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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-11-01 · 8 (11.1928) · p. Seite 231

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
8 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 231 (sequence 19)
Language
German
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i . Nr. 8 MONATSSCHRIFT DER BERLIN ER.LOGEN U.CLBB- Seite 231 ■ --•-:-:-/ *■ Ahnenkult Nachdruck au« der Rncyclopaedla Judalca, mit OenebmiKUDK der Exchkol A. 9. Nähere Ausführungen auf Seife 2t2 A. ist im biblischen Zeitalter nicht mehr geübt worden. „Indes kann man vielleicht Ueberbleibsel aus prähistorischer Zeit nachweisen“ (H. Oressmann, Palästinas Erdgeruch 1004, 42 f.). Der sehnliche Wunsch des Israeliten, einen Sohn zu hinterlassen (I. Sam. 1, 11; II. Kön. 4, 14 (.) kann in Zusammenhang mit ursprünglichem Ahnenkult stehen, denn nur ein Sohn kann für die Pflege der Seele des verstorbenen Vaters hinreichend sorgen. Das bei den.lsraeliten noch lange übliche Leichenmahl (Ket. 8 b), das die offizielle Religion vergeblich zu verbieten suchte (Hos. 0, 4), ist ebenfalls ein verblaßter Rest des verschollenen Ahnenkultes. Es wurde unmittelbar nach dem Begräbnis eine Mahlzeit für die Teilnehmer am Begräbnis ausgerichtet, wobei gemäß den primitiven Religionsvorstellungen die Seele des Verstorbenen zugegen war, der man einzelne Bissen auf die Erde unter dem Tische hinzuwerfen pflegte. Die Leidtragenden selbst haben aber nur solche Speisen und Getränke genossen, die andere Leute ihnen spendeten (Ez. 24, 7; Mo. Kat. 27 b). Der ihnen gespendete Becher Wein hieß „der Tröstpngsbecher“ (Jer. 16, 7; Pessik. r., ed. Friedmann, p. 138 b). Josephus, der diesen bei den Juden üblichen Leichenschmaus erw|ähnt, bemerkt (BJ II, 1), daß infolge dieser Sitte viele Juden verarmen, denn man sei fast genötigt, die Leidtragenden zu bewirten, weil die Unterlassung als Mangel an Pietät gegenüber dem Verstorbenen gedeutet ■ wurde. Obgleich die israelitische Religion die Totenspeisung beseitigt hatte (Deut. 26, 14), duldete sie, wie die aus spätisraelitscher Zeit herrührenden Funde zeigen, daß man den Toten Tongefäße, wie Lampen, Schalen, Krüge mit ins Grab gab. Die i Schriftgelehrten suchten jedoch diesen Brauch einzuschränken; „Wer dem Toten viele Geräte beilegt,-Übertritt das Gebot: Du sollst keine nützlichen Gegenstände vernichten“ (Sanh. 48 a; M. Semachot IX). Schon im 4. Jht. p. ist dieser Brauch nicht mehr nachweisbar, denn die aus römischer Zeit herrührenden zahlreichen Gräber des am Bon(itor zu Köln gelegenen jüdischen Friedhofs enthielten keine Beigaben, sondern vereinzelt nur Tonscherben. — Das bei den. heidnischen Völkern übliche Opfer au die Manen galt im alten Israel als sündhaft (vgl. E>ra *n:t Ps. 106, 28). Sirach 30, 18ff. (vgl. auch Jub. 32, 17) spottet daher dieser heidnischen Sitte: „Was nützt das Opfer eingm Schatten? Leckerbissen auf verschlossenen Mund geschüttet, sind Opferspeiseu aufs Grab gelegt.“ — Der in Tob. 4, 18 enthaltene Satz: „Schütte lieber deinen Wein und dein Weizenbrot auf das Grab der Gerechten, als daß du den Frevlern gibst“ ist fast wörtlich dem alten heidnischen Achikar-Roman entnommMi (vgl. Nöldeke, Untersuchungen zum Achiqaf-,1913, 20, 36) und'Kann somit nicht als Beleg dafür angesehen werden, daß zur Zeit der Abfassung des jüdischen Tobit-Buches die jüdische Volksreligion noch Totenopfergekannt hatte. Der jüdische Verfasser des Tobit konnte diesen aus dem Achikar entlehnten Satz wegen der Worte: „als daß du den Frevlern gibst“ auf die unmittelbar nach ^iner-Leichenbestattung zu verabfolgende Spende an die Leidtragenden bezogen haben, denen man, wenn sie frevelhaft sind, nicht solche darreicheu solle. — Auf eine uralte Totenspende geht der bei dem Begräbnis von israelitischen Fürsten geübte Brauch, Gewürze nebst den ehemaligen täglichen Gebrauchsgegenständen des Heimgegangenen zu verbrennen. Hierdurch glaubten die Israeliten dei historischen Zeit, den toten Fürsten besonders zu ehren, jedoch sahen sie hierin nicht ein Opfer an vergötterte Menschen (II Chr. 16, 14; 21, 19; Jer. 34, 5; Jos. Ant. 15, 3, 4; 17, 8, 3; idem BJ I, 33, 9; Tossef. Sabb. VII, 18; Tossef. Sanh. IV, 3;-Ab. Sar. 11 a; Sanh. 52b). — Stade vermutet (Gesch. d. Volk. Israel I, 394), daß die biblische Leviratsehe ebenfalls auf A. zurückgehe, da sie auch bei solchen Völkern vorkomme, bei Der steife Hut „Bobby“ kleidet auch Sie! Philipp Neubauer Königstraße 37 Unter den Linden 60 Mauerstraße 68 . Verkauf für v Mayser, Ulm a. D. Die bekannte Weltmarke /% SCHWjE^HTEN FJ.UGEL TU I PIANOS für den verwöhntein Geschmack i Neu: SCHWECHTENiiiimiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiimiiiiutiiiitiiiiiiiiniiii SPRECH-APPARATE . miiiiiiiniiiniiiintiiiimiiiiimiiiiiuimiiiiiiiimiiiimiiit in wunderbarer Klangfülle G. SCHWECHTEN \ -»Kochstraße 60/61 Schwechten-Haus ' Dönhoff 255b Förden) Sie Preislisten! -J r. \/l 5. ‘Bordxir&t ® 8, gfrutaöjtfdje .Strafe« 47/48 m<6 Berlin 3B15, fturffirftenbamw ‘Berlin bemnädjß aud> •Arrangement«', «StUIeberi,' <Sefd>enffärbe in btfannter fpereorragenber Stuffüfcrang, in Jeter <$reiflagc IBornfbmfte« SDeinrcftaurant , Stabtfüdje Cieferung gunjer affen, au<t> na<t) auäadrti. Sei.: 3‘ntrum 1«, IS, 16, 17,125,4912 Sel.-«Sr. aßtoebe, «etlln / ,< I

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