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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-01-01 · 10 (1.1928) · p. Seite 199

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
10 (1.1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 199 (sequence 11)
Language
German
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I I Nr. 10 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Seite 199 und hinterher die ungeheure Volksflut, unter die, als. dieser Festzug während der Kaiserzeit immer prunkvoller sich' gestaltete, die Konsuln des 1. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung einen Silbersegen streuten, nachdem die Gratulanten goldene Münzen oder sonstige Geschenke bereits erhalten hatten. Dieser Zug, wobei die Konsuln die goldgestickte Pupurtunika trugen, gewährte einen überaus -festlichen Anblick. So ging es nach dem Gipfel des Kapitolinischen Hügels, zum Tempel der obersten Gottheit, des Jupiter, um dort das Neujahrsopfer zu vollziehen und aus den Eingeweiden des Opferstiers des Staates Heil und Unheil für das ganze Jahr zu prophezeien, worauf die erste feierliche Amtssitzuftg des neuen Konsuls folgte, die aber mehr sinnbildlichen als praktischen Wert besaß. Den glänzenden Schlußpunkt des Tages bildete das üppige Festessen, das der Erwählte auf dem Kapitol den Spitzen der Behörden, den Senatsmitgliedern und sonstigen hervorragenden Persönlichkeiten gab, während das Volk gleich nach Neujahr durch große öffentliche Spiele entschädigt wurde. Alles in allem betrugen diese Neujahrspflichten, ' die der Konsul sämtlich aus seinem eigenen Säckel zu bestreiten hatte, eine so ungeheure Summe, daß pur ein Millionär imstande war, sich solchen Luxus zu leisten, namentlich als mit dem Fortschreiten der immer prunkvoller werdenden Kaiserzeit auch die Pracht und die Verschwendung, bis ins maßlose gesteigert, zunahm. Was das eigentliche Oberhaupt des römischen States anno 1. den Kaiser, anbetraf, so ging dieser gleichfalls zu Neujahr nicht leer aus, weder bei der allgemeinen Glückwunschhochflut noch den sonstigen Spenden, die am ersten Januar üblich waren. Der erste Kaiser Roms, der damals auf dem Throne saß, Augustus (31 v. Chr. bis 14 n. Chr.), verhielt sich allerdings in Wahrheit kaiserlich bezüglich dieser Gaben, indem er für die empfangenen „Strenae", die ihm dargebrachten Neujahrsgeschenke, Gegengaben verabreichte. Anfangs, in seinen ersten Regierungsjahren, besaßen die Geschepke, die man dem Kaiser bot, mehr den Sinn eines Opfers des Volkes an die Gottheit, zum Wohle des / f Herrschers. Dadurch, daß jeder ein „As''( eine Kupfermünze, die das geprägte Bild des Janus trug, in den „Teicji, des Curtius", eine tiefe Grube mitten auf dem Forum (Markt-, Gerichts- und Volksversammlungsplatz), warf, wo einst der edle römische , Jüngling Marcus CurtiuS 362 v. Chr. sich fürs Vaterland geopfert haben soll. Späterhin,- als Augustus die Neujahrsgaben persönlich in Empfang nahm, verwendete er in fürstlicher Weise das Erhaltene für Errichtung öffentlicher Kunstbauten. Auch eine Art von Neujahrskur fand bereits statt, als besonders vornehme und hochmögende Leute , am 1. Januar dem Kaiser ihre Aufwartung zu machen pflegten,- um als Glückwunsch das übliche „Ave” — sei gegrüßt! — ihm zurufen zit können. Auch die Bürgerschaft Alt-Roms tauschte am Neujahrstag mit Freunden und Bekannten nicht nur gute Wünsche, sondern ebenfalls Geschenke aus. Weit ursprünglich diese Geschenke nur in Lorbeerzwei^en, gepflückt im Hain der Strenia, der Göttin der Gesundheit, des / Segens, bestanden, so nannte man sie „Strenae", wovon die französische 'Bezeichnung „les ätrennes” für-die in Frankreich übliche Neujahrsbescherung abstammt. Mit der Zeit verschwanden allerdings die anfänglich mehr symbolischen Geschenke, um einem großen Neujahrsmarkte Platz zu machen, der auf zwei verschiedenen Stellen abgehalten wurde. Dort erhielt man alles, was das Herz begehrte: schlichte sowie teure/unc^ kostbare Dingef von den sogenanüten „Sigilla" an, jenen kleinen Figuren aus .gebrannten! Ton, Wachs oder Glas, Silber oder Gold, mit denen 'Verwandte und Freunde, nach ihren Mitteln, gegenseitig sich erfreuten, bis zu prächtigsten Kunstgegenständen sowie -kostbaren Waffen, Geräten, Stoffen, Möbeln, Büchern usw. Auch an Leckerbissen fehlte es nicht: feine Eßwaren und Konfitüren, Konfekt und täuschend der Natur nachgebildet.e Puppen aus Honigkuchenteig, vergoldete Datteln, Feigen und Pflaumen und vieles andere mehr waren zu haben. -j ' jHiiinmnfnwitmtmnnimmmmnmmnmiiHHinnHHtntnninnnininnnmiinnimtwiHiHnntmnimwwtMtHimniimin>y Karlsbader Feinbäckerei und Konditorei Moritz Dobrin Bestollungs- und Versandgeschäft: Königstraße 34-36 Tdephonzentrale: Kömgsfadt 6193 und Alexander 5033 Konditoreien und Catos-. Lennestr. 1, Ecke Friedrich-Ebert-Str. 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