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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-01-01 · 10 (1.1927) · p. Seite 190

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
10 (1.1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 190 (sequence 6)
Language
German
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Nr. 10 -I Seite 190 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender. Brüder: Name ßingetret. Geboren! Verstorben , Deutsche Reichsloge Magnus Samuel 23. 2. 1901 17. 9. 1864 5. 12. 1926 Berthold Auerbach-Loge Siegfried Reiche 29.'4. 1895 15.7.1857 25. Adolf Hirschfeld Siegbert Cohn Montefiore-Loge. 24.11.1903 26.12.1853 5. 4 12. 1917 17. 8. 1888 15. 1. 1926 2. 1926 2 1926 Ehre ihrem Andenken! Zurückgewinnen und Sammeln Von Br. Julius Gostynski, A. E. L. ln - dem Wirkungskreise unseres Ordens gibt es zwei Aufgaben besonderer Art, welche es verdienen, immer wieder hervorgehoben und propagiert zu werden. Eine dieser Aufgaben ist der Will^ des Ordens, zu seinem Teile an der Erhaltung des Judentums mitzuwirken. Wenn man zum Erhalten nicht nur das Sammeln und Zusammenfassen, sondern auch das Zurückgewinnen rechnet, so dürfte sich den Logen ein großes Wirkungsfeld erschließen. — Aus den verschiedensten Ursachen heraus haben sich viele jüdische Männer auf ihrem Gang durch das Leben der jüdischen Gemeinschaft entfremdet- und sind Wege gegangen, die sie weit ab vom Judentum hinweg geführt haben. Aber welche Einflüsse auch immer wirksam gewesen sein mögen, welche Erwägungen auch immer sie geleitet haben mögen, eines konnten sie nicht aus sich herausreißen: ihr jüdisches Blut. Blut ist nun einmal dicker wie Wasser und jüdische? Blut — von Generation zu Generation durch die Jahrtausende rein und ungemischt an uns weitergegeben, kettet und kittet in besonderem Maße. Es webt und waltet tiefipnerst in den geheimnisvollen Bezirken des Gefühls und schafft Bindungen, die sich nicht zerreißen und nicht abschütteln lassen. Nach solchen Männern Umschau zu halten, zu versuchen, sie unserem Orden zuzuführen, das wäre eine Aufgabe im Sinne des Logengedankens und zugleich eine jüdische Tat. Auf dem Boden unseres Ordens würden sie eine Renaissance ihres Zugehörigkeitsgefühls zur Judenheit erleben; Heimatboden wieder unter sich fühlen und in unseren Logen, im Kreise der Brüder, fänden diese Entwurzelten gleichsam ihr verlorengegangenes jüdisches Vaterhaus wieder. Eine Tat, liebe Brüder, eine Tat! Eine zweite Aufgabe unserer Gemeinschaft, deren Erfüllung gleichfalls als eine Tat im Interesse des Judentums anzusprechen ist, sollte in verstärktem Maße und immer wieder und wieder betont und propagiert werden. In der Arena des Lebens ringen jüdische Menschen in erbitterten Kämpfen um ihre Ideen; mit einem wahren furor judaicus kämpfen um ihrer Weltanschauungen willen alle jene Monarchisten, Anarchisten, Sozialisten, Kommunisten, Zionisten, C. V.-isten, Misrachisten, Agudisten usw. Diesen kämpfenden Juden eine Stätte des Friedens zu' bieten, ihnen eine Plattform zu geben, auf welcher sie sich in brüderlicher Weise die Hände -reichen können und auf der sie sich ihres jüdischen Gemeinschaftsbewußtseins erinnern sollen, -wäre wahrlich eine Aufgabe, um deren Erfüllung unser Orden gegründet werden müßte, wenn er nicht schon bestände. Nicht leicht wird es seip, alle jene Rufer im Streit, heißblütige Nachfragen heißblütiger Ahnen, zu zügeln und ihnen Hemmungen aufzuzwingen; aber um der Entgiftung des Kampfes wegen muß das schwere Werk immer yvieder von neuem versucht werden. Zurückgewinnen und Sammeln — zwei Logenaufgaben, wert des Schweißes der Edlen! Resolution Der Verband der Frauenvereinigungen der U. O. B. B. - L o g e n übersendet uns mit der Bitte um Abdruck nachstehende Resolution: Der am 16. und 17. November in Hamburg tagende Verband der'Frauenvereinigungen der U. 0. B. B.-Logen und alle Anwesenden, sämtlich in verantwortungsvollen leitenden Stellungen innerhalb ihrer Vereinigungen stehenden Schwestern, haben sich mit dem Schindlerschen Artikel in Nr. 8 der Monatsschrift für di.. Berliner Logen U. 0. B. B. befaßt. Sie äußern sich hierzu wie folgt: Wir Jehnen diese Klarstellungen ab, die uns als Trübungen erscheinen, die den Gei^rvon Einsicht vermissen lassen und kein Verständnis zeigen für die Notwendigkeit der Frauenarbeit in den Logen. Wir sind überzeugt, daß die tätige Mithilfe der Schwestern in der Gemeinsamkeit der Brüderarbeit unentbehrlich geworden ist. Daß sie gerade um ihrer weiblichen Eigenart willen, die ihr als Mangel angerechnet wird, einen ausgleichenden,' die männliche Eigenart ergänzenden und vervollkommenden Vorzug bildet. Daß sie wirksam ist im Tragen und Erleichtern der vielerlei Pflichten und Aufgaben, die das komplizierte wirtschaftliche und soziale Leben den Brüdern stellt und die für sie allein vielfach untragbar sind. Wir sind ferner der Meinung, daß diese unsere Mitarbeit in den Logen ein wohl erworbenes Verdienst darstellt und daß sie dem Geist unserer Zeit und unserer Kultur entspricht. Die Loslösung des Begriffes „Schwester“ von dem der Logen, w'ie er in dem Artikel betrachtet wird, ist beschämend für uns und würde tiefe innertechnische Konflikte hervorrufen. Denn dann wären die Brüder unserer Gatten uns fremde Männer, und wir wollten und könnten in Schicksalslagen, die uns träfen, ihnen keinen Anteil an helfendem Nahesein gestatten. Wir versichern Ihnen einmütig: Die Wege, die wir eingeschtägen, wollen wir unbeirrt weitergehen. Wir fühlen uns als Zugehörige,' vielfach von den Brüdern selbst gerufen. Wir wollen in unserem Sein und Wesen und mit allen unseren Kräften die Idealgedanken des Ordens, die dem heiligenden Geist des Judentums entspringen, zum Ausdruck bringen. Wir glauben dadurch den Logen, ihren fortschreitenden Entwicklungsnotwendigkeiten und nicht zuletzt dem Brudergeist am besten zu dienen. Ernestine Eschelbacher, Verbandsvorsitzende. Neuaufnahmen Spinoza-Loge. B e r n h e i m , Ernst, Dr., W 15, Ludwigkirchplatz 12. Bettsak, Fritz Hugo, N 24, Oranienburger Straße 3. Cohn, Hans, Apotheker, Wilmersdorf, Babelsberger Straße 4. Cohn, Hugo, Apotheker, Schöneberg, Grunewaldstraße 54. L e v i, Hugo, W 15, Sächsischestr. 9. M e n s c h e 1, Benno, Charlottenburg, Sybelstr. 52. , P i n n e r, Julius, C, Klosterstr. 69. Speyer, Siegfried, Dr., NW 21, Stromstr. 70. Stern, Otto, W 15, Düsseldorfer Straße 7. Wolff, Fritz, Dr., Rechtsanwalt, W 15, Kurfürstendamm 235. Zelt, Josef, Wilmersdorf, Gieselerstr. 14. Akiba Eger-Loge: C h o n e , Paul, Dr., Rechtsanwalt, W 15, Kurfürstendamm 42. Choyke, Fritz, Charlottenburg 9, Kaiserdamm 21. E 1 k e 1 e s , Georg, Charlottenburg, Leibnizstr. 20. E p h r a i m , Moritz, N 24, Krausnickstr. 17. R o t h o 1 z , Berthold, Wilmersdorf, Prinzregentenstr. 8. Silberstein, Leo, Direktor, Halensee, Joachim-Friedrich- Straße 16. 1 ä

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