Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 9 (12.1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 179 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 9 Seite 179 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.CLB.B. ist umfassender, sachlicher. Es begreift den Chassidismus als Trostbewegung nach der -Verzweiflung über die Blutbäder des Chmelnitzki-Mordens und zugleich, als Ausdruck des naivbäuerlichen, mehr phantasieals geisterfüllten Charakters, welchen die Juden südrussischer Erde sich von ihrer Umwelt angeeignet hatten. Diesen Trost konnte das damals alleinherrschende trockene Talmudstudium den Unglücklichen nicht geben. Der Chassidismus gab ihn in seiner Lehre der Freude, die ihr Meister Israel Baal Schern Tob aus jahrelanger Einsamkeit der Berge seinen unglücklichen Brüdern niederbrachte. Wer ergründen will, aus welchen Seelentieien und Gotteshöhen diese Freude entsprang, wie sie mit der Demut, der Begeisterung und der Inbrunst sich zum harmonischen Vierklang des chassisdischen Bruderschaftslebens vereinigte — der studiere dieses einfache und erschöpfende Buch. Dies wahrhaftige Buch auch; denn es zeigt nicht bloß den Aufstieg des großen Meisters, sondern aüch den Abstieg der ihm nicht gleichwertigen Jünger, des Dob Bär (des „Großen Maggid") und des Schneur Salman, sowie den Niedergang der ganzen Bewegung, welche, trotz der Renaissanceversuche des edleü Nachman von Brazlaw, zu Veräußerlichung. Verflachung und Verzerrung verdammt war. Der Zaddikismusyh^t den ursprünglichen Chassidismus zerschlagen. Man erlebt es bedauernd als Volkstragik; denn der Chassidismus war immerhin eine Belegung von höchster und schönster Prägung, die vielleicht noch jem, trotz allem, Keime der Wiedergeburt eines neuen Judentums in sich bewahrt hält. Voll Unschuld, Frieden und Licht wie dieses Buch sind auch dje Pfade, welche unsere Vorfahren wandelten, wenn sie um die Ereignisse und Gestalten unserer biblischen Vorzeit ihre Legenden spannen. Das ungeheuere Verdienst, uns diese Welt der Mythen und Legenden zur' Bibel nach den midraschischen Ueberlieferungen erschlossen und systematisch vor uns aufgebaut zu haben, ist M i c h a- J o s e f< b i n G o r i o n (Bcrdiczewski) zuzuschreiben. Seine „Sagen der Juden", nach seinem allzu, frühen Tode von seiner Witwe und seinem jungen' Sohne bei Rütten & Loening, Frankfurt a. ,M., herausgegeben, sind > ein quellender Zaubergarten. Fünf Bände sind bisher erschienen: Di/e Urzeit, Die Erzväter,' Die zwölf Stämme, Mose und Juda und Israel. „Hier ist bunteste orientalische Kunst, ist die so oft vermißte urwüchsige, sinnlich naive Lust und unmittelbar daneben skurrile Verschrobenheit. Gott geht als unsichtbarer Riese durch das Buch, alle Elemente: Feuer, Wasser, Wind und Luft haben noch ihre Sprache, die Buchstaben brechen.auf und reden, die Flüsse haben einen Mund und die Berge Lippien." Diese Charakteristik eines feinep Kritikers sagt nicht zu viel. Das Buch „Mose" erzählt von der Geburt, und dem Leben des großen Helden, Lehrers und Propheten, dann, die Geschichte des Auszugs, ein dritter Teil von dom Empfang der Torah und die Mythen vom Aufstiege Moses in did Himmel durch die Schrecken des Abgrunds, ein letzter von der Wüstenwanderung und den herrdt liehen Mythos von Moses Tode. — Diese Bände Bin Gorions gehören zu den schönsten Schätzen, die unserer Epoche geschenkt sind. Der jüdischen und nichtjüdischen Welt sind sie eine Offenbarung der Kräft, des Reichtums und der Süßigkeit jüdischer Volksdichtung aus späten, fälschlicherweise .trocken .und unfruchtbar geglaubten und gescholtenen Zeiten. ' Un;er jüdis6hes Wissen, da£ durch solehe- Gaben beträchtliche Erweiterungen Erfährt, ist durch Jahrzehnte' moderner Forschung zu einem Umfang angewachsen, der für einen Laien schwer übersehbar ist. Zugleich ist das jüdische Leben, das uns umfängt, und die Probleme, die es aufwirft, so verwirrend und unerschöpflich geworden, daß nach Mitteln gesucht werden muß, die Ueberfülle zugänglich zu machen. Ein solches Mittel war die „Jewisch Encyclopedia", die’ iu ihrer Zeit eine Tat war. Aber (Müduminfd)e unb iRnjetgen 311c QJecIobung, 311c ij>od)3ett, für Jubiläen in fein ft ec, ootn.ebmer Ausführung ©amenfpenbett, prafttifdje <J>efcfjenke C-^uergen^ ^apietbauö JUeranberpL Blumen-Hübner am Zoo IOACHIMSIHALER SIR. 42 KAISERDAMM 38 tK*-iüi'ikanzirrpi«ii) ' * Bismart k 1 Ö12V - «'«Atcnd 22»' iKünstlerische Blumenzusammenstellungen für ffreud und Jbeid Augengläser Itr |edca Gtbrancksrsraek Ferngläser Ptots-lialfM ud Bedarf J_O S E F NAC HF. OPTIKER WOLFF G.M.B.H. FRKORICHSTRASSt M-60 innwcB stbass* »oiioz JOACHIMSTHA1ER STR. 4« BERLIN «OSEHTHAIER STRASSE RS CRUN*WAU> STRASSE M N (AM DU STR ASM 13 Beste Einrichtung für Bistimmung ätr rickliglH Augengiästr ZM Abteilung blObeltransporf und Wohnungstausch W15, Kurfürstendamm 173/4 OHva 5843 •MSfMttSMlM IMIWMR WTSM Qaorg 8ilbaratain 4 Ca BERLIN SO 36 Reichenberger Str. 154- Morlöpl''1 994-997 lUrlmi Deckbett Ulf 51 Mm Ht pfi IttUtfflilliii H.aptj.ichiit: lm stadtbahnhof Bdraa. Zweiggeschäft Am Kurfötstendamm. ‘ Wllmcrfdorfer MroA« 4M Kaute qu». aber billigI Mandarinendaunen Pt* 7,50 m. Grober Varaaad ab Battlederalabrik. Umteaacb gestatlat. Voa 2t Mark aa koateaircL Nack aaSerbalb Katalog« aad Probea^ Nmi Giaaescblacktfeden m. Daao«o. Bruetfedero o. all«n Federo, wi« li« v, der Glas fallen, Pid 2.5t, dies bester 331, weiche graue Rnpffed t St,bessere gal gereinigte I.-, » 25, 1.5t 3.2t, 4 St 5.5t» Geritsene Schlcifilcdero, füllkrift. 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