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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-11-01 · 8 (11.1927) · p. Seite 151

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
8 (11.1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 151 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 8 Seite 151 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nie werde ich die anderthalb Stunden vergessen, die ich in jener Stadt der tausend Flaggen verbrachte, wo man für den Frieden arbeitet, Tag und Nacht, jahraus, jahrein, wo man einander kaum versteht und doch wiederum so gut versteht, wo ein französisch sprechender Brite einem jungen Deutschen den Völ» kerpalast zeigte. Flugtechnik im Altertum Von Prof. Dr. C. Fries. Das Flugproblem ist so alt wie die Menschheit. Die altbabylonische Sage weiß von Etana höchst anschaulich zu melden, wie er beim Aufflug mit dem Adler die Erde unter sich immer kleiner und kleiner erblickt. Dädalus und Ikarus lösen die Aufgabe durch engsten Anschluß an den Vogelflug. Die homerischen Götter sind vollkommene Aviatiker. Ihr Apparat besteht in Flügelschuhen. Aber Hera fliegt in der Ilias, wenn sie vom Olymp nach Lemnos strebt, um Zeus durch den Schlafgott zu hintergehen, erst auf den Gipfel des Pieriagebirges als guten Startplatz und von da in ziemlich kompliziertem Landflug über Mazedonien und Thrazien bis zur Südspitze des Athosgebirges, und nur die kleine Strecke nach Lemnos fliegt sie dann über die offene See. Diese mied man, ebenso wie die damalige Schiffahrt, die sich möglichst an den Küsten hielt, also auch in der flugtechnischen Phantasie. Auch Hermes, der von Zeus beauftragt wird, den gefangenen Odysseus von Kalypso zu befreien, fliegt erst auf das nahe Pieriagebirge und dann, möglichst tief über dem Wasser, nach der Insel Ogygia. Da sagt er ausdrücklich zu Kalypso, er habe einen wichtigen Auftrag, „Denn wer ginge wohl gern durch dieses salzigen Meeres Unermeßliche Flut? Ringsum ist keine der Städte, Wo man die,Götter mit Opfern und Hekatomben begrüßet!" Also auch dem Gott ist es beim Ozeanflug nicht geheuer, und er hält sich lieber in der Nähe der Städte und des Festlandes, wie die Seefahrer. Ziemlich deutliche Spuren fliegerischer Vorstellungen finden sich in der Geschichte des Sonnengottes Phaethon, der ohne gehörige Trainierung den Apparat besteigt und dann auch einen jähen Absturz erleidet, wie övid das erzählt. Wir haben es alle in Untersekunda „leidend miterfahren". " Auch in der bildenden Kunst zeigt sich, daß der Fluggedanke nicht ruhte. Der Bildhauer Arcliermos von Chios stellte um 600 v. Chr. G. zum erstenmal die Siegesgöttin Nike fliegend dar. Das zwischen den 'freischwebenden Beinen niederflatternde Gewand bildet die Verbindung mit der Erde. -Die Göttin schwebt mit 6 Flügeln, wie die biblischen Cherubim,-wenn die Flügel auch von ungleicher, Größe sind. In der Blütezeit Athens, um 525, schuf Päonius von Mende seine berühmte Nike, die ,18?5 in Olympia ausgegraben wurde. -Auf ejner 9 Meter hohen Basis schwelst die wunderbare idealschöne Gestalt. Hohe Schwingeh wölben sich über ihren Schultern, das Gewand wallt im Siurm und schmiegt sich an die klassische Schönheit der Göttin, zu deren Füßen ein Adler die Luft durchquert. Alles ist auf Leichtigkeit, Schwung, Schweben eingestellt. Sogar die hohe, nur dreiseitige Säule, soll offenbar den unstofflichen Charakter des Ganzen betonen. Nicht viel später schuf Leochares, der große attische Bildner, den Ganymedes. Der Adler faßt den Knaben sanft; schon hebt er sich langsam empor. Alles strebt Zur Höhe, der Kopf des Vogels, die breiten Schwingen, der Baumstamm weisen empor. Das Flugproblem ist intuitiv mit genialer Einfühlung gelöst. Wir sehen das steinerne Bildwerk schweben, der Künstler hat den Schwebeflug visionär erlebt., In späterer Zeit (wird das/ Fliegen noch einmal Gegenstand literarischer Behandlung, aber nicht ernsthaft, sondern satirisch, nämliqh bei dem ärgen Spöfter'Luüan, dem nicht einmal die Bewohner des Olymp heilig waren, 'geschweige ihre Flugtechnik. In seinem Dialog „Ikaromfnippos“', führt er den Philosophen Menippos ein. Dieser erzählt' alle'n Ernstes, wie er sich einen Flugapparat konstruiert habe und zwar merkwürdigerweise aus Einern Adleä- und einem LämmeTgeierfhigel, die er sich mit Riemen rechts und links angeschnallt habe. Damit fliegt er. An den Spitzen der Schwungfedern befestigt er eine Art von Han- Off eriere folgende, besonders preiswerte Weine: A.) Bordeaux-Weine P‘r 11 fr'1- 1920 Chateau Calmeilh.M. 2,25 Ile du Nord, guter, angenehmer Tisch wein ‘ 1924 Chateau Monbouchet . - . M. 2,75 sehr guter Tafelwein B.) Rhein-Weine 1926 Hackenheimer Galgenberg M. 2,10 angenehmer, guter Tischwein 1924 Binger Schloßberg Schwätzerchen.M. 2,75 Wachstum der Stadt Bingen, sehr schöner Tafelwein 1925 Cauber Schloßberg . . . . M. 3,— aromatischer, blumiger Tafelwein C.) Mosel-Weine per * , Fl. 1922 Bruttiger Mark . . . M. 1,50 i angenehmer, süffiger Tischwein 1922 Enkircher Steffensberg . . M. 1,75 würziger Tischwein 1 1924 Zeltinger Hilnmelreich . . M. 2,50 schöner, lieblicher Mosel 1925 Liese rer Niederberg . 1 , M. 2,75 prickelnder, würziger Wein 1921 Erdener Herrenberg . . ., M. 4,— Wachstum Wwe. Marty hervorragender Gesellschaftswein Adolph ILrsk.it Nachfolger Inh.: Victor Stein Weingroßhandlung Berlin W 50, Tauentzienstr 3. Fernspr.: Sfeinplafz ’4«422. Bürobedarf /W Brtetördner^^^ ■wsatcaiafaaa. %, i («wssasiM arstf % ua _MMsiiasnti % M» Gebr. Scherk Ferfispracbei Mp) 3481 8? 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