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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-12-01 · 9 (12.1927) · p. Seite 182

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
9 (12.1927)
Date
1927-12-01
Page
Seite 182 (sequence 22)
Language
German
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MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 9 Seite 182 Von wahrer und scheinbarer Freundschaft Wohl dir, wenn du einen wahren Freund hast. Die Freundschaft kann nicht hoch genug gepriesen werden. Der Mensch hat nichts so eigen, So wohl steht ihm nichts an. Als daß er Treu erzeigen Und Freundschaft halten kann. Es gibt genug Naturen, die selbst in der Jugend keinen Freund gewinnen. Einspännernaturen, die nicht das Bedürfnis oder die Fähigkeit haben, sich eng an andere anzuschließen. Abcr_cs ist dies kein gutes Zeichen für einen jungen Menschen, wenn“er vielleicht manche Bekannte, aber keinen Freund hat. Es zeugt dies meistens von einer gewissen Selbstsucht und einem gewissen Hochmut. Doch glücklicherweise gibt es nicht viele, mit denen es'so steht. Denen, die nie'ira Leben die Fieundschaft kennengelcmt haben, geht viel Freude und viel Segen verloren. Sie werden leicht' einseitig und eckig und bekommen. wenn sie älter werden, nur zu oft die verschiedenartigsten Schrullen. Die eigentliche Zeit der Freundschaft ist die »Jugend. Es kommt ja auch vor, daß Männer und Frauen noch Freunde und Freundinnen gewinnen. Aber im allgemeinen schließt man sich, je älter man wird, um so schwerer an andere an, man wird auch; meistens im reiferen Alter zu sehr von der- Familie und vom Beruf in Anspruch genommen. In der Jugend aber," der Zcit*des Werdens und Wachsens, sehnt mansich nach Freundschaft, bringt man sich gegenseitig leicht Vertrauen und Liebe entgegen. Während bei Jünglingen vor allem die Studentenzeit es ist. in der die Freundschaften fürs Leben' geschlossen . werden, ist es bei jungen Mädchen meistens schon die Sphul- und Pensionszeit, in der dies geschieht. Manche Schulfreundschaften sind schon fürs Leben-geschlossen worden. Viele wieder sind mit dem Namen „Freund" allzu freigebig. Wenn sich zwei junge Menschen gegenseitig -einigemal eingeladcn haben, wenn sie öfters miteinander spazieren gegangen sind oder Lawn Tennis spielten, wenn sie in einem Badeort zuweilen zusammenkamen oder auf einer Hochzeit miteinander vergnügt waren, so sprechen sie schon von Freundschaft. Dies ist aber doch nur eine Bekanntschaft, die auch ihren Wert haben kann, jedoch den Naihen Freundschaft nicht verdient. Zur Freundschaft gehört viel mehr. Es ist so, wie ein dänischer Dichter sagt: Zu trauter Freundschaft ist es nicht genug. Daß man auf dies und das ein Glas geleert, Auf einer Schulbank beieinander saß, / In einem Cafö oft zusammentraf, Sich auf der Straße höflich unterhielt, Auch wohl einander ’rie Zigarre bot, Im selben Klub dieselben Lieder sang, . Als Publizisten eine Farbe trug. Auch diejenigen, die sehr unbeständig in der Freundschaft sind, wissen nipht, was rechte Freundschaft ist und was sie sein soll. Es gibt viel junge Mädchen, die alle paar Wochen oder Monate neue Busenfreundinnen haben. Lernen sie ein anderes junges Mädchen kennen, das ihnen gefällt — und zuerst zeigt sich ja fast jede von ihrer liebenswürdigsten Seite —, so sind .sie ganz entzückt von ihr. Sie fangen an für sie zu schwärmen, sie drängen ihr ihre Freundschaft auf, bitten sie sogleich um das frej^ndschaftliche „Du" und vergessta ihre bisherigen Freundinnen in oft rücksichtsloser Weise, rinden sie Entgegen^ kommen, ^lann geloben sich die Neugefundenen „ewige Freundschaft". Aber diese Ewigkeit dauert meistens nicht sehr lange. Anfangs sind sie unzertrennlich, sie tun so, als ob sie sich das Leben ohne einander nicht denken können. {Sind sie eine Zeitlang voneinander getrennt, verdient die Post' viel an ihnen; sie schreiben sich fast täglich Briefe und diese sind oft so lang, daß sie doppeltes Porto kosten. Aber diese übertriebene, unechte Freundschaft kann nicht lange dauern, die Abkühlung tritt oft früher ein, als zu erwarten stand oder sie treten allmählich einander ferner, wenn sie sich nicht gar erzürnen, so daß es qinen plötzlichen Krach gibt, bei dem die Freundschaft Für Festlichkeiten 1 ii. Torten. Kailee- und Teegebäck Carl Jaedicke. Benin.sui 68 Kocnsir. 58 Fernsgr. Nniwit 3128 28 Veisand nach außerhalb — Oie neue ntflöe 5 Sigaref te mit ©olOm. i net ©efterr. 3abat«fRegie /TBAHL Cr FALCKE i BLUMEN 'AU/ZTELLUNCi BERLIN'W66 —MAUED/TR99 FERNRUF.* ZENTRUM 5023 u.502.4 / löset Zettel * Moderne Juwelen Perlketten- Vergrößerungen Umarbeitung alter Schmuckstücke nach neuesten Entwürfen * „ BERLIN W 8 Französische Straße 46, Hof II

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