s t e i n die erste Ansprache. Br. Rabbiner Lmil U o h n hielt die W eiherede, an die sich die -Ansprache des Vertreters "der liochw. Großloge. Br. Vicegroßpräsidcnt Benno \\ alter, schloß. Br. I.vpräs. Siegfried L Ile. der zweite Vorsitzende tles Vorstandes, erstattete einen Bericht über die Entwicklung des l.ogcnhcims. l.r erinnerte an den Besuch des liochw. Ortlensprasidenten. Br. Cifhen aus Chicago, der, als er das Heim lresiulite erklärte, daß. wenn auch Meere. Sitten und Sprache uns trennen, dieses Werk echter, wahrer Bruderliebe uns mit allen Brüdern eng verbindet: einerlei, in welchen Zonen sie dein Werke unseres Ordensdienen. Br. Fräs. Mannheim ül>erbraihte die Glückwünsche tles \ crhandcs der Berliner Bogen U. O. B. B.. die Init Freiid5vund Genugtuung auf diese Schöpfung blicken und ihre weitere Entwicklung mit ihren Segenswünschen begleiten. Br, Bxpras. Aronsohn, der Vorsitzende des Vorstandes, dankte mit warmen Worten lür die Anerkennung, die tlem Werke tles Vereins Berliner Bogenheim L. O. B. B. (L. V.) gewidmet wurde. Aus der fülle der Ansprachen bringen wir nachstehend die uns gütigst zur Verfügung gestellte Rede des Vorsitzenden des Kuratoriums. Dr. Extras. Salli Kirschstein, int Wortlaut: ' Liebe Schwestern und Brüder! Line beglückende Feierstunde ist für uns angebrochen; ich danke Ihnen allen herzlich, die Sie an dieser teilnehmen. Cm das Beglückende dieser Stunde ausströmen zu lassen aul die Tätigen und alle .Mithelfenden und durch Sie. meine Verehrten auf den weiten Kreis unserer Brütler und Schwestern. •* haben wir uns nach einigem Zögern zu dieser Weihel'eier entsi hlossen Nach einigem Zögern, denn das W erk, tlas hier vollendet ist. ist ein kleines Tunin dem großen tles Weltgeschehens, es ist ein engbegren/tes Stückchen Arbeit in dem ungeheuren Ringen der Zeitgeschichte und doch, es ist ^nelir wie Gütersi hallen weil es sich als-ein Gutes-Tun erweist. Ls ist ein Zeichen der Brüderlichkeit, das wir hier errichtet haben es ist ein Denkmal der l.ielte zu den Menschen. ln solcher Wertung stellt diese Feier nicht am Lude eines Wirkens, nicht als ein Abschluß heute vor uns. sondern ist immer wieder ein neues Beginnen. So soll diese Feststunde uns Antrieb sein zu stets erneuter Leistung auf dem gleichen Wege Meine Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder! Als mir die Freude znteil wurde, jetzt vor acht Jahren es war im Mai des schweren Jahres 1921 dieses Haus in Seiner ursprünglichen Gestalt dem jetzigen Mittelbau dem Zweck zu iiliergeben. Brüdern und Schwestern unserer Logen ein frohes . und friedliches Ausruhcn nach langer Lebensarbeit zu gewähren, da waren noch sehr viele unter uns zaghaft und kleinmütig ob es gelingen würde, das begonnene Werk durchzuhalten und lortzuführen, und in treuem - Lrinnern gedenken wir in dieser Stunde liesonders der verstorbenen lieben Brüder: Lugen Lichte n s t e i n. Max Stein. Adolf lloscnbau m, Josef C h a i m, Moritz Hamburger und all der anderen, die uns mit Rat und Fat in jener schweren Zeit des Beginnens mitgeholfen lialien. Vier Jahre schwerer, aufbauender Arbeit folgten, aber mit ihr wuchs unsere Kraft, unsere Leistung und unser Selbstvertrauen, und schon im Mai 1925 konnte ich von dieser Stelle aus den ersten F.rvvcitcrungsbau unseres Heimes der gleichen Bestimmung üliergeben. Und dankbar wollen wir hier die ganz besondere Leistung des Bruders Brasch erwähnen, der mit unendlicher Mülle sich als Vorsitzender tles Vorstandes damals mit seiner ganzen Kraft für diesen ersten F.rweilerungsbau einsetzte. Der F.rlolg. den unsere Leistung hatte: „a r b e i t s m ü d e Menschen durch die Schwefe der Zeit lebensmüde gewordene wieder zu frohen, glücklichen und 1 e b e n s s l.a r - dieser Lrfolg trieb uns cdrückcndcn Zeit wurde rium und Vorstand der k e n Menschen gemacht zu haben“ vorwärts und unter dem Zwange der li schon ain 25. April 1928 vom Kuratdi Beschluß gefaßt: den zweiten Erweiterungsbau zu errichten. Lnd heute, kaum mehr als nach einem Jahre, ist das Haus Icrlig, und ich spreche im Namen des Kuratoriums und Vorstandes den Br. Br. Baumeister Julius Lichtenstein und Rcg.- Baumcister Bloch unseren Dank aus für die Mühe und Arbeitsfreudigkeit, mit der sie dieses Haus errichtet haben. laisercn besonders herzlichen Dank den Br. Br. Reg.-Baumeister Bärvvald. Gemeinde-Baumeister Baer und Dr. Vlax Lew. die uns bei dem Bau und vier Linrichtung desselben in uneigennützigster Weise mit ihrem Rat zur'Seite gestanden haben. Lnsereii Dank und Anerkennung der Baufirinu, den Bauleitern und allen Arbeitern, die an dein W erk mit größter Leistungslreude milgewirkt haben. Unseren Dank den Behörden und allen Einzelpersonen. die sich um die Vollendiyig des Hauses verdient gemacht haben. Ihnen,.meine lieben Brüder und Schwestern vom Vorstande und Ihnen, sehr geehrte Frau Oberin, brauche ich nicht zu danken. Sie haben mit einer Unermüdlichkeit, mit einer Aust dauer. und besonders die beiden V orsitzenden, mit einer Hingabe gearbeitet, die ihren Lohn und Dank nur in der herzlichen Freude finden kann, die Sie an dein von Ihnen mitgeschaffenen Werke tagtäglich erleben. Ich aber gebe aus tiefbewegtem Herzen dem Wunsche Ausdruck. «laß das, was der VV ohlfahrtsvville der, Brüder und Schwestern hier geschaffen hat. was brüderliche Gesinnung, er richtete uifiTerhält* daß es bestehen möge durch gegenseitige Achtung, durch freundliche und friedliche Gesinnung und so ein Merkzeichen sei, würdig des Unabhängigen Ordens B. R.. «laß es sei und werilc für alle Zeiten ein Haus des ITiedc.'is und der Linlrachl. Diesem aus tiefstem Herzen kommenden heißen W unsche lassen Sie mich noch einige Grußworte liinzulügcii an Sic, meine Brüder und Schwestern, in diesem. Heim. Meine lieben Schwestern und Brüder! Noch singt und klingt in uns das Jubellied tles Os joschir Moscheh. «las wir am vorletzten l’cssachtag vernommen haben, noch klingt das Jubellied von der Befreiung aas schwerer Frohnarheit, ans hetlrükkender Skia v er ei des Alltags in uns nach ein solch beglückendes Gefühl des Freigewordenseins nach langer, oft erdrückender Lelicnsarbeit nach Kumpf, Mühsal und Unruhe, ein solch beglückendes Gefühl kann, wird und sollte auch Sie, meine Brüder und Schwestern, erfüllen, die Sie hier in diesem Hause ein Ausruhen finden, eine neue, frohe, freie Heimat, in der alle, die dazu berufen sind, sich mit ganzer Kraft und mit steter Ilingalic bemühen. Ihnen ein friedliches Lebensalter zu schaffen Doch kaum ist das Lied der Freiheit aus körperlicher Not und Bedrückung verklungen, und schon legt die Natur, «lie ewig alte Natur, in ihrer ewig neuen Jugend ihr prächtiges Kleitl an für das Fest der Offenbarung, das Fest der geistigen und seelischen Befreiung —. Das sei uns Sym-