Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 8 (1928-1929)
- Issue
- 8 (11.1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 225 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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\ Nh 8 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN Ü.O.ß.B. Seite 225 jüdischer Kinderkalender 5689 Selbstanzeige und Selbstkritik von Emil Bernhard-Cohn. Maximilian Harden war meines Wissens der erste, der in seiner „Zukunft“ die besondere Form der Selbstanzeige einführte, d. h. Autoren veranlaßte, über ihre erschienenen Bücher Bericht zu erstatten. Wenn ich ihm heute folge, um für ein Buch zu iverben, wie es der jüdische Kinderkalender 5689 ist, so geschieht es nicht nur, weil ich „bloß Herausgeber“ bin, also uueh objektiv über alle Dinge berichten könnte, die nicht von mir sind; sondern aus der vollen Bestätigung des Hardcnschcn Standpunktes, daß der Autor über sein Buch schließlich am besten Bescheid wissen muß. Gewiß wird ein stolzer Autor sein Buch nicht tadeln, aber viel gefährlicher als der Tadel ist das Lob, und nie wird ein Autor von Geschmack in die Lage jener Rezensenten kommenj, die heute in der ersten literarischen Blättern und Feuilletons jedem dritten Roman, der erscheint, „Ewigkeitswert“ zusprechen, wobei wir genau wissen, daß diese Ewigkeit gewöhnlich nicht länger als zwei Jahre dauert. Daß der Selbstkritiker also nicht lobt, ist schon etwas wert. Der Schreiber dieser Zeilen glaubt aber sogar befähigt zu sein, auch über die Fehler seiner Bücher besser Bescheid zu wissen als andere und hat deshulb — |und zwar nicht etwa aus Bescheidenheit — hinter die Ankündigung der Selbstanzeige auch die der Selbstkritik gesetzt. Schwächen sollen nicht verhehlt werden, am wenigsten bei einem Buche, zu dessen Wesen die jährliche Wiederkehr gehört, das' also im buchstäblichen Sinne einen ersten Versuch darstcllt, von dessen Fehlern man für den zweiten lernen soll. Der jüdische Kinderkalender wäre nicht entstanden, hätte sein Herausgeber nicht volle drei Jahre in der Jugcndschriftcnkommission der Großloge j für Deutschland gesessen und dort alle die Schwierigkeiten miterlebt, die bisher der Bildung einer jüdischen Jugendbücherei entgegenstanden, Die größte dieser Schwierigkeiten bestand immer' darin, daß wir keine Jugendschriftsteller haben, undunsere höhereh - Literaten es anscheinend für unter ihrer Würde haften, für die Jugend zwischen acht und fünfzehn zu schreiben. Was uns,-d. h. der Jugendschriftenkommission, in diesen Jahren an Material vorgelcgt wurde, mußte fast durchweg als unbrauchbar abgelchnt werden, womit gegen die Verfasser dieset Beiträge nicht allzu Schlimmes ausgesagt ist. Es ist doch wirklich so, daß die Fälligkeit, frisch, volkstümlich und spannend zu schreiben und gleichzeitig von jungem Herzen zu sein, selbst unter den Schriftstellern von Rang eine äußerst seltene Gabe ist Von den'Ge; genwärtigen sind es nur Tolstoi und die Lagerlöf, die diese hohe Kunst gemeistert haben. Es isft also viel leichter, einen .guten Roman als eine echte Volkserzählung zu schreiben. Schon lange trug sich.der Schreiber dieser Zeilen mit dem Gedanken, cinmul etwas für die jüdische Jugend zu schaffen und hatte, als er den Plan zu dem Kinderkalendcr faßte, bereits ein gutes Material beisammen, iJer Gedanke war nicht neu. Bereits vor dreißig Jahren wat eip solches- Werk erschienen, aber leider x>hnc denjeiifgci} Erfolg, der für seine jährliche Wiederkehr notwendig gewesen wäre. J)a bot sich ihm nach einem mißglückten Versuche mit einem kleineren Verleger die Gelegenheit, mit einem der angesehensten jüdischen Verlage in Verbindung zu treten.- Und das Ergebnis liegt, jetzt vpr. Leider ist das Buch erst wenige Tage vor dem Neujahrsfeste erschienen, und auch das ist nur durch eine fieberhafte Tätigkeitinnerhalb der letzten drei Monate möglich gewesen. ' j Was die Anlage und den Inhalt'des Werkes betrifft, so enthält der jüdische Kinderkalendcr zunächst ein Kalendarium mit der sinnbildlichen' Ddrstelluhg der zwJölf Monate in ihrem iiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiii Lebensversicherungs- Gesellschaft PHÖNIX Alleinige Vertragsgesellschaft des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten Jüdischen Frauenbundes Keren Kajemeth Lejisrael * Modernste Versicherüngsmethoden Billigste Prämiensätze * Mitarbeiter zu günstigen Bedingungen gesucht BERLIN WI5, MEINEKESTR. 10 FERNSPRECHER: BISMARCK 3181 ABTEI LUNO OROSS-BERLIN: W9.FRIEDRICH-EBERT-STR.4 FERNSPRECHER: KURFÜRST 3380 Julius Schumacher, Berlin W 35, Steglitzer Straße 91 Fernsprecher: Lfltzow 94 una 6798 Simons Möbelfabrik Gegründet 1871 / Wilhelmstraße 40a | Blumen=Hübner am Zoo j Joachimsthaler Straße 42 / Kaiserdamm 38 (Reichskanzlerplatz) Fernruf: Bismarck 122/123 u. Westend 2250! Künstlerische Blumenzusammenstellungen für Freud und Leid 1 RAU1DIS 8t Cie. Wiener Mafrwäsche-Afelier > BERLIN C2, BURGSTRASSE 30 . Tel.: Dl Norden £706,9020-9030 ' i>*ceffcmftca, Pnfama» fttr Samen and geeetn Verlangen Sie Verfreferbesueh! ✓ / iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitjjiiiiiiiiiiiiMiiiiinimiiiii