Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 8 (1928-1929)
- Issue
- 6 (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 172 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 172 ZEITSCHRIFT DES BRÜDERVEREINS Z.G.U. Nr. 6 Persönlicher Geschmack im wohnlichen Heim Herrenzimmer. Eßzimmer, Damenzimmer und Einzelmöbel ♦ Höchste Qualität in Material und Ausführung ♦ Geschmackvolle, moderne Formen ♦ Kunstgewerbliche Arbeiten 40 Modellzimmer in unseren Fabrikräumen Felzer & Stahl Berlin O 34 / Romintener Straße 35 Fernsprecher: E 8, Andreas 2170, 2171 ymtiHimiiniuimtKiiiiHmiHMtmiiiiiiiMmftMiiiuiHiHiMiiHMiHiMiimuiiuMiMiHiuiummtmiuiMHiitumn nunniiMMg I , 2 s ’ s I i i i iKonditorei Charlottenburg fKurfürstendamm 234 und tBerlin eS’W 5r iedrichstraße 209 | ‘Gägl ich auch Sonntags freier 1 | Versand nach den westlichen Vororten l ßiestellungs-Slnnahme: £Bismarck ZWr.6J44, 6145 | ......»IHMimHIIIMMmilMlllllimiimitllMIIIMMMHimMII KHMtNMntF untereinander heim Horen nicht exakt unterscheiden kann. (Bei solchen Versuchen nimmt man Zusammenstellungen von Konsonanten und Vokalen, die keinen Sinn ergeben oder Worte aus einer nicht bekannten Fremdsprache, da bei bekannten Worten die Kombinationsfähigkeit das lückenhafte oder falsche Hören korrigiert.) Es wohnt also jedem hörenden Menschen die Fähigkeit, vom Munde abzulesen, im geringen Maße inne. Diese Fähigkeit muß nun bei den Ertaubten oder Schwerhörigen weiter ausgebildet werden. Sie müssen die Artikulationsstellungen der verschiedenen baute genau kennenlernen. Sic müssen wissen, wie jeder einzelne Laut gebildet wird, — nicht nur damit sich das deutliche Sprechen bei ihnen nicht verliert, sondern damit sie vor allem das Absehbild in seinen Einzelheiten erfassen. Nur so kann der Schwerhörige oder Ertaubte das E vom I, das B vom M unterscheiden, und es bleiben auch hier noch genügend Laute, die durch die gleiche äußere Mundstellung beim Ableser, sehr schwer zu unterscheiden sind, so z. B. — p, b. m, — t, d, n, —> g, k, hintere ch — i, j, vordere ch — f, v, w. Die Yerwechslungsmöglichkeiten sind zahlreicher, die Unterscheidungsmöglichkeiten größer als beim Hören. Wenn man aber denkt, daß ein Schwerhöriger dann schon ablesen kann, wenn er die Artikulation der einzelnen Laute kenncngelernt bat, Die obere Reihe spricht „neidisch“, die untere spricht „dein Tisch“. Obere Reihe 1, 4 und untere Reihe 1, 4 und 5 haben dieselbe Mundstellung (n, t, ,d), sodaß man die Worte verwechseln kann. (Gesichter durch Sonne geblendet, daher etwas verzerrt). dann irrt man sich stark. Denn gerade dann beginnen erst die Schwierigkeiten. ^Man spricht die einzelnen Laute in Worten und Sätzen gar nicht so exakt, wie man sie allein für sich spricht. Viele Laute werden beim Sprechen verschluckt, viele werden je nach dem voraufgehenden oder folgenden Laut geändert oder abgeschliffen, so daß das Artikulationsbild ein wesentlich anderes ist, wenn man ein Wort spricht, als wenn man die einzelnen Teile des Wortes einzeln sprechen würde und aneinander reiht. Deshalb kann derjenige nicht ablesen, der glaubt, daß er jeden einzelnen Laut an dem Munde des Sprechenden erkennen muß. Er muß wissen, daß ein großer Feil der Laute nicht absehbar ist. Daher können wir sagen, daß die Kunst des Ablesens im Erfassen der sichtbaren Lautbestandteile und im Ergänzen der unsichtbar gebliebenen besteht. Es gehört also eine außerordentliche Kombinationsgabe dazu, um schnell und sicher zu wissen, was ein anderer gesprochen hat. Aus diesem Grunde macht man mit einem Ertaubten oder Schwerhörigen zuerst besonders viel Uebungen im Absehen / l i