Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 4 (7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 66 (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 66 Nr. 4 MONATSSCHRIFT 'DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. männer macheivGeschichte, während Philosophen sie nur deuten. Jedenfalls hat die Idee des Völkerbundes in den vier Kriegsjahren mehr Fortschritte gemacht, als in den vier Jahrhunderten seit den „irenischen Briefpn" des Erasmus von Rotterdam und den Völkerbundsplänen des Abbe St. Pierre. Ich hoffte nur um einen billigeren Preis als zehn Millionen vernichteter Menschenleben und zerstörter Werte zum Völkerbund gelangen zu können. Zu diesem Zweck führte ich in „Nord und Süd" einen beharrlichen Kampf gegen Völkerverhetzung und nationale Zwietracht. Gleich nach Uebernahme der Leitung von „Nord und Süd". Anfang 1912. veröffentlichte ich zur Beilegung des damals akuten österreich-italienische^ -Zwischenfalls eine italienisch-österreichische. Sondernummer, in welcher führende Staatsmänner beider Länder zu Worte kamen und in mäßigendem Sinne auf beiden Seiten Förderliches geleistet haben. Der Konflikt ist auch bald beigelegt worden. Kurz darauf traten die Anzeichen einer englisch-deutschen Spannung empfindlich in die Erscheinung. Der italienische Botschafter in Berlin machte im April 1912 den damaligen englischen Botschafter auf die gute Wirkung der Aussprache in „Nord und Süd" aufmerksam. Und so begab ich mich nach eingehender Rücksprache und mit rückhaltloser Gutheißung seitens des damaligen Reichskanzlers yön Bethmann-Hollweg mit Briefen des englischen Botschafters nach London, um eine offene Aussprache über eine Behebung des Konfliktes zwischen Großbritannien und Deutschland herbeizuführen. Meine damalige Entspannungsformel: „detente-entre entente et albance", fand hüben und drüben das erwartete Echo. Unter Führung von Sir Edward Grey und Arthur James Balfour. deren Bilder nebst eigenhändiger Unterschrift die Juni- und Juli-N’uhimer 1912 von „Nord und Süd" schmückten, richteten mehr als fünfzig geistige und politische Führer jenseits und diesseits des Kanals offene Briefe an mich, die sich im wesentlichen auf den Boden meiner Vermittlungsformel stellten. Ich greife nun folgende Namen heraus: A. I. Balfour. Lordkanzler Viscount Haldane of Cloan, Premierminister J. Bonar Law, der frühere englische Botschafter in Berlin Sir Frank Lascelles. Baron Alfred von Rotschild. Lord Wejardale, Sir Alfred Mond, Lord Courteney of Penwith, J. L. Garwin, Noel Buxton, Sir Herbert Samuel, Sir' Rufus D. Isaacs (jetzt Lord Reading), der spätere englische Premierminister I. Ramsay Macdonald, Charles Trevelyan, und von deutscher Seite Fürst Max Lichnowsky, Arthur von Gwinner, Oberbürgermeister Adolf Wermuth, Heinrich Prinz zu Schönaich Caroläth, Admiral von Holleben, Vizekanzler Graf Posadowsky, Graf von Kanitz, Emst Bassermann,' Hugo Stinnes, August Thyssen sen., Geheimrat Professor Dr. Rießer, Professor Wilhelm Wundt, Dr. Walter Rathenau, Chefredakteur Theodor WQlff. Der billige Einwand, daß ungeachtet dieses Alarmrufes von „Nord und . Süd", den die englischen wie die deutschen maßgeblichen Stellen in je 100 000 Exemplaren zu Propagandazwecken gegen den kommenden Krieg verbreitet haben, so daß heute noch kaum ein Exemplar aufzutreiben ist, der Weltkrieg doch ausgebrochen ist, ist zu banal, um ernste Widerlegung zu erheischen. Notsignale bannen den Sturm nicht, aber sie kündigen ihn rechtzeitig an, damit jedermann auf seiner Hut sein kann. Feuerwehr und Löschapparate verhindern keine Feuersbrunst, aber sie ersticken das Feuer im Keime, wenn sie zur richtigen Zeit eingesetzt .werden. „Nord und Süd“ nahm nur für sich in Anspruch, auf die politischen Gefahrenmomente den Finger zu legen, um die leitenden Staatsmänner aufhorchen zu lassen. Zu dieseft Behuf veranstaltete die Zeitschrift bis zum Ausbruch des Krieges Sondernummern für die Schweiz, die Niederlande^ die skandinavischen Staaten und Rußland (Dezember 1912), fn denen die Staatsmänner, Künstler und Gelehrten der betreffenden Länder das Wort ergriffen, um die kulturlichen Leistungen der respektiven Nationen auf den knappsten Ausdruck zu bringen und auf die Gefahren hinzuweisen, denen unser Kultursystem ausgesetzt ist, wenn man ungeachtet aller Bemühungen zur Vermeidung des Weltkrieges, mit elementarer Wucht doch zur Katastrophe treibt. Solche Enqueten, wie sie „Nord und Süd" vor Ausbruch des Weltkrieges, planvoll und zielbewußt in den meisten europäischen Ländern veranstaltet hat, hätten vielleicht einen leisen Zephirwind-aufhalten können, jtrti*uinmmnw»miinH<HHHtimimiitiinHnmiiHHUMn>wnmMiHHNnutHiiiuiiiitiiHiHMMnminmiiwniHnuitiinnnitinn^ Karlsbader Feinbäckerei und Konditorei Moritz Dobrin Bestollungs-^ und Versandgeschäff: Königstraße 34-36 Telephonzentrale: Königstadt 6193 und Alexander 5033 Konditoreien und Catos: Königstraße 34-36 + Spittelmarkt 15 Friedrichstraße 114a + Münzstraße 12 Alexanderstraße 14 c Neu eröffnet: Lenntttraße l, E<he rrtedrldiEbertStraöe _ (am Tiergarten) empfiehlt in reicher Auswahl: Torten, Feingebäck, Desserts, bunte SOVflC Kaffee-Schüsseln, Baumkuchen Spezialität: Wiener und Karlsbader Gebäcke Bobes / Posener Mürbekuchen Für Festlichkeiten jeder Art: Eis / Eisspeisen / Eisbomben / Cremes in feinster Ausführung und reichster Auswahl -Zudebarches Hochzeitsbarches Jeden Freitag: Wasser- und Butterbarch es . in bekannt bester Ausführung Zusendung prompt frei Haus! stiiHtnmmtawnHtiimimi iiimiiuimMNMMinuMWMjmHuiuiHiiiiir möbeltransport und wohnungsiauscti W15, Kurfürstendamm 173/4 Oliv* 5843 **«•*»*1 ■HIHWII-SWM I Georg Silberetein 4 CO- I BERLIN SO 36 Reichenberger Str. 154 Deutsche, österreichische, amerikanische, englische, ' oJflOX^ französische u. italienische Hüte n pHJlJfy Für den Sommer in den modernen Pastelltönen Joachimsthaler Str. 5 C—j!^SlLnrGharlotttlihl‘r^- «" Zoo C Bayerischer Platz 6 iiiiiiiiiiaiiiuiiiiiitiiHtHifHiiiiitaiiiiitnHtiitWMWitmiiwiiumiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHMiiiiiiitiiiHHiimiiiimiiiiiimiiiiiiiiiimmi « INHABER. * OSKJU*. und KATfTARirtA, KÄLDUNEE gcb. ^fEUBAUERO V 1 ^130