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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-07-01 · 4 (7.1927) · p. Seite 67

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
4 (7.1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 67 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 4 Seile 67 . MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.tLB.B:. -^-:-'- aber sie konnten naturgemäß keinen Orkan beschwören. In einem „das europäische Gleichgewicht" überschriebenen Aulsatz von „Nord und Süd" 1912 (September 1912) habe ich auf die drei Gefahrenpunkte hingewiesen, denen Europa ausgesetzt ist, wenn „der große Kladderadatsch" hereinbricht: „Setzen wir den Fall, der europäische Krieg bricht heute in irgendeinem politischen Wetterwinkel aus — man stolpert bekanntlich über Apfelsinenschalen — und ganz Europa steht unter Waffen. Gekämpft wird, und das ist bei der nationalistischen Tendenz aller europäischen Staaten unzweifelhaft, bis zum letzten Blutstropfen. Lassen wir den Erfolg ganz aus dem Spiel. Was wird, vom Standpunkte des Bevölkerungsstatistikers, Hygienikers und Eugenikers gesehen, die unvermeidliche Folge eines solchen Vernichtungskrieges „bis aufs Messer“ sein? Millionen Und aber Millionen unserer jugendkräftigen, gesunden, tapferen, tüchtigen und zeugungskräftigen Männer bedecken als Leichen die Schlachtfelder. Gerade diejenigen Gestalten, von denen man sich im Interesse der Rassenhebung und Arterhöhung das Wertvollste für das nächste Geschlecht verspricht, verschwinden für immer ins Schattenreich. Zurück bleiben Greise, Schwächlinge, Kränklinge, Invaliden, zumal ja hei der allgemeinen Wehrpflicht jeder waffenfähige Mann ins Feld muß. Die Bestausgestatteten gehen ^Iso für den Erzeugerberuf verloren, während die Schlechtausgestatfeten ihn zu Hause üben. Aber auch die von den Schlachtfeldern Heimkehrenden sind keine erwünschten Fortsetzer des Geschlechts, wenn der Nervenarzt das Wort führen darf. Die neuere Kriegstechnik, das Flugwesen, die U-Boote, das rauchlose Pulver, wobei der Soldat alles sieht, enerviert ihn noch ganz anders als wohltätig verhüllender Pulvcrdampf. Nun ist unser Nervensystem, wie^ jeder offenkundig gewahr wird, infolge unserer Technik, unserer Verkehrsmittel mit ihren Geräuschen, endlich und insbesondere durch unser Industriesystem ohnehin bis zur Unerträglichkeit gereizt, ja überreizt. Treten nun noch die Kriegsgreuel mit ihren Schrecknissen und aufpeitschenden, zerrüttenden Eindrücken hinzu: welches Geschlecht von Neurasthenikern haben wir alsdann zu erwarten, das sich dann in Geschlechtern fortpflanzt?" Wieweit ich mit meiner politischen Prognose vor dem Forum der Geschichte recht behalten habe,-hat die außer Rand und Band geratene Nachkriegsgeneration niü erschreckender Deutlichkeit gezeigt. Discite moniti. Wenn die “Universalgeschichte ein Laboratorium für Geschichtsforscher darstellt, so haben, wie ich an anderer Stelle dartat, die Erlebnisse und Beobachtungen der letzten Jahre mehr experimentelles Material für den Soziologen zutage gefördert als irgendein vorangegangenes Zeitalter. Selbst Völkerwanderung, Kreuzzüge, Reformation, Dreißigjähriger Krieg, und . große französische Revolution stehen an soziologischer Verwertbarkeit hinter den gewaltigen Erschütterungen der Kriegs- und Nachkriegszeit, der Inflation und Deflation, weit zurück. Der Hexenkessel im fernen Osten, besonders China, stellt den Okzident vor völlig neue Aufgaben. Deshalb habe ich mich entschlossen, nachdem „Nord und Süd" während meines Aufenthalts in Amerika (1923 24) geruht hat, meine Zeitschrift mit frischem Wagemut, aber mit dem alten Programm wieder aufzunehmen. '-Die' -Monatsschrift soll ein Sprechsaal für alle diejenigen sein,-die gewillt und entschlossen sind, am Wiederaufbau der Welt schöpferisch mitzuwirken. Das Belletristische und rein Literarische, das „Nord und Süd" aus der alten Tradition Paul Lindaus noch beibehalten hatte, wird nunmehr fallengelassen, um dem politischen, ökonomischen, finanziellen und allgemein kulturellen -Leben den Platz zuräumen. Eine Arbeitsteilung hat sich in der Nachkriegszeit als notwendig erwiesen. Deshalb erhält die Zeitschrift fortan den Untertitel: „Monatsschrift für internationale Zusammenarbeit." Mit der Redaktion habe ich Frau Antonina Vallentin betraut. Wie ich mir diese internationale Zusammenarbeit, denke, wird das erste Heft der, neuen, Folge von „Nord und Süd" programmatisch dem Leser vor Augen führen. ' Die Namen derer, die wir zur Mitarbeit an diesem ersten Heft aufgefordert .haben und die unserem Rufe gefolgt sind, llllllllllllllllBCARL BERNSTEIN 1111 BLUMENAUSSTELLUNG IIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIItllllll Spezialität i Tafeldekoration Trauarkr»nia TaucntzlenstraBe 9 BERLIN W TaucntzlenstraBe 9 Junge Mädchen' aus guter Familie können von.dem renommierten Torhtcrponsionrit. Wjeler, Konstanz a IL» VJllu Seeirarten, j\ovh zum Beginn des SotnmersemCstvrs auf genommen werden. Grund liehe wissenschaftlich?, naushattUctaL und gesellschaftliche Ausbildung, beste Verpflegung, Sommer* und WmlersjioM. fiiealer Ferienaufenthalt Keferenzen: I)r. Chofte> Präsident der M ikkabi.Loge,-Konstanz n. B. Ferdinan<lAlexander.Schatzmeisterti Herthold-Auerbach-Loge,Berlin Für Festlichkeiten I * / tL Ionen. Kaiiee-uno leegenack Carl Jaedlche. Berlin SUl 68 KOCtolr. 58 Feraspr. DOBBOtt 8128-28 — Versand nach auBarhalb — HHimi»IHIHIHHHIHHHHIIHimmmiHHHHHHHHIHHimitmtHHItHmHHHHIHHIIHHIimHHHHnnnilHIHHH»IUHinHIJHH.z | Schlesische Spielkartenf^n, fl | /?. 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