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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-07-01 · 4 (7.1928) · p. Seite 130

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
4 (7.1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 130 (sequence 6)
Language
German
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Seite 130 Nr. 4 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. t ...... i. -. statieren. heißt beileibe nicht, dem Ausschuß für die geistigen Intercsser ein Selbstloblied singen. Kin gut Teil der Leistung ist nicht seinen Anstrengungen oder nicht ihnen allein, Mindern der zielbewußten, bewunderungswürdigen Arbeit des w. Präsidenten und des Beamtenrates zugute zu schreiben. Und es ist nicht überflüssig, an dieser Stelle auf die mustergültige Zusammenarlieit zwischen den beiden Körperschaften, Beamtenrat und Ausschuß, hin/uweisen, wie auf die fruchtbaren Resultate, die sich zwangsläufig aus ihr ergeben halten. Gleichzeitig darf gesagt sein, daß die theoretischen Erwartungen, die als folge der guten Programmerfüllung in die innere Entwicklung der Gesamtlage gesetzt worden waren, in keiner Weise enttäuschten. Natürlich ist noch nicht allen Brüdern nach dem Herzen gearbeitet worden Hnd mancher noch wünschte sich, wie die Nachbesprechung ergab, immerhin manches noch anders. Aber doch war in fast allen Sitzungen der I.oge eine schöne, warme, geistige Einstellung zu dem’Gebotenen fühlbar. Oft herrschte leidenschaftliche Interessiertheit, nicht selten erfüllte das Fluidum gemeinsamer innerer Erhebung den Tempelraum, die sich dem Redner erfrischend und beflügelnd mitteilte. Der wahre Logengeist, die einige Brudergemeinschaftsseele war beglückend fühlbar. Es sind im ganzen etwa 35 Vorträge und Referate gehalten wurden, den verschiedenen Programm-Kategorien wie folgt zugercilit: I ünl Vorträge vor offener Loge über j ü-d i s c h e Themen, diei davon systematisch zur Reihe zusammengefaßt als „GrundaulFassungen com heutigen Judentum". Es sprachen: Br. Mac Wiener über ..Liberales Judentum", Di- Nathan Birnbaum über „Gesetzestreues Judentum“. Br. Naclium Goldmann über „Nationales Judentum". Br. Lmil Colinbehandelte „Jüdische Geschichte aus der \ ogelschau". ~ Prof. Perles - Königsberg „Das jüdische Geistesleben in Palästina". Vier Vorträge hatten a El g e nt $ i n e Probleme zum Gegenstand, gehalten von: Br. Richard Jonas: „Das Kon/.ernwesen". Br. Ifeincmann Stern: „Der Entwurf eines Reichsschulgesetzes“. Br. Holländer: „Reform des Ehescheidungsrechts“ und Br. Berliner: „Die sexuelle Frage der Gegenwart“; die letzten drei vor offener Loge. _*$ehi reichhaltig war die Serie der Referate. Ueber die gemeinsamen Ausschüsse der Berliner Logen berichteten die Bbr. ßaer, Rosenthal, Riesenfeld und Weinberg; über die Großloge die Bbr. Fleischer, I.eszynski, Baer und Vizegroßpräsident Walter; über die Arbeitsgemeinschaft der europäischen Distrikte Br. Auerbach. „Die Bedeutung des Ordens für das Judentum“ war der Gegenstand der Festrede von Br. Riesenfeld am Ordenstage. — Alle drei Monate kehrte das Thema wieder „Ein Vierteljahr jüdischer Entwicklung“, behandelt von den Bbr. Auerbach, I.ewinski und Fritz Cohn. Ein Sonderreferat, ins gleiche Gebiet gehörig, hielt der Erstgenannte über den „Untergang der türkischen Juden“. — Zweimal referierte Br. Nomis Uber „Die Ordenspresse“. — Zwei Rezensionsvorträge des Vorsitzenden des geistigen Ausschusses besprachen die „Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt“. — Gegenstände sozialen Charakters bearbeiteten die Referate der Bbr. Falkenberg über „Die Erholungsfürsorge der Schwesternvereinigungen“, Friede über „Die Tov nbeehalle“, Hirsch über „Die Krankenschwestern- Organisation“ und über „Das Kinder- und Säuglingsheim“, Aronsohn über „Das Lögenheim“, Jonas über „Jüdische Wanderfürsorge“, Kozower über „Die wirtschaftliche Not der jüdischen Angestellten“ und Ismar Freund über „Die jüdische Sportbewegung“. — Vergessen sei schließlich in diesem Zusammenhang nicht die Mitarbeit der T. J. L. an der Erfüllung der Aufgaben der Toynbeehalle, sowie ihre Sonderveranstaltung von To\ nbeehallen-Cbarakter im Berliner Westen. Ein besonderes Wort verdienen die Diskussionen. Sie waren sehr häufig geistiger Anregungen voll, ihr Niveau lag selten u.;ter dem der Vorträge und Referate. Schlagender Beweis dafür, du/ß nicht zuviel geboten wurde, und daß aus dem Kreise der Brüder heraus immer das Bedürfnis bestand, geistig mitarl>eilend nicht nur zu empfangen, sondern auch zu geben. Es wurde am Ende sogar noch mehr verlangt als das Programm umfassen wollte; den sehr beliebten Buchbesprechungen wünscht die Loge auch die Besprechung wichtiger Theateraufführungen und Ausstellungen jüdischer Künstler hinzugefügt zu sehen. Der Ausschuß für die geistigen Interessen wird im kommenden Termin diesen Wünschen Rechnung tragen. Ernestine Eschelbacher zum 70. Geburtstag Die Berliner Judenheit hat mit lest gefeiert: den 70. Geburtstag Mutter, einer Fürstin in Israel. Ernestine Eschelbacher, die Führerin des Verbandes der Frauen-Vereine der L. O. B. B.-Logen, hat am 8. Juli ihren 7<r Geburtstag begangen.. Was Ernestine Eschelbacher den zahlreichen Organisationen. in denen sie mit seltener Hingabe und der ganzen Liebe einer mütterlichen Frau wirkt, bedeutet, ist an anderer •Stelle genugsam gewürdigt worden. Auch der Gemeinsame Ausschuß der Berliner Logen hat Gelegenheit genommen, die Jubilarin zu beglückwünschen. W ir halten ihr das endstehend ahgedrutkte Glückwunschschreiben gesandt. An dieser Stelle haben w ir nur noch den alt jüdischen W unsch hinzu/.ufügenz „Ad meach w’esrim schanah!“ Sehr verehrte gnädige Frau! Ihr 70. Geburtstag ist uns ein freudiger Anlaß, Ihnen die Gefühle der Verehrung und IIo<3ischätzung jum Ausdruck zu bringen für all die Verdienste, die Sie, sehr verehrte gnädige Frau, sich um die jüdische Wohlfahrtsarbeit nicht nur in Berlin, sondern weit über die Grenzen unserer Stadt' hinaus, erworben haben. Am Tage Ihres 70. Geburtstages, den' Sie durch die Gnade Gottes heute begehen, macht der Gemeinsame Ausschuß der Berliner Logen sich gern zum Sprachrohr aller Brüder unseres Ordens in Berlin, wenn er bei dieser Gelegenheit den innigen Gefühlen der Verehrung Ausdruck gibt, welche alle Mitglieder der Berliner Logen Ihnen von Herzen entgegenbringen. Das dankbare Gedächtnis Ihres unvergeßlichen Wirkens wird in der Geschichte der Berliner Judenheit, von der unsere , Logen einen Teil darstellen, unvergeßlich fortleben. Möge Ihnen nach den Worten des Psalmisten „Der Gerechte blühet der Palme gleich, noch im Alter markig und stark“ im Kreise Ihrer lieben Angehörigen eine lange Reihe froher und glücklicher Jahre beschieden sein. Möge Gottes Segen Sie auch auf Ihrem ferneren Lebenswege begleiten! Wir begrüßen Sie in aufrichtiger Hochschätzung und Verehrung. Der Ausschuß für die gemeinsamen Angelegenheiten der Berliner Logen U. O, B. B. Norden, Vorsitzender. ebener Einmütigkeit ein einer seltenen Frau, einer

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