Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 9 (12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 164 Nr. 9 ‘ - •>- MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Dann aber ließ sich sein Wunsch, Architektur zu studieren, doch noch erfüllen. Nachdem er in Berlin das Abiturium gemacht - hatte, ließ er sich an der Technischen Hochschule in Charlottenburg immatrikulieren und trat nach erfolgreichem Studium als Regierungsbauführer in den Staatsdienst ein. Seine Leistungen fielen seinen Vorgesetzten bald auf. Man'übertrug ihm, dem jüdischen Regierungsbauführer, den Bau der Kirche in B e t z i n inderMark, eine Tatsache, die den antisemitischen Zeitungen Stoff zu Angriffen gegen die Regierung hot. Pfarrer und Gemeinde dankten nach Beendigung des Baues dem jungen Bauführer trotzdem in einem herzlich gehaltenen Schreiben. 1890 bestander die Prüfung als Regierungsbaumeister. Sein Fleiß und seine Begabung waren noch von einem besonderen Br. Fraenkel bald eine große Erfahrung und eine so außergewöhnliche Sachkenntnis, daß er einer der/ gesuchtesten Architekten für den Bau derartiger Anstalten war und ihm immer wieder neue Aufträge auf diesem Gebiete zuteil wurden, die er zu mustergültigen Lösungen führte. Eine große Anzahl der bekanntesten Berliner Privatkliniken, die Kliniken von Geheimrat Professor Landau, Dr. Mainzer, Professor Straßmann, Dr. Seelig, Professor Karewski und Dr. Rüben, sind sein Werk. Auch die bekannte Heilanstalt für Geistes- und Nervenkranke in Lankwitz für Sanitätsrat James Fraenkel und Geheimrat Alfred Oliven, sowie eine gleichen Zwecken dienende Anstalt in Landeck'in Schlesien für Sanitätsrat Dr. Landsberg, wurden von ihm erbaut. Berliner Logenhaus; Großer Tempel, Platz des Vize-Präsidenten -> Phot.: Hofphotograph H. Noaeh,. W30, Bayerischer Platz 2, Inhaber: Br. George Ephra m, (D. R. LJ Erfolge gekrönt: seine Regierungsbaumeisterarbeit wurde mit einem Preise bedacht und vom Minister der öffentlichen Arbeiten für Ausstellungszwecke angefordert. Iji den darauffolgenden Jahren war Br. Fraenkel als Regierungsbaumeister im Technischen Büro der Abteilung für Bauwesen im Ministerium der. öffentlichen Arbeiten tätig. 1892 trat er aus dem Staatsdienst aus, um sich in Berlin als Architekt niederzulassen. In kurzer Zeit dehnte sich seine Privatpraxis immer weiter aus. ln Berlin, Thorn, Alexandrowo und an anderen Orten1 erbaute er eine größere Anzahl Wohnhäuser, Geschäftshäuser, Fabriken, Speicher, Baracken, Saalbauten u. dgL m. In Berlin und Umgegend entstanden mehrere Villen, von denen die letzte und schönste, der große Landsitz Conradshöhe bei Tegel ist. Besonders umfang- und erfolgreich war Seine Tätigkeit als Erbauer von Kliniken. Auf diesem schwierigen Gebiet besaß dies die von eineif fassende Synagoge Uns Logenbrüder aber interessieren am meisten diejenigen seiner Bauten, die'speziell jüdischen Zwecken dienen.. Es sind Privs tgemeinde erbaute, >850 Personen in per Münchener Straße, die inzwischen in den Besitz der jüdischen Gemeinde übergegangen ist, und unser Logenhais in der Kleiststraße, für dessen Entwurf Br. Fraenkel. bei lern für den Bau des Logenhauses ausgeschriebenen Wettbewerb den ersten Preis erhielt. Diese beiden Bauwerke der einer älteren Generatit nur in der Formengebung liehen Umformung der his|t sondern daß er sich auch zeitlichen Errungenschaften lassen erkennen, daß Br. Fraenkel, 1 von Architekten angehörte, nicht seiner Bauten sich einer neuzeitorischen Baustile nicht verschloß, auf konstruktivem Gebiet alle neuru eigen machte. So wurde z. B. die P