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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-10-01 · 7 (10.1926) · p. Seite 124

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
7 (10.1926)
Date
1926-10-01
Page
Seite 124 (sequence 8)
Language
German
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Seite 124 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O. B. B. Nr. 7 Walther Rathenau 4 t, Von Expr. Br; Israel Auerbach (T. J. L.). I. \ ier Jahre nach seiner Grablegung ist Walther Rathenau wieder auferstanden— in'zw ei Bänden seiner Briefe, die seine Mutter, die gütige, die kongeniale, gesammelt und gesichtet hat. Kein anderer Mensch konnte das wie sie, die er mehr als alle anderen liebte. W, eich w undervolles Denkmal für sic selbst, an, die nur wenige Briefe, die allerersten und allerletzten, geftchtei sind; die des Knaben, des kaum vom yMutterherzen losgeiöslen.«- und die des vollendeten, dem Ziele zugehetzten- .Mannes^: kurz vor dem schrecklichen Ende, das ihm in Worten, die Wie Ahnungen und Todesseufzer sind, vorausgeht. Die t MjffUiMiat ihm nur um diese vier Jahre überlebt; vier Jahre Trauer, aber auch voll herrlicher Arbeit. Denn ihr GIüeL war kein alltägliches — in so unendlichen geistigen Schätzen wühlen zu dürfen, wie dieser Sohn sic ihr hinterließ, und die sie aus der Verschüttung unermüdlich ans Lichthob. die Zweiundachtzigjährige. Kein alltägliches Glück auch, so zu sterben wie sie, mitten aus stolzer Arbeit heraus, mitten in friedlichem Schlafe, der sicherlich durch Träume vom Sohne beseligt war. Still und schlicht wie sie war, ist Mathilde Rathenau am 1. August beerdigt worden, aber das Land, für das ihr Sohn gestorben war, hat an ihrer Gruft gestanden und r diewürdige,.Mutter eines Großen betrauert. Der Mensch.; „ Alle bisherigen Charakteristiken und ' Lebensbilder diese« merkwürdigen Menschen sinct vor? dvn zwei Briefbänden umgestoßen. Man hat Rattienau noch lange>nach seinem Tode unrecht getan. Nicht seine' Feinde ,— d!tfyv.Feittde.sk()nnen uns nicht unrecht tun —, sondern seine Freunde. Selbst die am bitten \,>n ihm sprachen, haben seine tiefsten Tugenden nicht erkannt, und haben Fehler an ihm gesehen, die er nicht hatte. Ungemeine Begabung, Streben nach? dem Höchsten hat man ihm wohl zugestanden; aber die geradezu kristallene Reinheit, die 'geradezu grenzenlose Hingabe, die geradezu absolute, ans Heilige rührende Inbrunst zu menschlicher Vollendung, von denen hat keftfer gewußt, bevor diese Briefe «offen lagen. Selbstbcspiegclnde Eitelkeit, geistigen Hochmut, Sucht nach dem Effekt, Ruhmgicr und Machtwillcn haben selbst solche von ihm behauptet, die er zu seinen Treuen zählte; aber nichts, nichts von solchen Schatten an den Lichtgcstalten anderer Großen ist an Rathenau zu finden, jetzt, wo er rückhälts- und hüllenlos, in intimstem Selbstbekenntnisse, dasteht. Ein Nachlaß kann gesichtet w-erden, Briefe, die unbequem sind, können ausgesondert sein, das sei zugegeben: jedoch das Positive, das aus dem verbliebenen Reste quillt, ist so überreich, so üben schön, so überzeugend, daß jeder Zweifel an dem Menschen hinstirbt. Der Gjjsamtton dieses Seelenbckcnntnisses ist der reine vötle Hall einer makellosen Glocke, ist ein Hauch jenes leisen „Ruach hakodesch", der düs Weben des Göttlichen im Menschlichen verkündet. . * Das äußere Leben. Schon der äußere Gang seines Seins war nicht, wie er bisher erschienen. Rathenau war nicht in eine Patrizierwiege hineingeboren, auf einen Weg gesetzt, der sich ihm von selbst, ohne eigene Sorge und Kampf zur erfolgreichen Karriere geebnet hätte. Er hat nicht das Dasein eines reichen Genießers geführt, das man für selbstverständlich gehalten. Sein Vater wurde. der wohlhabende GroßhfciLstrielle erst dann, als des Sohnes Jugend schon vorbei war. Walther hat von seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahre an schwer und auf eigenes Risiko gearbeitet, hat seitdem auch nie mehr einen Pfennig von seinem Vater angenommen — worauf er, ohne Selbstgefälligkeit, aber mit gerechtem Selbstgefühle etliche Male hinweist, wenn er, wie sp oft, an diesem empfindlichen Punkte Angriffe erfährt. Und Genosse, dann Nachfolger des Vaters in der Leitung der Allgemeinen EleEtrizitätsgesellschaft, ist er nicht geworden, um I PIANOS .^'Alleinvertrieb für ß f _ Groß-Berlin w//f Kurfürffendamm22ö Bjr'OnJt ALFRED STAHL APCHItf KI ATELIER VORN. \\ ÖHMJNCS- EINRICHTÜNOE^ Bf-.RI .IN SW 11 K-.'\iOGP*.rZI PMRAsbF M li --.sf’R.. tt.;— J< 38r-1'. ßlUlQUITÄTEn: GOBELinS GOOOOGOOOOGGOOOOOOOG mr Kohlen-Handelsgesellschan m. b. H Berlin NW 7 en: cohl« 5* liefert Bunsenstr. 2 (Br»ur kohl enhaust liefert farmorsciwr: zeHtrum 15700-15705 Fernsprecher: Zentrum 15720-15729 L. POSEN Wwc ß E K 1.1 N \V8 Unter den Linden 5 Spc/.idHunts |tir Silbfrwaren in modernen und antiken Stildfen Sil I) er n c bestecke CARL BERNSTEIN BLUME NAUS STELLUNG Spe*I«111&t: TafeIdekora11on Trauerkrime Tauentzlenstraße 9 BERLIN W Tauentzlenstraße 9 | A. MEYER 1 VERSICHERUNGEN I BERLIN W 9 1 Linkstrajje 40 1 Tel.: Lützotv AVS/.i, A.V/tf, Versicherungsschutz jeder Art I. ■ ^^::::+A

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