Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 7 (10.1927)
- Date
- 1927-10-01
- Page
- Seite 124 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4885084-6352609-6352872--0365-4885428- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 124 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 7 Nicht weniger interessant als diese überaus reiche und überschwengliche barocke Komposition ist der um mehrere Jahrhunderte früher an den Wänden des Vorraums zur Kirche in ruhiger und einfacher Weise gemalte Totentanz. Etwa 2 m hoch und 22 m lang wurde er 1860 entdeckt und damals von dem Maler Fischbach restauriert. Des gleichen Alters wie die .Marienkirche kann die benachbarte Nikolaikirche sich rühmen. Abgeschlossen vom lebhaften Verkehr steht sie inmitten des kleinen behaglichen Nikolaikirchplatzes und konnte sich da in ihrem bis zum JaTire 1878 bescheidenen Gewände in stiller Zurückgezogenheit wohlfühlen. Nur eine einzige ganz einfache Turmspitze ragte hoch empor und schaute über die Häuser hinweg zu dem Turm der Marienkirche. sich wundernd über dessen wiederholt veränderte Gestalt. Doch auch sie selbst sollte in ihrer jahrhundertelangen Ruhe nicht ungestört bleiben. Dafür sorgten die nach Reichtum und Schmuck begehrenden' Nachkriegsjahre des letztvergangenen Jahrhunderts. Einer zweiten Turmspitze mußte der seitlich den alten Tu/rn berührende schlichte Gicbelabschlull weichen, und nicht genug — jedem der beiden Türme wurde an leder Ecke noch eine kleinere Turmspitze hinzugefügt, so daß jetzt zehn Spitzen und Spitzchen die westliche Turmfront der Kirche beunruhigen. Auch darunter die breite Turmfläche war bis dahin schmucklos geblieben. Ihre große Ruhe wurde noch unterstützt durch die gegensätzliche lebhafte Wirkung des an der Südseite mit ihr verbundenen kleinen und dabei klein geteilten Staffelgiebels. Aber auch dieser schönen, breiten Fläche sollte ihre Ruhe nicht erhärten bleiben. In ihrem oberen Teile wurde sic mit Maßwerk in gotischen Formen verziert. Und.hiermit verlor äuch das Aeußerc des steinernen Turmoberbaus seinen ernsten, bescheidenen und starken Charakter. Wer von den seitlichen Fronten des Kirchenschiffs die Sihlichte und dabei kraftvolle altgotische Bauweise beobachtet und hiermit den oberen Teil des Turmbaus in seiner neuzeitlichen „Bereicherung" vergleicht, der wird erkennen, daß diese Bauweise dem Empfinden der alten gotischen Zeit nicht entspricht. Und ebenso in dem stattlichen Innenraum. Mäphtig streben die stark gegliederten' gotischen Pfeiler empor, in hohen Bogen schließen darüber die Kreuzgewölbe den dreischiffigen Raum. Und wie unruhig und zerbrechlich sehen bei dieser großen und klaren Kaumbildung die von der Decke herabhängenden modernen „reichen", in gotische Formen gekleideten Beleuchtungskörper aus! An ihnen dürfte kein Gotiker aus alter Zeit Gefallen finden. Ein interessantes Bild aus'der Zeit der Spätrenaissance finden wir in der seitlichen Kapelle des kurfürstlichen Rats Kötteritzsch. Vorn unten knieend in Lebensgröße Johann Köfteritzsch und seine Frau Caritas, darüber von einem Spitzbogen gefaßt das Innere der Kirche in ihrem damaligen Zustande, und darinnen gleichzeitig eine Taufhandlung, den von der Kanzel aus predigenden Geistlichen und eine Abendmahlsfeier. So dient dieses Bild nicht nur dem Gedächtnisse der-Stifter, es gestattet auch eine Blick in die Kirche mit ihrer Ausschmückung im Anfänge des 17. Jahrhunderts und zeigt die verschiedenen gottesdienstlichen Betriebe-darin zu'jener Zeit. Nur schade, daß das Bild im Laufe der langen Jahre sehr nachgedunkelt hat. Auch die Klosterkirche in der Klosterstraße stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie gehörte zu einer großen, um zwei innere, von Kreuzgängen umgebene Höfe gruppierten Klosteranlage des Franziskanerordens. Bei verschiedenen Um- und Neubauten wurde ein großer Teil der Anlage beseitigt. Durch eine Verordnung vom 24. Februar 1574 hat Kurfürst Johann Georg die noch verfügbaren Klosterräume zur Errichtung eines;,Gymnasion", der ersten höheren Lehranstalt in Berlin, bestimmt Dort befindet sich noch heute unser Gymnasium „Zum Grauen Kloster". Die der Straße zugekehrte Westseite der Kirche wurde in den Jahren 1842 bis 1844 umgebaut; hierbei sind auch die beiden achteckigen Treppentürmen und das Giebeltürmchen ausge- 'fjÖÄrliruac 3 ilKer rojax4infxbrik ■Adolf CKandszxh 'ehex\ui 30 36- O Danken.;ir. 183- JUhlesi St* bevn £uxkxuif Junge Mädchen aus guter Familie können von dem renommierten Töcbterpensionat Wieler. Konstanz a B., Villa Seegarten, noch zum Beginn des Wintersemesters aufgenommen werden. Gründliche wissenschaftliche, haushaltliche und gesellschaftliche Ausbildung, beste Verpflegung, Sommer-und Wintersport. Idealer Ferienaufenthalt Referenzen: Dr.Chone. Präsident der Makkabi-Loge, Konstanz a. B. Ferdinand Alexander Schatzmeister d Berthoid-Auerbach-Loge,Berlin ALBERT KLAPPER Altangesehenes Feinkostgeschäft Gegründet 1860 Berlin NW 7, Friedrichstraße 94 am Untargrund- und Stadtbahnhof Friadrlchstr. Gcrftflaffige 5einfo|ttoaren tn großer 5lustoaljl 311 joliben greifen Selepf)onifd)e ‘Seftellungen erbeten: 3e>rtnim 4421’ NAX WITTKOWSKI HEBBENhASSSCHNEIDEBEI Meine langjährige treue Kundschaft ist meine beste Referenz ANZOGE VON M. 150.— AN! TAUENTXIKNSTR. / STEINPLATX 1111 1