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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1929-03-01 · 12 (3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
12 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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i \ BERLIN W 62, KLEISTSTr! 10, LOGENHAUS derBEßUNEBALO€i E N UORB 8. JAHRGANG MARZ 1929 NUMMER 12 / Aus den Berliner Logen <U. O. B. B.)/ Das Eltern^ und Ein Vortrag von Dr. Am Donnerstag, dem 21. Februur, sprach der bekannte Schriftsteller Herr Dr. Alfred Dil bl in, in einer offenen Sitzung der w. Spinoza-Loge über das brennende Zeitproblem ,.Eltern und Kinder“. I)r. Döblin leitete seinen Vortrag ein mit dem Hinweise, daß früher die Beziehungen des Menschen zu transzendenten Dingen größeres Interesse gefunden haben, wiibrend heute die Beziehungen Liebender zueinander sowie diejenigen zwischen Eltern und Kindern im Mittelpunkt des Interesses stehen. Der Hedner behandelt zunächst die elementaren Beziehungen zwischen dem Kinde und seinen Erzeugern. Das Kind haf nicht nur seine Entstehung, sondern ebenso seine Bestimmtheit und Eigentümlichkeit den Eltern zu verdanken. Geburt und Schicksal des Kindes sind in geradezu schreckcnerregcnder Weise miteinander verknüpft. Nicht nur die Disposition zu Krankheiten, sondern auch! Charaktereigenschaften und Talente gehen von den Eltern auf die Kinder über. Wie stark die Bindung des Kindes an das Leben der Eltern ist, geht aus kriminalbiologischen Untersuchungen des Arztes Dr. Lange hervor, der nachforschte, in welchem Umfange hei Zwillingen beide Geschwister kriminell geworden seien. Lange hat bei einem Material von 50 Fällen festgestellt, daß von eineiigen (aus einer Zelle hervorgegangenen) Zwillingen in 75‘‘u der Fälle beide Geschwister straffällig geworden sind, von zweieiigen Zwillingen dagegen nur 23"o. Die Bedeutung der Erbmasse, der Gene, zeigt auch die freilich noch umstrittene Periodizitätslehrc Von Fließ, nach der die weiblichen Perioden von 2it Tagen und die männlichen Perioden von 23 Tagen bei Eltern und Kindern in gleicher Weise wiederkehren. Die Kinder sind aber nicht bloße Summen oder Produkte der Eltern. Die Natur wiederholt sich nie völlig, sondern variiert. Nietzsche hat bereits ausgesprochen, daß jede Mutter glaube, sich an dem Kind ein Eigentum geboren zu haben. Diese Anschauung . ist heute ebenso überwunden wie die andere, daß die Ehe zum Zwecke der | Kindererzeugung geschlossen Werde und daß. es ein Hecht des ungeborenen Kindes auf das Leben gebe.« Zu den gesellschaftlichen Beziehungen zwi- ' sehen Eltern und Kindctn übergehend, führte der Hedner weiter aus, daß durch die Geburt des Kindes aus der Ehe die Familie entsteht. In der Frau wird erst durch das Kind die Mütterlichkeit voll entfaltet. Kinderlose Ehen sind oft Kinderproblem Alfrej Döblin , auch hinsichtlich der Beziehungen der Ehegatten untereinander und zur Allgemeinheit steril. In gewisser Hinsicht können j. kinderlose Ehegatten mit Homosexuellen verglichen werden. Durch das Kind werden häufig die erotischen Beziehungen der Ehegatten bagatellisiert. Dies kommt äußerlich oft dadurch zum Ausdruck, daß die Ehegatten sich auch in Abwesenheit der Kinder1 „Vater“ und „Mutter“ nennen. Bei den Juden ist das Familienleben besonders stark, ausgebildet. Dies wird meist als besonderer Vorzug gepriesen, hat aber auch seine starken Schattenseiten. , Die westjüdische Familie stellt sich als ein Degenerationsprodukt dar. Die F'rauist zum Luxustier geworden; der Mann .erschöpft sich dagegen in der Fürsorge für das materielle Wohlbehagen der Familie und findet keine Zeit mehr für die Beschäftigung mit Kultdrfragen, insbesondere ’ mit transzendenten Dingen. Daß die Ehe als monogamischer Verband kein Kunstprodukt ist, daß die Familie vielmehr der organische Nährboden für dus Gedeihen des Nachwuchses bedeutet, zeigt der sogenannte Ilospitulismus der Kinder. , In Waisenhäusern ent- ' wickeln sich viele Kinder schlecht, während sofort eine Wendung zum Besseren eintritt, sobald sie in Einzclpflege genommen Werden. Dies gilt aber nur für die Entwicklung ' des Kindes bis. zur Pubertätszeit. Nach dieser Zeit ist nach dem Beispiel der Spartaner die Entfernung ded Kinder aus dem Elternhause und ihr Eintreten in den sozialen Organismus zu empfehlen. Unsere, Landschulheime sind erst ein beschei- Mitteilüng Durch behördliche Verfügung ist dem Bürq der Berliner Logen U. O. B. B. die Sonntagsarbeit untersagt worden. Das Büro ist daher von jetzt ab an den Sonntagerl geschlossen.- Berlin, den 8. März 1929 Der Auatchuß für die gemeinsamen Angelegenheiten ‘ der Berliner Logen U. O. B. B. Norden, Vorsitzender

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