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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1929-05-01 · 2 (5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
9 (1929-1930)
Issue
2 (5.1929)
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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derBEßUNE ,0€ E N UO BB BERLIN W 62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 9. JAHRGANG MAI 1929 , NUMMER 2 Epilog zu den Wahlen Von Br. F.xpr. VV illv Colin S|>. I.. I Nun sind «lio Wahlen wieder einmal glücklich vorüber, •lede Loge hat ihren neuen Bcamtenrat, und alle Brüder sehen erwartungsvoll dein kommenden Termin entgegen, der endlich den rechten Mann auf den rechten Platz stellen und alle Hoffnungen erfüllen soll, die man so oft schon in die l iefe seines Herzens hat versenken müssen. Aber wenn man weiß, wie es manchmal bei den Arbeiten des Yorwnhlnusschusscs zugeht, regen sich doch bange Zweifel. Damit soll den Brüdern kein Vorwurf gemacht werden, die in mühevollen Beratungen die Aemler zu besetzen versuchen, und deren Arbeiten durch die (■leichgültigkcit vieler Brüder, die ihre Bequcinliclkcit lieben, und durch die unter den wirtschaftlichen Verhältnissen begrenzte Zahl geeigneter Kandidaten außerordentlich erschwert wird. Hierunter wäre mancherlei zu sagen. Heute möchte ich nur auf einen Punkt ringelten, der mir besonders wichtig zu sein scheint,- aber wenig oder gar keine Berücksichtigung findet. Krst am Tage vier Nominierung erführt der künftige Präsident die Namen der anderen Beamten. Kr muß versuchen, sich auf dieselben einzustellen, denn er soll ja mit ihnen ersprießliche Arbeit leisten. Alle Verantwortung für das Geschehen in der I.oge auf irgendeinem Gebiet trügt der Prüsident, und doch hat er, so wie jetzt die Verhältnisse liegen, auch nicht den geringsten Kinfluß auf die. Zusammensetzung des Beamtenrates. Niemand fragt danach, ob die Voraussetzung - für ein ersprießliches Zusammenwirken in den vom \orvvahlausschuß ausgesuchten und von der I.oge erwählten Mitarbeitern gegeben sind. W oher nimmt die I.oge den Mut, den Präsidenten mit einer ungeheuren Verantwortung zu belustcn, ohne ihm Gelegenheit zu geben, sich die Mitarbeiter zu wählen, die seine hiustcllung zu den wichtigen I.ogenfragen teilen und sich durch eine gewisse innere Verbundenheit mit dem Präsidenten zu besonderem Kifcr angespornt fühlen? Denn cs ist nicht nur die l.ielie zu der I.oge und die Begeisterung für deren Ideale, die die Arbeit der Beamten fördert, sondern es spielen dabei auch Imponderabilien mit, die in den persönlichen Beziehungen dieser verantwortungsvollen Brüder zueinander liegen. Sollte es nicht eine Möglichkeit geben, diesen Krvvägungcn in irgendeiner Form Rechnung zu tragen? Ich kenne die Schwierigkeiten sehr genau und weiß, daß manches dagegen spricht. Ks ist ja aller auch nicht notwendig, daß der Präsident, wie es bei den politischen Körperschaften eines parlamentarisch regierten Staates der Full ist, seinen Beamtenrat bildet, mit ihm vor die I.oge tritt und um das Vertrauen der Brüder wirlit. Das könnte vielleicht zu dent Versuch unzulässiger Beeinflussungen, zu Fraktionsbildungeil und duinit zur Lncinjgkeit untejx—deil Brüdern führen und so dem Wesen des Ordens widersprechen. Aber eitlen gewissen, wenn uueli noch so kleinen Kinfluß auf die Zusammensetzung des Bcamtenrutes und der Ausschüsse solltepnari dem knpimenden Präsidenten billigerweise einriiumen. Natürlich kann' man auch dugegen einwenden, daß rine Al/lchnung vier unter Mitwirkung des Präsidenten vorgcschlngcne’n Kandidaten durch die I.oge der Stellung des . Präsidenten abträglich sein müßte und dieser vielleicht gezwungen wäre, daraus die Konsequenz zu zielten, sein Amt wieder zur Verfügung zu stellen. Aber ein verantwortungsbewußter Präsident wird das Votum der I.ogc höherstellen und durch die Ablehnung dieses oder jenes Mitarbeiters nicht gleich in seinen heiligsten Gefühlen verletzt sein. Davon ist seine Stellung nicht abhängig. Kr schafft sie sieh durch seine Leistungen. Ich sehe keinen großen Schaden darin, wenn die I.oge die Ansichten ihres Präsidenten nicht imruyr teilt, und wenn Sich . dieser der Kritik der Brüder stellt. Für das Dogma der Lnfehlbarkcil und Gottähnlichkeit des Präsidenten habe ich noch niemals etwas übrig geliuht. Kr soll für seine Anschauungen kämpfen und durch die Fat und den Krfolg ihre Richtigkeit erweisen. Das bringt Bewegung in die Geister und Gemüter und dient dem Fortschritt mehl4, als wenn die Brüder in gottgewollter Abhängigkeit’ alles über sich ergehen lassen müssen. Damit würde auch , die Lethargie-'gebannt werden, »lie sieh so oft lähmend über die l.ogcnsitzungcn legt, und manche abseits stehenden Brüder' würden der' Loge wiedergewonnen o Mitteilung Durch b e h ö r d 1 iche Verfügung ist dem Büro der Berliner Logen U. O. B. B. die Sonntagsarbeit untersagt'worden.'Das Büro ist daher von jetzt ab an den Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Der Auaachuft für die gemeimamen Angelegenheiten der Berliner Logen U. O. B. B. .Norden, Vorsitzender

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