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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-04-01 · 1 (4.1928) · p. Seite 12

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
1 (4.1928)
Date
1928-04-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Nr. 1 MONATSSCHRIFT DER B Schillers Mutter Im kleinen württembergischen Städtchen Cleversulzbach rang um die Mittagsstunde des 29. April 1802 eines Unsterblichen Mutter mit dem Allsieger Tod. An dem Sterbebette beteten ihre Tochter Luise mit ihrem Schwiegersohn Frankh. Nach ein Uhr verzog sich das Gesicht der Kranken leicht; bald darauf war sie eingeschlafen. Frau Majorin Schiller — die „Schilferin", wie sie sich oft Unterzeichnete — war still aus einem Leben geschieden, in dem sie sich allzeit kräftig behauptet hatte. Und an demselben Tage feierte der einzige Sohn, dem sie das Leben gegeben und der sie für alle Zeiten dem "Vergessen entreißt, ahnungslos ein fröhlich Fest in Weimar: er zog in sein neues Haus, auf das er sich lange schon gefreut hatte. Mehr als ein Jahrhundert ist über diese Sterbestunde hingegangen — ein Jahrhundert, das dem Sohne viele Denkmäler errichtet hat, das aber auch die schlichte Frau nicht vergaß. Ein Dichter, Eduard Mörike, meißelte selbst die Inschrift für ihr Grab, und schwäbische Männer und Frauen haben schon vor langer Zeit die Stätte, wo sie ruht, mit einem würdigen Denkmal geschmückt. Elisabeth Dorothea Schiller hat als die Mutter des Sohnes, den sie nicht nur uns, sondern der ganzen Welt geschenkt hat, ein Anrecht auf die Erinnerung der Nachwelt. Prophetisch hatte Schubart ihr schon 1784 zugerufen, daß sie „gebenedeit sei unter den Weibern". Sie hat es im Leben nicht leicht gehabt. Als wohlhabender Eltern Kind ward Elisabeth Dorothea Kodweiß am 13. Dezember 1732 zu Marbach geboren. Aber sie mußte es ansehen, daß der Wohlstand der Familie zurückging und daß nhr Vater, einst der reiche Löwenwirt, als blutarmer Torwärter am St. Nikolastor endete. Es war gut, daß sie bald aus dem Haus kam. Noch war sie nicht 17 Jahre, da führte der Feldscher Johann Kasper Schiller sie heim als sein ehelich Weib. Beider Gatten Eigentum hatte nach der Beurkundung der Inventurrichler einen Wert von 716 Gulden 36 Kreuzer. Acht Jahre hatte die junge Frau auf das erste Kindlein zu warten — Jahre, R LIN ER LOGE#* U. 0. B. B. in denen Johann Kaspar, der Kriegsdienste genommen hatte, verhältnismäßig nur selten zu Hause war. Später vereinigte sich die Familie wohl, aber immer von neuem brachte der militärische Beruf des Mannes Unrast und Umzüge mit sich, bis das längst nicht mehr junge Paar auf der Solitude, dem herzoglichen Lustschloß bei Stuttgart, dauernde Ruhe fand,. Bei dem knappen Einkommen des Gatten, der beiderseitigen Vermögenslosigkeit und dem öfteren Kindersegen mußten Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit natürlich der Hausfrau oberste Gebote sein. So entwickelte die Schillerin an der Seite eines soliden' .und vortrefflichen Gatten denn vor allem ihre hausfraulichen Eigenschaften. Von früh bis spät fleißig, sparsam, ohne die Sparsamkeit zum Geize werden zu lassen, hart und treu in ihren Pflichten, aber hilfreich allen schwächeren gegenüber, eine aufopfernde Mutter — so steht sie als der Typus einer gutbürgerlichen Hausfrau vor der Nachwelt, eine feste geschlossene Persönlichkeit, deren Grenzen allerdings nur eng waren. Mit der Orthographie nahm sie es nicht sonderlich genau — sie hatte nur dje Volksschule besucht —, aber ihre Briefe hatten trotzdem Hand, und Fuß. Die Marktpreise von Eiern, Butter, Fleisch usw. werden notiert; Flachs wird gesponnen; über die Dienstbotenplage wird gestöhnt. Die Frau Majorin — der Feldscher hatte es schließlich bis zum Major gebracht — schilt weidlich über die faulen und liederlichen Mägde. Die Kinder und später die Enkel — das ist danach die Hauptsache. Das macht den wesentlichen Inhalt aller Briefe aus. Man freut sich der Tapferkeit, mit der sich die wackere Frau im Leben behauptet und der Energie, mit der sie ihren kleinen Kreis beherrscht. Aber es ist auffällig, daß kein Blick über Küche und Keller hinausgeht, daß nicht ein Wort von einer höheren Veranlagung und einem mehr geistigen Streben spricht. Die Schillerin hat ihres Sohnes Werke wohl gelesen — ein Urteil darüber, eine Ahnung, daß sie vor etwas Unsterblichem stünde, hat sie schwerlich gehabt. Der Sohn hat das indirekt dadurch bezeugt, daß er in den Briefen an seine Mutter nie von seinen Pläneh und Arbeiten redete, daß er nie den Namen I I , ' t t 1-1 die Xiei®' ^„übernehmen rung von Speisenden für ,'ede Arf-von 9esilichkeiienJ d Lieferung von einzeten Gepichten Halten,Mqyonixusen.SaJaien ,9opien usw. «Sisspeisen Spezial-Q derzeit zup Vepftgung. Gftähepe Auskunft in'jnsepem ßesfaupanl imY.&oek HERMANN HEIZ Leipzig*** Sipass v

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