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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-09-01 · 6 (9.1928) · p. Seite 181

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
6 (9.1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 181 (sequence 25)
Language
German
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Nr. 6 f t MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN Ü.O.B.B. '---—■ r ' V V^5ite 181 Bembergseide oder Bembergkunstseide Von Handelsgerichtsrat Hugo Hirsch borg. lieber diese 1 rage ist in Fachkreisen ein heftiger Streit entbrannt. Die Reinseidenindustrie verlangt die Anpreisung der Deimberg-Fabrikate unter der Bezeichnung Bemberg-Kunstscide, weil das kaufende Publikum einer Irreführung ausgesetzt werden kann. Hin angestrengter Prozeß ist vom Landgericht 1 in Berlin unter Mitwirkung von zwej Handelsrichtern und auf Cirund eines Ciutachtens der hiesigen Handelskammer in djesem Sinne entschieden worden. I I ln der Berufungsinstanz hat dus Kainn|ergcricht dieses Urteil aufgehoben und sich auf den Standpunkt der Firma .1. P. Bcmberg gestellt. Fs sei allgemein bekarjnt und durch die große Reklame der Bembcrg-Gesellschaft in; alle Kreise gedrungen, daß es sich bei Bembergseide um Kunstseide handele. Ich bin anderer Ansicht und halte dus | Kummergerichtsurteil für falsch, seine Begründung weder überzeugend, noch uufkliircnd. Dasselbe hat kiucli Herr Kommerzienrat Fritz Guggcnheiin in Firma Michels & Co. in einem Artikel um 25. August d. J. im „8 Uhr Al>cndblatt“ ausgesprochen. Das Gericht hatte lediglich die Frage zp prüfen, ob das Publikum, wenn auch ungewollt, irregeführt wcjrdcn kann. Diesel ist unbedingt zu bejahen. Fs gibt in der Seidenbranche viele Artikel, die mit einem \ orvKort als reinseidene; Fabrikate allgemein bekannt sind, wie Jluponseide, Ilelvetiaseide usw. Man kann also der Meinung sein, duß auch Bembergseide reine Seide sei. Der Hinweis des Gerichts auf die große Reklame besagt gur nichts, ist in. F. sogur völlig abwegig, denn es wird in ihr niemals betont, duß es sieh um Kunstseide hundeit. Dus kaufende Publikum in den kleinen Städten und auf dem flachen Lunde steht derartigen Fragen meist uninteressiert gegenüber. Fs bezieht aber auf Grtind solcher Xeitungsrcklamc oftmals Waren, ohne^daß cs über die Beschaffenheit uufgeklärt wird. Man kann also irregefühlrt werden. Das muß unter allenj Umständen vermieden werden. Die Behörden müssen diese Dinge eng und schürf umgrenzen. Wohin würde es sonst führen, wenn eines Tuges ein Herr Lehmann Klubsessel aus Kunstleder zum V erkauf bringt und diese in großer Reklame einfach als Polstermöbel uus Lehmann-Leder unhictet, ohne den Charakter des Kunstleders zu betonen. Heimatklang Von Hedwig N e u m a n n (Nudulrudi verhüten) Als der V orhang nach dem ersten,Akt.* gefallen war, wandte sich Fräulein Gudrun Lindentunn zu ihrem Vater um und fragte: „VV ollen wir nicht gehen, Papa, das ist ja blödsinnig langweilig und außerdem verstehe ich kein Wort.“ — ,,.la, der Meinung bin ich uueh“, sagte die Kominerzicnrütin und drehte sich nach ihrem Manne um, „es ist degoutierend diese schmierigen Röcke — man riecht förmlich den Schmutz und diese lächerlichen Bewegungen! Du weißt, ich teile deinen Fanatismus nicht, aber ich muß doch sagen, wenn etwas geeignet ist, euch bloßzustellen und zu schädigen, so sind es diese Schuuspiele, aber Siegmund, du hörst ja gar nicht —“. Der Kommerzienrat fuhr ai^> seiner V ersunkenheit auf und sah Frau und Tochter verständnislos un. „Ihr wollt fort.''“ „Ja“, sagte Frau Lindemann, „eh ich mir diesen Schmutz und diese Verkommenheit länger auf die Nerven fallen lasse, da fahre ich doch lieber noch auf eine Stunde zu Altmanns, die uns heute gebeten hatten, nicht, Gudel?“ Die Tochter stimmte lebhaft zu. „Schmutz? Verkommenheit?“ echote der Kommerzienrat. Er war eine hohe, stattliche Erscheinung mit kühnem, energischem Ge- Tanze modern!_ SONDERKURSE für Ehepaare <audv einzelne Damen und Herren), für Erwachsene und für Schülerinnen und Schüler höherer Lehranstalten .• beginnen Anfang Oktober; Fordern Sie unseren ausführlichen Prospekt! , LUTZ-HOFFMANN die Tanzschule 4er guten Gesellschaft T . , Berlin W '/ Emser Straße 13 Te,ePh°n: . <I.ogenhaus> Oliya 3437 Privat: Berlin W15/,,Sächsische Straße 6, v-1 'ÄB-erliriszx cSUL^mjaxenfabriK ./Ldalf CKaxdzx^ iBerlui 30 36- OccLrxuitxsir. 1 &3- Zu beziehen durch die Fachgeschäfte aV+t-tri finAxxuf ooq SUhetxna&tn p&gte ,$RAt*ji>mArhp Gegr. 1866 Inhaber: Eugen Fluß (a. Orantenpl.) Gegr. 1866 U Bestellung^- B Annahme: 1 Fi, Moritzpl. | 7/97 u. 9860 §§ i Porten, SKuchenschüsseln § <Sis und Speisen in altbekannter Qüte Lieferung frei Haus (per Auto) iiiiiiiiniiimjiMimiHMiMi r - f ./ ... r

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