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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-11-01 · 8 (11.1928) · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
8 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 232 (sequence 20)
Language
German
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Seite 232 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 8 PP Der elegante trägt Reiserllüle Kontstc 16*« Ha feer Ade« 209 \ US STATTUNGSHAUS BERLIN W6 LEIPZIGER STR 109. Porzellan - Kristall Haus- und KüchenMe Badezimmereinrichfungen 'Nickel-Kleinmobel Fnqidaire Kühlschränke Neu eingeführt: BeleuchfungsKörper Atneing nwienraßsoon und luohnunostauscn W15, Kurfürstendamm 173/4 Oliva 5943 SMd'iWM I Georg Sitberstain 9 Co. I BERLIN SO 36 Reichenberger Str. 154 denen der A. heimisch sei. Allein diese Hypothese läßt sich nicht aufrecht erhalten (vgl. Scheftelowitz, Leviratsehe, Arch. Rel. Wiss. XVIII, ,250ff.). Oie mit einem Todesfall zusammenhängenden Trauergebräuche stehen ebenfalls in keiner Verbindung zum A. (Scheftelowitz, Altpers. Rel., p. 166ff.). Die Auffassung. daß die Seelen außergewöhnlich frommer Ahnen für die in Not geratenen J Lebenden Fürbitte bei Gott tun (vgl. Jer. 13, 1, 31, 15), führte zu einer Art Anbetung solcher Seligen. Der Jude betete an den Gräbern der Stammväter, sie möchten seine Fürsprecher bei Gott sein (Sota 34b). Die Seelen dieser frommen Ahnen ruhen in schlafprtigem Zustande in ihren Gräbern; sie werden abpr durch das Flehen ihrer bedrängte'n Nachkommen am Grabe aus ihrer Ruhe gestört und suchen dann Gott auf, um für sie zu flehen. Zwei sich widersprechende Vorstellungen, die gleichzeitig bestanden, sind im jüdischen Glauben nachweisbar; die ältere-Von dem Aufenthalt der Seele im Grabe, idie jüngere von dem Eingehen der Seele in ein Jenseits. Diese’ Auffassung kommt auch in Targ. Jonath. zu Deut. 31, 16 zum Ausdruck: „Und Gott sprach zu Mose: Du wirst mit deinen Vätern in der Erde ruhen, und deine Seele wird aufbewahrt werden in der Schatzkammer der himmlischen Welt mit deinen Vätern.“ Mit dem ini Diesseits ruhenden Toten kann sich der Lebende durch heißes Fleheu am Grabe in Verbindung setzen (vgl. Scheftelowifz, Altpers. Rel. 171 f.; idem, Altpaläst. Bauernglaube 53 A. 1). Hier liegt die Vorstufe zum Heiligenkult Vor. Wäre der A. im israelitischen Volke noch lebendig gewesen, hätte sich bei den Juden ein ausgeprägter Heiligenkult entwickelt. Jul. Lippert, D. Seelenkult in seinen Beziehungen z. althebr. Religion 18S1; Frey, Tod, Seelenglaube und Seelenkult 1398; C. G r ü n e i s e n , Der Ahucnkultus u. d. Urreligion Israels; Ed. Kö-nig, Gesch. d. alttestamcntl. Religion 1912, 65ff. K. I. S. i Die Vorbereitung der Rncvclopaedia .ludaica hat mehrere Jahre in Anspruch genommen, aber schon ein flüchtiger Blick in den ersten Band zeigt, daß in diesem Kalle wirklich alles getan wurde, um ein Standard work zu schaffen. Die Redaktion, an deren Spitze als Chefredakteure die Herren Dr. Jakob Klatzkin und Prof. J. Elbogen stehen, liegt in den Händen der bewährtesten Fachmänner jüdischer Wissenschaft: wir finden unter den Redakteuren Namen wie: Prof. Brody, Prag: Oberrabbiner Dr. Frei man n: Posen: Dr. Nacham Goldmann, Berlin: Rabbiner Dr. Jacob, Dortmund, Dr.M. Soloweitschik, Berlin: Dr. Torczy ner, Berlin: Dr. WiSchnitzer, Berlin, und andere mehr: zu den Mitarbeitern zählen fast sämtliche namhaften jüdischen Gelehrten und Schriftsteller aller Länder wie auch aahlreiche bedeutende nichtjüdische Forscher. Das gesamte Werk wird 15 Bände umfassen und etwa 4O0U0 Artikel enthalten. Der erst# 640 Seiten umfassende Band enthält die knappe Hälfte der Artikel unter A. .Die Beiträge für dieses Werk sind alle von Grund auf neu geschrieben, aber die Lektüre der Artikel beweist, daß. wenn sie auch in erschöpfender Bearbeitung des gesamten tJnellemnateriaU geschrieben'-sind, sie docn in einer solchen gemeinverständlichen Darstellung gehalten sind, daü sie auch für jeden interessierten Laien 1n Frage kommen. Eine der wesentlichen Eigenheiten dieser Enzyklopädie besteht in ilea-großen systematischen Monographien, in denen versucht wird, die Grunderscheitiuiigen der jüdischen Geschichte und Vergangenheit in erschöpfender Gesamtdarstellung systematisch zu behandeln. Von solchen Monographien, die oft mehren* Bogen umfassen und kleine Werke für sich darstellen, sind in diesem ersten Band einige bereits enthalten, so die Artikel „Abgaben und Steuern“, eine Gesamtdarstellung des innerjüdischen Steuerwesens aller Zeiten und aller Länder und der Artikel «Agada und agadische Literatur“, der Aufsatz .Akademien, talmudische“, in dem ein fesselndes Bild-von der Organisation und der historischen Entwicklung der groüen Pflanzstätten jüdischen Wissens in Babylon und Palästina gegeben wird, in denen der Talmud entstanden ist. Schon diese wenigen Aufsätze machen diesen Baud zu einer unerschöpflichen Fundgrube jüdischer Belehrung für jeden Interessierten, von den Tausenden von Einzelstichworten gar nicht zu sprechen. Die Ausstattung des Werkes entspricht seinem Inhalt. Wohl kaum hat die jüdische Wissenschaft in Deutschland ein Werk von dieser glanzvollen äußeren Aufmachung hervorgehracht. die schon rein äußerlich die Enzyklopädie zu einem seltenen Monumentalwerk jüdischen Geistes stempelt. Es braucht wohl kaum an dieser Stelle auf die außerordentliche Bedeutung des Werkes von den verschiedensten Gesichtspunkten aus hingt%rie*en zu werden. Wer so sehr als gerade der jüdische Lehrer wäre so interessiert an der Verbreitung jüdischen Wissens; wer 'wie er weiß so sehr, daß in dem Mangel an jüdischem Wissen eines tier Grandübel des heutigen jüdischen Lebens za sehen ist, und wer wie er kennt die tausendfachen Schwierigkeiten, der die Verbreitung jüdischen Wissens in Ladenpreisen im Wege stehen. Die jüdische Literatur ist zerstreut in viele Jahrhunderte und viele'Sprachen; ihre Grundwerke sind heute häufig kaum mehr zu beschaffen und vor allein dem* ienigen, der nicht Hebräisch beherrscht, gar nicht zugänglich. Hier in dieser Snzyklopädie liegt ein Werk vor, in dem das beste und das wesentliche des Wissens über das Judentum, das Jahrtausende aufgegpeicbert haben, zusammengetragen und verarbeitet Ist, in dem jeder Jude, der über irgendeine Frage Jüdischer Vergangenheit und- Gegenwart sich informieren will, erschöpfende lelehrung finden wird.

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