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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-12-01 · 9 (12.1926) · p. Seite 165

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
9 (12.1926)
Date
1926-12-01
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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Seite 165 Nr. 9 MONATSSCHRIFT DT!R BERLINER LOGEN U.O.B.B. Kuppel Synagoge in der Münchener Straße ganz aus Eisen- * beton konstruiert. Bei diesen beiden Bauten, der Synagoge und dem Logenhause, wjrde Br. Fraenkels Können vor Bauaufgaben ganz großen FormatsS gestellt. Beide Werke werden noch lange Zeugnis ablegen lür die hohe künstlerische Begabung ihres Erbauers, die nicht nurlin der monumentalen Raumgestaltung, in der ästhetisch fein empfundenen inneren Ausstattung der einzelnen Räume, sondern auch in der bis ins kleinste gehenden geschmackvoll durchgeführten Durchbildung aller Details sich offenbart. Bei der verhältnismäßig geringen Größe des zum Bau unseres Logenhauses zur Verfügung stehenden Bauplatzes mußte der Architekt den Vorhof auf das Notwendigste beschränken, so daß die ruhige Vornehmheit der Fassade leider nicht im vollen Ausmaße zur Geltung kommt. Tritt man jedoch in das Gebäude ein, so ist der Eindruck um so wirkungsvoller. Die repräsentative und doch nicht aufdringliche Eingangshalle findet eine würdige Fortsetzung in dem geräumigen Treppenhaus imd den behaglichen Wandelgängen der Obergeschosse, an denen im i ersten Stockwerk vornehm gehaltene Festräumc, im zweiten Stockwerk der kleine und der große Tempel mit den al fresco gemalten Bildern Lesser Urys liegen. Niemand, der diese Raume betritt, wird sich ihrer feierlich gestimmten Wirkung entziehen können. Es kann an dieser Stelle nur ein kurzer Ucbcrblick über das reiche Lebenswerk dieses Mannes gegeben werden. Wenn man sich jedoch der interessanten Aufgabe unterzieht, die nachgelassenen Zeichnungen und Photographien der Werke des Verstorbenen zu durchblättcrn, so gewinnt man hierbei erst einen fichtigen‘Einblick in die außerordentlich umfangreiche und vielseitige Tätigkeit Br. Fraenkels, in sein feines künstlerisches Empfinden, in den Reichtum seiner Phantasie Und nicht zuletzt in sein großes technisches Können. Mit Bedauern stellt man fest, eint wie große künstlerische Kraft mit dem Verstorbenen dahingegkngen ist, der sich durch den Bau unseres Logenhagscs nicht niir bei allen Brüdern der gegenwärtigen Generationen, sondern auch künftiger Generationen, ein dauerndes treues Gedenken gesichert hat. Berliner Logenhaus: Eingangshalle mit Treppenhaus Unsere Kunstausstellung Von Dr, Karl Schwarz. I Nach längerer Pause hat der Kunstausschuß der Berliner Logen es wieder unternommen, in den Räumen des Logenhauscs eine kleine Kunstausstellung zusammcnzustellen, die den doppelten Zweck verfolgt, unseren jüdischen Künstlern ein Absatzgebiet zu verschaffen und den Logenbrüdern Gelegenheit zum Erwerb guter und preiswerter Kunstwerke zu geben. Die bildenden Künstler leiden heute noch mehr als andere Berufe unter der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse. Selbst Künstler mit anerkanntem Namen finden nur schwer Abnehmer ihrer Werke. Besonders traurig sieht cs unter denen aus. die,' wenngleich sic Tüchtiges Zu leisten imstande sind, noch keine Gelegenheit hatten, in die breite Ocffcntlichkeit zu treten. Es gehört mit zü den Pflichten der Logen, auch hier vermittelnd cinzutreten und die Verbindung mit dem Publikum herzustcllcn. Unter unseren jüdischen Künstlern befinden sich viele tüchtige Kräfte, die noch um Anerkennung ringen und die bisher wenig oder gar keine Möglichkeit hatten, ihre Werke in einer Ausstellung zu zeigen. Die öffentlichen Kunstausstellungen, hauptsächlich an ihre Mitglieder gebunden, können ihnen keine Aufnahme gewähren. Hier kann die Loge besonders fruchtbringend wirken. .W^nn die Räume auch für eine Kunstausstellung nicht besonders geeignet sind, so läßt sich doch jeweils mit einiger Geschicklichkeit eine kleine Kunstschau ermöglichen, die gerade in diesem Augenblick sehr zu begrüßen ist, da das herannahende Chanukahfest manchen Gelegenheit gibt, den Wunsch nach dem Besitze . eines Kunstwerkes hier zur Wirklichkeit werden zu lassen. Da die Raumverhältnisse nur beschränkten Platz bieten, so können zu diesen Ausstellungen, die periodisch fortgesetzt werden sollen, nur immer einige Künstler aufgefordert werden. Sie Von jetzt ab ist <lit* Logenbibliothck wieder an allen Sitzungstagen von Abends 7 Uhr bis Sitzungsbeginn geöffnet. Der Bibliothek-Ausschuß der Berliner Logen U. <>. B. B. Hugo Ostberg. sollen nur anregen und den Besucher dazu äufmuntern, dem Schaffen der Künstler erhöhtes Interesse zuzuwenden. In den Ateliers wird man noch manches Kunstwerk sehen können, das, wenn auch hier nicht gezeigt, seine Liebhaber finden dürfte. Es ist nicht .die Aufgabe dieser Zeilen, die ausgestellten Kunstwerke namentlich aufzuführen. Wenn1 aber Künstler wie Ernst Oppler, Jakob Steinhardt; Ernst Stern Proben ihrer Kunst zeigen, 'so soll der Sammler und Kunstfreund daraus ersehen, daß auch diese bereits anerkannten Künstler keine unerschwinglichen Forderungen stellen. Die Ausstellung, die nicht als eine Kunstkritik, sondern lediglich als eine Verkaufsausstellung gedacht ist, will keine Werturteile fällen. Jedem Geschmack soll. Rechnung getragen werden, dem verwöhntesten wie dem bescheidenen. Ein Kunstwerk ist nicht dadurch wertvoll, daß es teuer ist. DW jüngeren und weniger bekannten Künstler Legniigen sifch oft mit einem Entgelt, das nicht nur den Zeitvcrhaltnisscn angepaßt, sonderh weit darüber hinaus bescheiden ist. Gerade auch mit dem Erwerb solcher Kunstwerke fördert man Schaffensfreude der noch um den Erfolg Kämpfenden. . Viele Arbeiten talentierter und 'hoffnungsvoller, junger Künstler sind in dieser Ausstellung zu finden. » - Die verschiedenstem*Kunstrichtungen sind vertreten. Impressionistische Landschaften und Genrebilder, dekorative Blumenstücke — ich verweise z. B. auf die Arbeiten von C. L. Heymann —, wirkungsvolle Schwarz-Weiß-Blättcr, zahlreiche Rildnisplakettcn von Konrad Goldmacher, deren Porträtähnlichkeit besonders ins Auge, fällt, und auch farbenfrohe expressionistische Gemälde von Arthur Scgal vervollständigen das Bild dieser Ausstellung, deren.,Erfolg sich die Brüder besonders zur Ehre machen sollten. rf----- 'Mnst/t o\fji*lubtnde htnänntn am /Sonnabend, ütni 9. Oktober,- im &ibtiothtkximmtr und lodtu wir alle 9€hach%oitltndtn SBrädtr und dtttn £Xniith&rigt xur fptUnahmt hitrmit Jreundhdxtt tin. tDer Schachtirktl dt/ SBtrlintr Sagen *U. 0. di. J$. Schach 4896

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