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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-03-01 · 12 (3.1928) · p. Seite 248

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
12 (3.1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 248 (sequence 20)
Language
German
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Seite 248 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B. B. Nr. 12 niederlassungcn und veranlaßten besonders die rührigen Griechen zur Gründung herrlich emporblühender Städte. Schon seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. kolonisierten sie die östlichen und südlichen Küsten, führten ihre Poesie, ihre Musik, ihre Bau- und Bildhauerkunst ein. Noch heute künden die großartigen Trümmer von dem Reichtum und Glanz ihrer Städte. Alle anderen überragen an Größe die Ruinen von Selinunt und die uns hier „ interessierenden von Agrigent. Da die Griechen Siziliens, oder die Sizilioten. wie man sie nannte, in beständigen Verkehr mit .barbarischen Völkern traten, so vermissen wir in diesen Bauwerken die mäßigen Verhältnisse des griechischen Mutterlandes. Alles sollte groß, pompös, majestätisch sein, durch die Gewalt der Erscheinung wirken. Leider haben wiederholte Erdbeben den größten Teil der mächtigen Gebäude in Schutthaufen verwandelt. Die ewig) schaffende Natur des Südens Rat sie mi!- Pflarzcn und seltsamen Blumen überwuchert, die zwischen Steinhaufen und selbst in den.Rinnen der Säulen emporschießen. Man behauptet oft. daß den alten Hellenen der Sinn für die Schönheit der Natur gefehlt habe, aber wenn man sieht, mit welch fernem Gefühl sic für ihre Tempel die großartigste oder reizendste Lage erwählten, so erkennt man. wie ihnen das Naturverständnis ebenso nahe lag. wie das Verständnis alles Menschlichen. Agrigent. auch Akragas genannt, gehörte zu den herrlich'- sten Städten des Altertums. Pindar, der große griechische Lyriker, sang von ihr: ..Akragas, die prachtliebendc adlige Stadt, von allen die schönste." Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. hatte sie etwa 800000 Einwohner. Handel und Gewerbe blühten, und in deren Folge herrschte Prachtliebe und Kunstsinn. All dieses rege Leben ist den ununterbrochen über die Insel hinziehenden Kriegsscharen zum Opfer gefallen. Sizilien war der Schauplatz fortwährender Kämpfe während des ganzen Altertums und Mittedalters. und Karthager. Römer. Araber, Franzosen und Germanen fochten dorf ihre Zwistigkeiten aus. So bietet die heutige Stadt Girgenti keinen Schatten der früheren Größe, nur die gewaltigen Tempelruinen geben Zeugnis vergangener Herrlichkeit. Das Hauptheiligtum, dem Göttervater Zeus gewidmet, verdankt, gleich dem Parthenon in Athen, seine Erhaltung dem Umstande, daß es im Mittelalter als Kirche diente. Auf einem Hügel, umgeben von Oliven- und Mandelwäldern, erhebt es sich. Nur das Dach fehlt. Man erblickt es, aus der Ebene sich nähernd, in seiner ganzen Schönheit, ira künstlerischen Glanze, wie es dereinst die Bürger von Akragas vor 23 Jahrhunderten andachtsvoll schauten, j Hier nun hat man die leider spärlichen Reste jener Atlanten gefunden, die wir zum Vergleiche der Karyatiden des Erech- Iheion betrachten wollen. Etwa gleichzeitig mit den Karyatiden entstanden die Atlanten des Zeustempels. Aber wie verschieden in ihrer Anwendung und in dem zugrundeliegenden Gedanken! Die menschliche Gestalt, in der Architektur verwertet, muß sich den Gesetzen dieser Kunst vollkommen anpassen. Sie ist kein freiwirkendes, auf sich selbst gestelltes Kunstwerk, wie eine Statue, sondern vertritt ein bestimmtes Bauglied und muß in diesem Sinne, ausgeführt sein. Die Karyatiden, die die Stelle der Säulen vertreten, stehen frei von allen Seiten in ruhiger Würde, da, die Atlanten bilden die Pfeiler, die fest der Wand im Innern des Tempels eingefügt, nur wenig aus derselben hervorireten und die gewaltige Last des Daches zu tragen haben. Dieser Verschiedenheit muß ihre Erscheinung ganz und gar Rechnung tragen. Die Atlanten des Zeustempels stehen in langer Reihe an den Wänden des Obergeschosses und tragen das Dach des Gebäudes, Nicht wie die athenischen Jungfrauen sind sic freiwillig herbeigeeilt, um freudig ihrem Gotte aus tiefstem Herzensdrang zu dienen, sondern widerwillig, gleichsam angefesselt. ind sie nicht treue Diener, sondern besiegte Giganten, die die Kleiner FlügelI ff/0/mmw/mw,,, FLWGEL- %PIANOS -eS "Alleinvertrieb für i " A CroSSerünßjyemnann m//m/////////m//////////0/////m//////////////////////////£f Kurf&ftendairirn228 Kleines Piano I Gestundet 18S5 Bitter Schokoladen und Pralinen BERLIN W 57. Pallassfra&e 6 tJEichtenstein Schirme Fl LI Al EN ÖRE LAI L Salon lür Kosmetik Toni Heymann eietDtreustr. 3a da a. Kurtomend Bismarck 9583 Spez. 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