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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-04-01 · 1 (4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
8 (1928-1929)
Issue
1 (4.1928)
Date
1928-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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derBEBLINE 0€ EN U.O.RB. ■ BERLIN W 62. KLEISTSTR. 10. LOOENHAUS - i •: 8. JAHRGANG APRIL 1928 ' NUMMER 1 Die Wohlfahrtsarbeit der Berliner Logen U.O.B.B.imfTerminl927-2ö Von Br. Epr. Ludwig Rosenberg (Ai E. L.). „Wissenschaft und Kunst zu unterstützen, die Not der Armen und Bedürftigen zu lindern", ist das Leitwort unseres Ordens. Getreu dieser;Devise hat sich der Orden und insbesondere die Berliner Logen in den Zeiten vor dem Kriege überall da, wo es galt, jüdische Not zu lindern, soziale oder kulturelle Aufgaben zu fördern, führend an die Spitze gestellt. In jenen Zeiten konnte sich die charitative Tätigkeit der Logen ausschließlich jenen allgemeinen Aufgaben zuwenden. Aber schon der Krieg und mehr nßch die Zeiten der durch den Krieg und seine Folgen . hervorgerufenen Vernichtung aller bürgerlichen Existenzen stellten die Logen vor ganz neue Aufgaben. Galt es doch jetzt neben dem selbstverständlich immer noch in seiner ganzen Tragweite erfaßten Fürsorgewerk nach außen, Rat und Hilfe zu schaffen auch für die Bedrängten unter uns selbst. Witwen- und Waisenfjürsorge, Bruderhilfe mit Rat und Tat, stellen die Hauptaufgabe unserer Logen heute noch und, wie zu fürchten ist, auch hoch lange Zeit dar. Es bedarf keiner Ausführung, daß die Berliner Logen diesen Verpflichtungen getreu der Ordenspfljchjt in vorbildlicher Weise nachkommen, brauchen wir doch $utj hierbei an unser schönes Logenheim zu denken. . j Daneben aber galt es, über die Fürsorge in den eigenen Reihen hinaus, unsegres^ Ordensdevise gerecht zu werden. Diese allgemeine charitatiüe Tätigkeit der Berliner Logen ist seit Jahrzehnten im „Gemeinsamen Wohlfahrtsausschuß der Berliner Logen U. O. B. B.'’ zentralisiert. Die Arbeiten dieses Ausschusses hatten begreiflicherweise in den letzten Jahren in erheblichem Maße unteri den wirtschaftlichen Schwierigkeiten sowohl der Logen als $et einzelnen Brüder zu leiden. Und so mag manches Mal eine durchaus verständliche Unzufriedenheit mit den Leistungen des Ausschusses in den Logen Platz gegriffen haben. Der Ausschuß!glaubte in diesem Termin seine Aufgaben wieder in vollem Ufnfänge aufnehmen und eine der Bedeutung der Berliner Logen abgemessene charitative Tätigkeit mit den ihm zur Verfügung behenden Mitteln leisten zu sollen. Hierbei fand er eine von ihim Idankbar anerkannte Unterstützung durch die großzügige Bewilligung eines erhöhten Kopfbeitrages seitens der überwiegenden Mehrzahl der Berliner Logen. Dadurch war er instand gesetzt,, seine Arbeiten erfolgreich durchzuführen. Getreu unserem oben erwähnten Leitwort haben wir geglaubt, unser Augenmerk und unsere Fürsorge nicht nur auf die von uns betreuten, von | dem Orden oder den Berliner Logen gegründeten Anstalten; erstrecken zu sollen, sondern darüber hin-' aus soziale und kulturelle Aufgaben des Judentums überhaupt! in den Kreis unserer (Prüfung und Berücksichtigung ziehen zu sollen. Andererseits aber mußten wir, da in den letzten Krisenjahren unsere eigenen, Anstalten aus zwingenden Gründen nur in geringem Ausmaße bedacht werden konnten, diese vorwiegend bei der Verteilung unserer Mittel in Betracht ziehen, und waren gezwungen, uns bei der Erwägung, in welchem. Umfange allgemeine soziale und kulturelle Aufgaben Erfüllung finden können, von strengen und einschränkenden Erwägungen ,leiten zu lassen. Wir stehen auch auf dem Standpunkt, daß es nicht die Aufgabe der Berliner Logen Sein k^nn, solche Institutionen mit geringen, mehr oder weniger nur einen Presligebeitrag darstellenden Zuwendungen zu bedenken, für die andere kapitalkräftigere Stellen, z. B. die Großloge, die örtlichen Logen, der Deutsch-israelitische Gemeindebund, der Landesverband oder die jüdisch-politischen' Parteien kraft ihrer besonderen Beziehung weit eher in Frage kommen als die Berliner Logen. - Wir sind däm Gedanken nähergetreten, bei der Verteilung der Mittel des Qemeinsamen*^ Wohlfahrtsausschusses eipen Schlüssel etwa in der Weise zu finden, d^ßiein überwiegender Teil der etatsmäßigen Mittel für die Berliner Logeninstitutionen ein für allemal festgelegt wird, und der Restbetrag auch wieder nach prozentualem Schlüssel für allgemeine sozial^ Aufgaben und für kulturelle Institutionen bestimmt wird, bei deren Auswahl wir uns nicht von; denzufällig an uns gelangenden mehr oder weniger geschickt abgefaßten Werbeschreiben leiten lassen, sondern vielmehr nach sorgfältiger .Erkundigung bei den Spitzenorganisationen der Wohlfahrtspflege selbst die Auswahl treffen wollen. Dieser Geßanke aber ist.ih diesem Termin noch nicht völlig ausgereift.! ‘ I Der Gemeinsame Wohlfahrtsausschuß hat die Prüfung der Gesuche vor der Bewilligung irgendwelcher Zuwendungen in der Weise vörgenomme^i, daß er sowohl über die Bedeutung der einzelnen Institutionen, als auch über ihre Leistungen genaue Erkundigungen einzjog nnd sich auch eingehend über die wirtschaftliche Lage -vergewissert hat. Dabei konnten wir mir den einzelnen Institntiobeh wertvolle Fühlung nehmen. Wir glauben uns der Erwartung hingeben Zu dürfen, daß die Logen und die Brüder durch die Brüder Referenten des Ausschusses hierüber eingehend informiert worden Sind. Es würde auch über den Rahmen dieses Aufsatzes hinaüsgehen, wollten wir hier uns über die außerordentliche Bedeutung und did dankenswerten Leistungen dieser sozialen Einrichtungen, die wir unsere Kinder nennen dürfen, eingehend auslassen. Wir wollen uns daher] darauf beschränken, daß wir zu unserer großen FreuÄe in der 1-agc waren, durch namhafte Zuwendungen, den Frauenvetein der Berliner Logen U. O. B. B. für sein Mütter- und Kinderheim,; den Verein für Ferienkolonien jüdischer Kinder e. V., begründet von den Berliner Logen U. 0, B. B., die Jüdische Toynbee-Halle für Volksbildung und Unterhaltung der Berliner Bnei-Ejriss-Logen, die Arbeitsgemeinschaft der'jüdischen Arbeitsnachweise, (Verein für Arbeitsnachweis e. V„ begr. ’ von den Berliner Logen U. O. p. B. und jüdisches Arbeitsamt er V.), i '

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