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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-04-01 · 1 (4.1928) · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
1 (4.1928)
Date
1928-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B, Nr. l daß uns diese Verbindung fehlt. Die Aufnahme iiner Anzahl jüngerer Brüder in den Orden kann diesen Mangel nicht ausgleichen; der Baum hat nur Bestand, wenn seine Wurzeln aus dem Borne ewiger Jugend, getränkt werden, und die Weisheit des -Alters ihn erleuchtet! Darum auf die Tore unserer Tempel, damit unsere Jugend einziehe und aus ihrer jugendlichen .Begeisterung uns die Gewißheit jwerde, daß unser Streben und Hoffen dem Ewigen und Unvergänglichen gehört! _ Von dem Gedanken ausgehend, daß jedes Haus eines Bruders auch eine Pflegestätte der erhabenen Ideen des Ordens ist, dem er angehört, hat ein anderer Bruderbund den Söhnen von Brüdern den Zutritt zur Loge schon mit dem achtzehnten Lebensjahre, d. h. sieben Jahre früher als einem anderen Suchenden, gestattet, und außerdem durch Erlaß des Eintrittsgeldes uüd der halben Beitragsleistung bis zur eigenen wirtschaftlichen Selbständigkeit. weitere Erleichterungen für den Eintritt von Brudersöhnen in die Loge geschaffen. Die geringe materielle Einbuße wird durch den ideellen Gewinn, den der Orden hat, mehr als aufgewogen.- Durch diese, unsere jüngsten Brüder, erlangen wir auch Einfluß auf die Jugendorganisationen, die mit einer gewissen Berechtigung die Mitwirkung älterer Brüder ablehnen, dagegen dankbar sind den Mitarbeitern, von denen sie nicht ein Lebensalter trennt. Wie ein Offizierskorps sich aus dem Kadettenkorps ergänzt, das in seinem Geiste, in seiner Tradition erzogen wird, so muß der Loge die Jugend dienstbar gemacht werden, die unsere Ideale pflegt und unserer Lehre eine Pflanzstätte bereitet. „Sag' es deinem Sohne, was die Loge ist, sag' ihm, was die Loge unterscheidet von anderen Vereinigungen und Bruderschaften, und erwecke in ihm die Liebe zu deinem Orden", — dann wird dieser Ostergedanke zum Segen werden unserem Bunde und das Wort erfüllet werden: „Uns zu verewigen, sind wir da". Laßt uns. meine lieben Brüder, noch einen anderen Pessachgedanken in die Loge tragen, dahin, wo nicht der Mensch dem Menschen HEINRICH SCHM1THÜSEN Innenarchitekt BERLIN W 15, Kurfürstendamm 43 Telephon: Bismarck 644 - 45 Ausstellung künstlerischer Wohnräume 15 Musterzimmer, fast ausschließlich eigene Modelle Einrichtungen von Villen, Wohnungen u. Geschäftsräumen Infolge Fortfall der Ladenmiete besonders billige Preise gegenübersteht, sondern der Bruder dem Bruder fühlend und helfend und sorgend die Hand reicht. — Ein Sklavenvolk, ergriffen von einem heiligen Gemeiinschaftsgeiste, folgte seinem großen Führer in die Freiheit, und alle Gebote und Verordnungen, die/Moses seinem Volke gibt, werden von diesem GemeinschaftsgÄste getragen, der bis auf den heutigen Tag aus unseren Reihen nicht geschwunden, aber leider in seiner Kraft und Auswirkung immer schwächer geworden ist. Kein Festbrauch ist so dem Gemeinschaftsgeist entsprungen wie unsere Sederabende. Dieser Geist, sich entwickelnd aus der Liebe der Gatten, weiter gebildet zwischen Eltern und Kindern, zwischen Geschwistern und Verwandten, manifestiert sich in unserem Pess^ch-Ritual, und wenn wir noch alle die einladen, an unserer Fes'tesfreude teilzunehmen, denen ein widriges Geschick keine Tafel gedeckt, dann nähert sich der Gemeinschaftsgeist dem Ideal der allgemeinen Menschenliebe. Wie die Erde noch von der Sonnenwärme zehrt und lebt, wenn die Spenderin schon lange untergegangen, so möge auch der Gemeinschaftsgeist über die Pessachtage hinaus unser Leben beglücken und segnen. Im Berufs- und öffentlichen Leben scheint dieser Gemeinschaftsgeist häufig ganz abhanden gekommen zu sein und im Parteienstreit unterzugehen. Dann erwächst uns Brüdern, die wir berufen sind, Brüderlichkeit und Einigkeit zu unserem inneren Besitz zu machen, die heilige Pflicht, auch unser Handeln im profanen Leben davon durchdringen zu lassen. Wenn wir Brüderlichkeit und Einigkeit auch aus unseren Tempelmauern hinaustragen ins Leben, wenn wir unsere Logenmaximen, die Maximen unseres ganzen Handelns werden lassen, dann erfüllen wir die Forderung Kant's an das Sittengesetz und an uns erfüllt sich das Dichterwort: „Nichts vom Vergänglichen, * Wie’s auch geschah. Uns~xu verewigen. Sind wir dal". iKonditorei Charlottenburg ÜCarfürstendamm 234 and ^Berlin Sriedrichstraße 209 - täglich auch Sonntags freier cVersand nach den westlichen Vororten Bestellungs-Einnahme: Bismarck ZNr. 6144, 6145

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