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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1928-01-01 · 10 (1.1928) · p. Seite 198

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
10 (1.1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 198 (sequence 10)
Language
German
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I Seite 198_ MONATSSCHRIFT ‘DER BERLINER LOGEN U.O.B.B._Nr, 10 Neujahr im Jahre f Schon im ersten Jahre unserer gegenwärtigen Zeitrechnung, also im Jahre 1, begann in jener altberühmten Kaiserstadt, die dazumal die Welt bedeutete: in Alt-Rom, der neue Jahresabschnitt am 1. Januar, während vordem der Brauch herrschte, erst mit dem Lenz, dem Frühlingsmonat März, es zu eröffnen. Dem doppelköpfigen Gott des Tages und des Jahres, dem nach vor- und rückwärts, in Vergangenheit und Zukunft schauenden Janus, dem aller Anfang zum Schutze anbefohlen wurde, galt ja der Januar gewidmet, denn „Janua" bedeutet Tür: die Tür, durch die das neue Jahr den Einzug hält, um seinen Kreislauf - anzutreten. Schon in aller Morgenfrühe fand in der alten mächtigen Weltstadt ein allgemeiner wechselseitiger Austausch von Glückwünschen zwischen den Hausgenossen statt: nur mußte jeder sich ängstlich davor hüten, irgend etwas auszusprechen, das für „ein böses Omen“, ein schlimmes Vorzeichen gehalten werden konnte. Noch viel weniger aber durfte dem Munde ein Scheit- oder Zankwort oder gar ein Fluch entschlüpfen, weil dies, nach damaliger Anschauung,' gleichfalls von übelster Bedeutung fürs . ganze Jahr gewesen wäre. LTm dagegen von Anbeginn das neue Jahr, symbolisch mindestens. zu einem günstigen, voll rühriger, segensreicher Tätigkeit zu gestalten, begab sich jeder sofort am Neujahrsmorgen, auf einige Minuten nur, an die gewohnte, tägliche Berufsarbeit. Der Maler griff zum Pinsel, der Bildhauer zum Meißel, der Handwerker zum Werkzeug usw., um sinnbildlich für kurze Zeit die Beschäftigung oder' Kunst auszuüben, die den gewohnten Hauptinhalt seines Lebens und Strebens bildete, bevor die damals äußerst umständlichen Neujahrspflichten gegen Götterwelt und Mitmenschen sich vollzogen. Sie nahmen damit ihren Anfang, daß man in festlichen Gewändern zum Fuß des Kapitols (der Burg Alt-Roms) sich begab, wo Gott Janus mit dem doppelten Gesicht thronte, um diesem Weihrauch, Wein und Opferkuchen als Neujahrsgabe darzubringen, auf daß er freundlich blicke im , .neuen Jahre Dann erst pflegte man die Unzahl weltlicher Besuche anzutreten, die bei allen möglichen Vorgesetzten und Patronen, ’ Gönnern und Freunden gewohntermaßen zu machen waren. Ein lebhafter Verkehr begann zu diesem Zwecke in der großen Welt- und Kaiserstadt des Altertums sich zu entwickeln, bis das große Heer der Neujahrsgratulanten der umfangreichen Glückwunschpflicht genügt hatte, um dann mit eiligen Schritten dem Hauptschauspiel des Festes zuzustreben: den Zeremonien, die alljährlich mit der Wahl und feierlichen Einführung des neuen Jah/eskonsuls und dessen „Neujahrsopfer" verbunden waren. Obgleich im Jahre 1 die Würde eines römischen Konsuls keine so hohe Bedeutung mehr wie zur Zeit der Republik besaß, so war damals, zu Beginn des Kaisertums, immerhin noch so viel von der früheren Wichtigkeit geblieben, daß dieser feierliche Amtsantritt des nächsten Mannes nach dem Kaiser einem Staatsakte glich, dem alles zuströmte, und der dem gefeierten Helden des Tages kaum weniger Huldigungsgratulationen brachte als dem mächtigen „Cäsaren", dem römischen Kaiser, selber. j Der Festakt bei dem neuen KojisüL begann mit Gebeten und althergebrachten Zeremonien, indem mah die dunkle Zukunft durch Orakelsprüche zu erforschen suchte, wobei ein fressendes Huhn die Rolle des Orakels spielte. Dann legte der zweithöchste Mann von Rom sein Amtsgewand, die mit Purpur umsäumte Toga, an, und nun öffneten sich die Pforten seines Atriums, seines Empfangssaales, für die draußen harrende Menge der Neujahrsgratulanten. War auch dies erledigt, so begann der riesige Festzug sich in Bewegung zu setzen, in dessen Mitte das Opfertier: ein schneeweißer Stier mit vergoldeten Hörnern, geschmückt mit Lorbeerkranz und Purpurbinde, schritt, begleitet von Flötenbläsera und von den Liktoren, den Gerichtsdienern des alten Roms, die Rutenbündel trugen, als Symbol der richterlichen Strafgewalt. Dann kam der neue Konsul: umgeben vom Senat. It it li i! I* II II ■I II II ■ I II i* II II II II II ii Ii Ii Ii Ii ii _ Soeben erschien nach mehrjähriger Vorbereitung der erste Band der ENCYCLOPAEDIA (UDAICA DAS IUDENTUM IN GESCHICHTE UND GEGENWART IN ETWA 15 BANDEN ZU |E 650 SEITEN IN GROSSEM LEXIKONFO R MAT Mit zahlreichen Illustrationen,mehrfarbig. Drucken, Tabellen, Karten usw.! Einbandentwurf von Prof. E. R. Weiss Die Redaktion besteht aus löbedeutenden jüdischen Gelehrten und Schriftstellern Prospekt durch jede Buchhandlung u. durch den Verlag. Chefredakteur: Dr. Jakob Klabkin Stellv. Redakteur: Prof. Dr. I. Elbogen Die Bande gelangen in etwa halbjährlicher Folge zur Ausgabe. Preis pro Band in Halbleder M. 55. — , in Ganzleinen M. 50.—, Probeheft M. 3.— (Probeheft wird bei Bestellung des Werkes zuruckgenommen) Zahlungserleichterung durch Monatsraten. Aus Urteilen über MFTTEILUNGEN DER GROSSLOGE EUR DEUTSCHLAND U. O. B. B.: ir schm dem Erscheinen des ersten Mettes im Herbst mit Ereude und Dank entgegen und wünschen, daß jeder ludische Verein und jeder deutsche lüde es sich zur Ehre anrechnen sollte, dieses Monumental werk „ zu fordern. Es wird uns zur Verhefung unseres \X»sens sowie zur Aufklärung und Belehrung unserer nichtiudischen Lim weif vorzügliche Dienste leisten.** ' „BERLINER TAGEBLATT": .Es handelt sich um ein großartiges lexikales NLerk, das nicht äußere Daten und Anhaltspunkte, sondern eine Sammlung alphabetisch geordneter Monographien bringt, deren Objektivität sich aus der Fülle der Mitarbeiter ergeben wird ..."!♦ BISMARCKSTRASSE 106 7. VERTRIEBSABTEILUNG ^.ENCYCLOPAEDIA JUDAICA' das Probeheft: AUS EINEM MEHRSPALTIGEN ARTIKEL DER „FRANKFURTER ZEITUNG“ VOM 22. MAI 1927: .Ein gewaltiges Unternehmen, ein XI erk. in dem jeder Artikel neu und nur lur diesen Drude geschrieben wird ... . . Wenn das Werk vielgestaltig wird, wenn es schillert, und nirgends uniform erscheint, ist es darin nijhl ungewollt, ja wider Willen ein Spiegelbild des wirklich lebendigen, nie und nirgends geschlossen faßbaren ludentums. Macht nicht die Mannigfaltigkeit der Aspekte schon diese hundert Seiten spannend wie einen Roman, wie den noch unabsehbaren Roman des Ewigen luden 7“ tl tl *1 tl t I tl tl tl t tl tl tl tl tl tl t| tl t| tl tl tl tl |; VERLAG ESCHKOL A.-G., BERLIN-CHARLOTTENBURG 2 j| tl IjiiliiiiiiiiiiiiininHiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiilUfiiiiiniiiiiiimininuiiiRiiiifiiiiiiifP

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