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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-04-01 · 1 (4.1928) · p. Seite 9

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
1 (4.1928)
Date
1928-04-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOG^N U.O.B.B. Seite 9 Kurz nach dem Kili Seidels zum ersten Mil Der Sang der Sakije Von Dr. Heinz Goldschmidt, Berlin. liege war es, daß ich den Namen Willy hörte. Man drückte mir den „Sang der Sakije" in die Hand, seinen großen, wohl 1914 erschienenen „Roman aus dem heutig« n Aegypten“.’) Ungern begann ich die Arbeit. Dreihundertsieb enzig Seiten konnten mich damals nur abschrecken. Aber b*I< stand ich völlig im Banne dieser Erzählung, die mich fessel e wie seit langem kein Buch. Und in der Folge begleitete oli:h der „Sang der Sakije" auf manche Reise und er gehört liebte zu den Büchern, die ich am wenigsten missen möchte. Der Inhalt? Es jpl die Geschichte Daüds-ibn-Zabal, des kleinen Aegypters aus adligem Hause, der, unter die Fellachen verschlagen, auf dem Lande aufwächst, beim Fiki zuerst und dann bei den fremden M ssionaren in die Schule geht, Eseltreiber wird und Diener bei dei Familie eines englischen Beamten, um schließlich in Kairo durclizubrennen und den Weg zu den Seinen zurückzufinden, den We|i nicht des kleinen Händlers — das hat er längst hinter sich —, sondern des Schiebers und Gauners größten Stils. Und nebenbei mit leiser und feiner Kontrapunktik, ist es die Geschichte Pier :y Aldridges, des jungen Engländers, der, auch er, den vorgezeich leten Weg durchs Leben schreitet, mit seinem Vater, dem brit sehen Beamten im Irrigations-Departement, in Aegypten lejbft heranwächst, uns dann aus dem Gesichtskreis verschwinde^ taucht, als Ingenieur inj und schließlich nach Jahren wieder auf- I rrigations-Departement,-wie es der Vater gewesen und. hier odqij anderen Ortes, auch der Enkel einst sein wird. Die Geschichte zyeier Knaben? Die Geschichte Völker. „Zwei Rassen creuzten die Blicke, diese in unantastbar ruhigem Stolz, mit eisiger Selbstliebe, jene weich und leidenschaftlich jäh, mit schwerverletzter kindlicher Eitelkeit, doch schwach und nur eines Hasses fähig, der aus den Augen spricht.“ 1) Neu erschienen in der [ eutschcn Buchgemcinschait. Berlin. 1927. Das Leben zweier Rassen wird hier gestaltet, die einander nicht verstehen, die einander nicht kennten, und die aneinander verbeileben. Das Leben Aegyptens. In einem Roman größten Ausmaßes. Ein reich gewo! >ener, bunter Teppich ersteht vor unseren Augen in der phanU stischen- Farbenpracht des Orients, bestechend durch die Vielfältigkeit der'Bilder,-die Feinheit der Zeichnung, die Kühnheit des Entwurfs.. An Gobineau könnte man denken bei dieser gewaltigen Konzeption.' Aber freilich, nur in dieser gleicht- Seidel dem. großen Alireskomaler der „Renaissance“. Stil, - Ausführung, Betrachtungsweise sind andere moderner, komplizierter. Man glaubt, einen .Mediziner am Werke zu sehen. Aber ist nicht die Kenntnis der Seele‘Zeichen jedes wahren Dichters? Es sind die . tiefsten Fragendes Lebens, an die Seidel rührt. Die Probleme unterbewußter, unbewußter Sphären liegen ihm of en und er' beherrscht das Handwerk, sie zu gestalten. Geschull an den feinsten Köpfen der Zeit, hat er manches von Thomas Mann, manches, von Flaubert in sich aufgenommen upd verbindet' die sublime Psychologie des deutschen Künstlers mit der drehend furchtbaren Gestaltungskraft Flauberts. i Es ist das Lied voh jenem Lande, das nicht sterben will und nicht leben kann; vojn jenem Lande, das, ewig schwankend zwischen Ost u,nd Wefjt, den Kampf zweier Rassen,, zweier Kulturen in gnyienerregenjder Deutlichkeit erlebt; in seinen Städten sitzen braune Händler,! schachern, spielen lind schlürfen giftigen' Kaffee; unter ihnen — doch unendlich fern di> weißen Fremdlinge, eine andere Spezies Mensch, mit anderen danken, unerbittlich in Freuden und Zielen, Wünschen und Geihrer grausamen Härte .und streng abgeder Anstalt. Draußen und doch unnahbar, in ihrer Mitte — und sondert wie die Aufseiher eines Zuchthauses von de9 Insassen aber, rings im weiten Lande, singt die Sakije ihr ewiges Lidd, unberührt' von allem Geschehen der Welt, von . Kriegen und Börsengeschäften, den Siegen . der Kleiner Flügel! 'Alleinvertrieb für * GioßBorKn B.NeuinaniL Kleines Pianql 3 Diasana-Produ kte ein wahres Labsal für =Diabetiker Kein Snchnrin ii S»li Serrognt Diasana-Zuckeriösu ig. Schokoladen. Pralln in, Kompotte, Konfitüren unübertrefflich urziuo mrtmi i. «ertoHM den DIASANA g.m.b.h. Berlin W50. PassauerStr.15 Verlang. Sie unser neu erschienenes Kochbuch mooeitransDort und W15,, Kurfürstendamm 173/4 Oliva 5643 SO 36 Reichenberger Str. 154 /L-Juergens' Alexander -platzd Sorgfältige Ausbildung als Krafjtwagenführer Besch Die Briider-Verlaflsgcs(!|l Organisationen. Cs lie^l Ii I Fahrschule,, fl flune de« FUturcrachelna 3b. 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