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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-11-01 · 8 (11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
8 (11.1926)
Date
1926-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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derBEBUNE OGENUOBB BERLIN W 62. KLEISTSTR. 10. LOGENHAUS 6. JAHRGANG NOVEMBER 1926 NUMMER 8 Klarheit in cter „Frauenfrage“! Von Br. Expr| S c h i n d I c r (I). R. I..). . i . ■ Offizielle und inoffizielle Äcußerungenj aus Bruderkretst^V: die mit der Aufnahme der Frauen in den Ojrden sympathisier«!, veranlassen mich zu einer kurzen Stellungnahme: j < Ein Teil der Brüder, und zwar nicht nutj ganz junger Bruder, steht den Verhältnissen völlig unorientifert gegenüber. ' Die Berichte in dem Ordert B. B. (Großlogenorgan) über 'die Tätigkeit der „Schwesternvereinigungen usw.", über die Abhaltung von gemeinschaftlichen sog. Arbeitssitzungen, von Tagungen der Brüder und deren Damen nach einem besonderen Ritual, ja schon die Tatsache der Aufnahme von Berichten über die Betätigung der Frauenvercine und der Schwesternvereinigungen in unser offizielles Großlogenorgan (das früher seine Spalten nur Ordensangehörigen öffnete und von gewissenhaften Brüdern ihren Familien vorenthalten wurde), erweckt den Anschein, als ob die Frauen (Schwestern) irgendwie organisch ipit dem Orden verbunden sind. Fragt man bei irgendeiner Gelegenheit pflichtgemäß nach den Grenzlinien der Kompetenzen für die Damen unserer Logen, dann heißt es von „nichtkundigen Brüdern" wörtlich: „Ja, was will man denn eigentlich von unseren Frauen? Warum will man sie wieder ärgern? Sind sie denn nicht so -gut wie wir?" Eine vollständige Verwirrung; eine Verkennung, daß die Frauen (welche?) nicht dem Orden üngchören, ein Irrtum über das „organische" Getrenntsein der Frauenvereinigungen von dem Orden B. B„ ein Irrtum, der teilweise auch hervorgerpfen ist durch den von einigen Brüdern seit Jahren gepflogenen Abusus, die Damen unserer Brüder, welche sich untereinander >- Schwestern nennen, auch ihrerseits als „Schwestern“ anzureden und sich von den Damen selbst „Brüder" nennen zu lassen. Ich erwähne diesen Punkt in vollem Bewußtsein, daß viele — zu Unrecht — an meiner Auslassung Anstoß nehmen könnten; ich umgehe diesen Punkt nicht, gerade w e gji n meiner Hochachtung vor den Damen selbst, insbeson-, dere aber wegen meindT Hochachtung vor dem Begriffe „Bruder", der das innige Verhältnis bezeichnet, welches mich mit den Mitgliedern unseres Ordens mehr als äußerlich verbinden soll, und weil ich diesen Bruderbegriff „verzerrt" erachte — ich und andere — weil ich den Bruderbegriff ins Komische, um keinen strengeren Ausdruck zu gebrauchen, abgebogen empfinde, wenn wir Brüder von den Damen der Ordensbrüder als ihre Brüder bezeichnet werden. Wer freilich mit der Bezeichnung „Bruder und Schwester" nicht diese innige Zusammengehörigkeit der Mitglieder eines durch das ..Einführungsritual mit seinen Pflichten" zusammengefaßten Ordens verbindet, wird für mein Empfinden kein Verständnis haben. Zu diesen meinen Darlegungen sehe ich mich veranlaßt, weil ich glaube, daß endlich einmal wieder auch im Sinne der Majorität die Frauenfrage offen behandelt werden muß, zur Vermeidung weiterer Verwirrungen. “ II. W*.i e ist denn die Rechtslage? D. h. die zurzeit geltende Stellungnahme der Deutschen Großloge zur Frauen- V frage? Ich will das „Für und Wider" hier zurzeit nicht eroilern, weil das gesamte Material bereits in etwa 60 engen Druckseiten vorliegt. Der Interessent mag die Verhandlungen der Großloge vom Jahre i920 (Seite 113 bis 162), desgleichen die Verhandlung der ^Großtogevon 1924 (Seite 170 ff.) und den Artikel von Bruder Regierungsrat Rosepfeld in dem Großlogenorgan von 1925 Nr. 6 7, „Frauen im Bruderbund, ein Beitrag zur Logenpsychologie'’, nachlescn.' Ichwende mich hier nur gegen die bestehende Unklarheit :— nicht sowohl in der Theorie, denn k e i n "Bruder behauptet, daß unsere Damen v Brüder des Ordens, sind —., sondern gegen die Unklarheit, gegen das Ordenswidrige in der Praxis. Ich wende mich gegen das — wie ich unterstelle , — u n b e ab sichtigte Verschwimme ntassen der Grenzen zwischen Logenmitglie^ern und deren weiblichen- Angehörigen, zwischen u-n seren Pflichten als Brüder und den Pflichten, die unsere ‘Damen freiwillig und. gern aufsuchen und übernehmen. Zuvor ■— wie immer — mein Protest gegen die Vermutung, als ob ich persönlich die ■ Fraüen weniger schätzte als die Brüder. Ich betone zur Vorsicht immer wieder, daß ich in meiner näheren Umgebung mindestens soviel bedeutende Frauen kcnnengelernt habe wie Männer, aber — und hier muß ich für eiwa vergeßliche bzw. für * die jüngeren noch nicht orientierten Brüder kurz meinen Standpunkt, der nach dem Ausgange der . Debatten und Abstimmungen zunächst poch derjenige der Großloge ist, wiederholen: a) Kein Bruder bestreitet, daß die Frauen juridisch und : menschlich den Männern „gleichberechtigt'“ sind. Aber um diese Frage handelt es sich hier gar nicht, sondern b) cs fragt sich: Sind die Frauen uns g 1 e i c h a r t i)s und besteht eine in unserem Männcrordcn begründete fcNolwendigkeit, die Ordensorganisation zu ändern, damit auch die v Frauen sich an unseren Aufgaben in anderer Weise als bisher beteiligen? ln der obtn erwähnten Ordensliteratur, die ich aus Mangel an Raum auch nicht e i n m.a 1 andeutungsweise wiedergeben kann, habe ich den Standpunkt vertreten, der nicht nur von der Majorität der Großlogc, sondern auth von einzelnen Damen unserer Loge gebilligt wurde, daß die Wesen sar t-der Frauen eine ändere ist wie die der Brüder. Will man die verschiedene Wesensart, ich mache es, durch die notwendige Kürze gezwungen, sehr ungern, auf eine kurze Formel bringen, so müßte man etwa sagen: „Der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen bleibt trotz allen Frauenstudiums und allem Körpertraining bestehen." Ob das Fühlen dieses Unterschieds mehr auf seiten der Brüder oder der Frauen liegt, ob es mehr

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