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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-12-01 · 9 (12.1927) · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
9 (12.1927)
Date
1927-12-01
Page
Seite 173 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 9 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN ILO. B. ß Seite 173 Der große Mensch und der kleine Mensch Von Louis Qoldberg, Berlin. Zur Werkstoffschau zog es mich hin, und als ich sie, wegen Ueberlastung mit Arbeit, erst kurz vor Toresschluß erreichte,- strömten mit mir Hausende von Laien und Werksangehörigen zusammen, um diese einzigartige Lerngelegenheit zu benutzen. Keine Stätte der üblichen Reklame war es, sondern eine StättK um Wissenschaft und Technik in Andacht zu bewundern und um zu erkennen, wie herrlich weit wir es doch schon gebracht haben. Eigentlich hätte diese Schau die Bezeichnung führen sollen: ..Das Metall, sein Ursprung, seine Erzeugung, Verarbeitung und Beherrschung, wissenschaftlich und technisch dargestellt von der deutschen Wissenschaft und Industrie"; und so lang dieser Titel hätte sein müssen, so lang war die Anspannung, die ein jeder aufwenden mußte, um einigermaßen einen Ueberblick über die Fülle des Gebotenen zu erlangen. Vom Rohstoff ging's zum Rohmetall, von da' zur Verfeinerung der Rohmetalle bis zu ihrer industriellen Verarbeitungsfähigkeit; von da zum Werkzeug, und über allem stand dann die wissenschaftliche Prüfung über die „zugesicherten Eigenschaften" durch Mikroskop, durch Zerreißer, Quetscher und Bieger, durch Waage und Säure und was sonst noch der Wissenschaft zur Verfügung steht, um die Erzeugnisse auf ihre Brauchbarkeit hin zu kontrollieren. Innerlich fremd, weil für ihn unvorstellbar, stand der Laie vor den Goldblättchen, deren Stärke auf ein hundertstel Millimeter angegeben war, um dabei zu hören, daß diese Blättchen sogar bis auf ein tausendstel Millimeter verfeinert werden; letzteres zu vollbringen, sei allerdings „Gefühlssache des Arbeiters", der gleichsam diese Empfindung angeerbt hätte. Und dann das Gegenstück dazu: Isolierstoffe, die hergestellt worden sind, um 1 Million Volt zu bändigen und vor Unheilstiftung in Schach zu halten. Technische Wunder, sagten viele; Erfindungsgabe, sagten andre. Vor mir stand im Geiste der Mensch in seiner Größe, der große Mensch, bei dem -der Name nichts zur Sache tut, da der einzelne seit, Jahrtausenden die Arbeit des Vorgängers fortgesetzt und fortentwickelt hat; da ist es auch nicht der Wissenschaftler öder der- Ingenieur, den wir bewundern müssen, sondern auch den „unbekannten Arbeiter“, der tagaus, tägein, seiner Tätigkeit nachgeht, aber Gehirn und Muskel an- * spannen muß, um das Werk herzustellen und um mitunter durch einen durch . Zufall oder durch Nachdenken 'herbeigeführten Griff die „Kultur, vorwärtszdschieben“, I j y. ' Die personifizierte. Intellektualitäj; ging vor, die die Natur zu. meistern gelernt hat und immer weiter vordringt in der Beherrschung der Stoffe, damit die Menschheit vorwärtsschreite. Als ich wieder zu Hause anlangte, lagauf meinem Arbeitstisch ein ■ Büchlein „Menschheitskunde" vom' Universitätsprofessor Dr. med. Hans Friedenthal. Es« war mir auf Veranlassung der Aesthetikerin Jenny, Sittenfeld zugegangen, um meinerseits Freunde und Bekannte auf die Gedankengänge Friedenthals aufmerksam zu machen; eine nur zu gerechtfertigte Absicht. Denn im Vorwort dieses kleinen, aber inhaltschweren , Büchleins (erschienen im Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig) heißt es: „Aufgabe der Menschheitskunde ist vor allem, das allen Menschen Gemeinsame festzustellen gegenüber den trennenden Besonderheiten. Menschheitskunde soll die Zeit jedes Menschen heilig halten und bei allen Veröffentlichungen. Darbietungen und Veranstaltungen sich von dem Bewußtsein der Begrenztheit der Lebensdauer des einzelnen Menschen wie der gesamten Menschheit leiten lassen .. Menschheitskunde ist eine ethisch gerichtete Wissenschaft..., welche das Ziel ihrer Forschung sieht in , der Unterstützung der Aufgabe,* jedermann zu erfreuen und 4u helfen." ' Und nun s'tand/vor mir de^Menscfi in all seiner Kleinheit, der kleine Einzelmensch .mit Seinem kurzen Lebensgange, dessen Sfichteiißdeui ffchirme iß&che Filialen Überall lANZSCHULE ANTOINE BERLIN W^o. VIKTORIA-LUISE-PLATZ q TELtMON: NOLLENDOKF 7064 Privatunterricht und Rurse für Angehörige erstei Gesellschaftskreise EIGENE ELEGANTE UNTERRIGHTSRÄUME VERLANGEN SIE PROSPt KT Albert Klapper Altangesehenes Feinkostgeschäft X >„ Gegründet 1860 Berlin NW 7, Friedrichstr. 94 am Untergrundu. Stadtbahnhof Frladrlchstr. Erstklassige Feinkostwaren in großer Slustoaljl 31t foliben greifen 3!elepf)onifd)e ‘Beftellungen erbeten: 3cntrum 4421 t 1

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