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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-09-01 · 6 (9.1928) · p. Seite 182

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
6 (9.1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 182 (sequence 26)
Language
German
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Seite 182 MONATSSCHIRFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B Nr. 6. >iciht, in dem die blitzenden, schwarzen Augen als einziges Merkmal der Rasse auffielen. Fs schien, als wolle er etwas entgegnen. etwas Ober das Stück sagen, das offenbar Eindruck auf ihn gemacht hatte, aber er unterließ es, nur ein merkwürdig fremder Blick streifte Frau und Tochter, die sich anschickten, die Uoge zu verlassen. „Du kommst nicht mit'-'“ Frau l.indemann drehte sich ert staunt um. - .„Nein, ich bleibe bis zum Schluß, ihr könnt mir den Wagen nuehhei zurückschicken." Kr war noch immer so präokkupierl, daß ihn erst die verwunderten Blicke seiner Angehörigen an seine elementarsten Pflichten erinnern mußten. Kr sprang auf, half seinen Damen in ihre Mäntel, geleitete sie zum Wagen und quittierte mit freundlichem Lächeln ein neckisches „Vergnügte Erinnerungsieier, Papa" seiner Tochter. Dann begab er sich auf seinen Platz zurück. Die Pause war noch nicht zu;. Ende. Er ertappte sich unef1 erschrak dabei innerlich ein ibißchen auf einem gewissen Befreitsein, einem Gefühl der Befriedigung, -allein zu sein, das Weitere ungestört genießen zu können. W as ihn an dieser Vorstellung' so ergriff, wie hätte er es <feu Semen deutlich machen sollen? \\ ie 1(m^dieser eigentümliche Spruchmischmasch aus initlelhochdeutsMq russisch und hebräisch seltsam heimatlich aninutcte! Ks war die Sprache, die sein Vater in der Jugend gesprochen. es war die einzige Sprache, die sein Großvater l>elierrscht hatte, dieser Großvater, dessen er sich sehr wohl erinnerte. der ein Gelehrter gewesen war, ein Großer in Israel, zu dem die Gläubigen von weit her kamen, um Rat zu erbitten. Kr hatte 'noch.Schläfenlocken getragen und ein Sammetkäppchen und einer langen Rnck. genau wie die. die da unten agierten und darum war es auch Frau Helenes erste Handlung gewesen, das Bild dieses Großvaters zu entfernen. Es stand jetzt unter anderen kompromittierenden Bildern zwischen Bodengerümpel. Der Schauspieler, der da unten immerfort von seiner Sehnsucht nach dem heiligen Lande sprach, glich er nicht auch äußerlich dein Großvater, über dessen Zimmertür eine kleine Tafel befestigt gewesen war mit dem in den Lettern der heiligen Sprache geschriebenen Wort: Jeruschalajim! -- Niemals hatte der alte Mann das Land seiner Sehnsucht betreten. Wie kam es, daß er, der Kommerzienrat Lindemann, sich diesen da unten innerlich verbunden fühlte, tiefer verbunden als dem feingeistigen Kreliwi, dgn er in seinem prächtigen Heim am l.ietzensee zu empfange])^ pflegte? Er dachte noch immer darüber nach, als er, längst zu Hause angekommen, die Zimmer von F'rau und Tochter noch leeri und dunkel fand. Und leer und dunkel erschienen ihm plötzlich seine Beziehungen zu diesen beiden „nächsten Wesen“, die nicht gleich ihm verwurzelt waren in dem alten Boden. Obgleich von gelöster Denkart hing er doch mit einer Art heimlicher und ehrfürchtiger Liebe an den alten L’eberlieferungen, deren Anforderungen in seinem Hause zu erfüllen, er im Anfang einen Versuch gemacht, den er aber nach dem energischen W iderstande seiner Frau alsbald wieder aufgegeben hatte Am nächsten Freitag Abend aber fand Herr Lindemann nach langer Zeit doch wieder dem Weg zur Synagoge und freute sich an den alten, vertrauten Gesängen. Sein Glück wäre vollkommen gewesen, wenn ihn zu fläuse ein festlicher Sabbathtisch mit Lichtern und Schaubroten erwartet hätte; Frau Helene hätte ihm vielleicht mit ihrem spöttisch-nachsichtigen Lächeln den Gefallen getan, al>er es wurde Besuch erwartet und da war dergleichen natürlich ganz und gar nicht angängig. März bis Mai 1929 Billig« Mittelmeerreisen mit Besuch von Spanien. Portugal, Italien, Marokko, Palästina, Ägypten, Griechenland und Türkei Platzbestellungen schon jetzt durch ATLANTIC-EXPRESS 0.M.B.H. Berlin N 24, Friedrichstraße 131 d Telephon 24SS und 2456 Dampfwäscherei „Nordstern“ Ge«r. 1905 BerlMi N 58 Erstklassige Ausführung jeder Art Haus- und Leibwäsche sowie ganzer Ausst ittungen;7ni GeKr. >905 Dunckerstr. 68 -J Spezialität: ff. Wasche. Gardinen Fenupredier: Amt D 4 (Humboldt) 2376 FÜR ALLE FESTLICHEN ANLÄSSE EISSPEISEN * FEINGEE.ÄCK * GESCHENKE Bestellungen! Merkur 4871-73 Bismarck 5528 und 9465 Weln-Haus-Hulh Säle für Fesflichkeilen bis lOO Personen Berlin, W9, Pofsdamer Straße 139 Treten: Lüßow 1643 1644 Weinrestaurant Weingroßhandlung Vertag: Brüder Ve Hagsd^selUchaft m. b. H., Berlin W62, Kurfünten Straße 115-116 (Brüdervereinshaus). Verantwortlich für die Logen-Rcdaktion: Karl M.Baer, Berlin W 62, Kleist Straße 10. Für den Anzeigenteil: Karl Fischer, Berlin W 62, Kurfürsten Str. 115-116. Druck: Arthur SchoTem, Berlin SW 68, Alexandrincnstrade 134. _ „ Abonnemeotsbestellungen durch den Verlag: M. 3.— vierteljährlich, Ausland 3.30. ^^::+../+/:+:.++.4+:::/.4.^2:9:+8^.423+.././/.:+7+$./+/+3^^^^./8+^.42^^

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