Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 8 (1928-1929)
- Issue
- 7 (10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- Seite 189 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Seite 189 im Alten „Gesetze“ hatten — wenn auch einzugestehen ist, daß sie nicht alle seine Elemente umschließen. Ausgeschieden blieb, was des Menschen „Zwiegespräch mit Gott“ ist, ausgeschieden des einzelnen Zwiegespräche mit sich selber; nur der Komplex ward aufgenommen, der das Sein des Menschen mit dem Menschen. regelt, das Ethisch-Soziale des alten Bundes. Und somit o Ben Briss, ist es Dir gesagt, was gut ist und was Dein Bund von Dir fordert: Mensch zu sein dem Menschen, wie es dem jüdischen Blute von Alters her cingeträufelt und gelehrt ist — ein wahrer Bruder dem Bruder. Die Bruderschaft ist die Grundlage des ganzen Seins unserers Volkes. Der Jude neben dem Juden fand in der Schrift keine andere Bezeichnung als Bruder, und die Gesamtheit der Brüder war so feste Einheit, daß Gottes Du an die Menschen die Gemeinschaft nicht weniger meinte als das einzelne ihrer Glieder. »' * Suchen wir demnach nach dem inneren Wesen des Ordens, dieses Bundes von Sühnen des Bundes, so ist uns aufgegeben, das Wesen des Judentums zu erforschen. Jüdische Erkenntnis wird unsere Selbsterkenntnis. Dgm hpt der Orden Rechnung zu tragen, ganz so und viel mehr noch als cs bisher, geschehen ist. Ist einst die Erkenntnis allgemeiri, dann wird es möglich, das Tun unseres Ordens an-ihr zu messen und Sein und Tun des einzelnen Ordensbruders. Erst dann kann unser Ordenstag ein wahrer Besinnungs^ iitnd Gerichtstag werden, ein Tag der Einkehr und Umkehr^ der Heerschau über das Vergangene' und der inneren Erneuerung im Hinblick auf die Zukunft. : Br. Vizegroßpräsident Maximilian Stein — 60 Jahre Maximilian S t e i n hat seinen 60. Geburtstag begangen — so würde die Berichterstattung der Berliner Logen einfach lauten müssen — und doch — hat Bruder Maximiliun Stein seinen 60. Geburtstag festlich begangen durch das Buch, das er den Berliner Logen und dem Orden als Festgabe gewidmet hat. — Vor wenigen Menschenaltern war es im Schrifttum der Judenheil Sitte, Männer nach ihren geistigen W'erken zu benennen. Wenn Bruder Maximilian Stein seinem Buch einen Titel gegeben hätte, so müßte der Titel seinem persönlichen Namen angefügt werden als Wesensheit seiner Persönlichkeit. Der Schreiber dieser Zeilen hat nicht die Absicht in eine Besprechung des Werkes einzutreten; dies mag anderen Stellen Vorbehalten sein. Doch auch hier inag gesagt sein, daß Bruder Maximilian, wie wir ihn kurz nennen wollen, durch sein Buch seine eigene Charakteristik geschrieben hat. Aus jedem Worte spricht die Klugheit und Abgeklärtheit seines Geistes und die Liebe zum Ordensgedanken, das heißt des Gedankens der Menschheitsliebc. — Ein weiteres: durch die Reihenfolge der Vorträge, Ansprachen und Trauerreden ist eine Chronik des Ordens, insbesondere der Berliner Logen geschrieben. Nicht nur Die Toynbee-Halle der Berliner Logen U. O. B. B. nimmt am Sonnabend, dem 20. Oktober 1926, ihre Tätigkeit wieder auf. Durch populär-wissenschaftliche Vorträge mit anschließender Bewirtung und künstlerischen Darbietungen soll wiederum versucht werden, an zwei Abenden der Woche der armen jüdischen Bevölkerung Berlins Gelegenheit zur Anregung und zur Erhebung über die Sorgen des Alltags zu geben. Die Tovnbee-Halle tritt in das 25. Anbeitssemester ein. Wir hoffen, daß die lieben Brüder uns auch! in diesem Jahre durch zahlreiche Meldungen als Mitarbeiter ik unseren Bestrebungen unterstützen werden. . Wir brauchen die Mitarbeit unserer Brüder als Redner und Ordner, die Mitarbeit unserer Frauen für den künstlerischen Teil und ihre bewährte Fürsorge im Wirtschaftskomitee. Unsere Wirksamkeit ist auf freiwilliger Mitarbeit aufgebaut. Wir glauben, daß es nur dieser Erinnerung bedarf, um die Angehörigen der Berliner Logen zu veranlassen, sich uns zur Verfügung zu stellen. Meldungen von Mitarbeitern werden an das I.ogenbüroj W 62, Kleiststr. 10, erbeten. Der Vorstand der jüdischen Toynbee-Halle der Berliner Logen U. O. B. B. Die Logenbibliothek ist an allen Sitzungstagen von abends 7 Uhr bis Sitzungsbeginn geöffnet. Der Bibliothek-Ausschuß der Berliner Logen U. O. B. B. ' Hugo O s t b e r g. sehen wir, wie Loge an Loge als Arbeitsstätte des uns heiligen Gedankens sich reihte, auch die Wandlupg der Gedankengänge, wie sie die Veränderung der Zeiten mit steh .brachte, kommt klar zum Ausdruck. Es ist ein Vorrecht des Ordens geblieben, nicht in einem starren. Systäm seiner Ziele zu beharren, sondern der Veränderung der Zeiten Rechnung zu tragen und jeder geistigen und körperlichen Not in, Menschheitsliebc Hilfe zu bringen. Durch die eigene Beweglichkeit seiner Gcdqqken hut Bruder Maximiliun in seinem Buche-unser aller und des gesamten Ordens Wandlung als Geschichte des Ordens geschrieben. , Bruder Maxiinilian hat seinem Geburtstag besser gefeiert, als durch eine rauschende Festlichkeit. Er-hat seinen 60. Geburtstag inmitten der deutschen Logen, insbesondere .der Berliner Logen gefeiert, die Anteil an ihm haben, wie er Anteil ah ihnen hat. Was wir ihm w;ünschcn, bedarf nicht vieler Worte, die' freudige Aufnahme seines Buches unter din Berliner Brüdern ist Ausdruck des Glückwunsches und der Gesinnung, die wir ihm entgegenbringen. , ' Die Berliner Logen U. O. B. B. Dem Orden gehören nicht mehr an: Berthold Auerbach-Loge: Walter Sachs, W 62, Courbierestr. 9. - Felix S i e d n e r ,■ W 50, Ansbacherstr. 22 25. Kurt S i e d n e r , W 50, Eislebener Str. .6.' 4 Sello David, Schbg., Nymphenburger Str. 'I: Adolf Krause, Mal., Tlallmrstädter Str. 4. V Timendorfer JubilStoms-Loge: Martin B 1 o c h t W 57, Mänsteinstf15. Dr. Bruno Destier, Churlottenbufg 9?'Lindenallee 25. Simon Gottschalk, Steglitz, Martinstr, 4. Akiba Eger-Loge: Max Woythaler, Lankwitz, Waldmannstr. 6. W ir verweisen auf die diesem Heft beiliegende Ankündigung der Festvorstellung in der Staatsoper mit anschließendem Repräsentationsball bei Kroll am Sonntag, ejen 9. Dezember, zugunsten der Jüdischen Altershilfe Groß-Berlin; einer,Institution, fdie für weite Kreise der Jüdischen/ Gemeinschaft segensreich wirkt. Die Jüdische Altershilfe Groß-Berlin ist mit unserem Logenheim U, O. B. B. in Ljchterfelde-Ost nicht identisch.