Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-10-01 · 7 (10.1926) · p. Seite 120

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
7 (10.1926)
Date
1926-10-01
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4885084-6352607-6352853--0094-4885171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 120 Nr. 7 t MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Mitteilungen des Ausschusses für die gemeinsamen Angelegenheiten der Berliner Logen Unerfüllte Der Gemeinsame Ausschuß blickt auf. ein-sehr arbeitsreiches . Jahr zurück — daß cs auch ein sehr erfolgreiches war, wagen wir nicht zu behaupten! Viele, viele brennende Wünsche, meist seit langen Jahren in unseren Herzen gehegt, in unseren Sitzungen immer und immer .w ieder durchberaten, sind auch bis heute noch unerfüllt geblieben. Wir wollen hier nicht von unseren Logenidealen sprechen; diese aufzuzeigen, den Brüdern die Wege zu weisen, die zum Gipfel des Erreichbaren führen können, ist Pflicht der' Einzelloge. Daß die Logenarbeit selbst ihre Aufgaben nie restlos losen kann, liegt eben daran, daß wir Idealen nachstrebcn, und es ist das W esen des Ideals, ewig unerreicht zu bleiben. Die Erfassung aller Brüder für das Interesse an der Loge und für die Logenarbeit ist noch in keiner Loge gelungen; die Bruderhilfe liegt meist im;a,rgen, besonders dort. wo. sie sich als freiwillig bereite wirtschaftliche Unter- -sstützung auswirken soll; bis heut ist diVT gemeinsame Darlehenskasse nicht zustande gekommen/' das Kasino wurde aufgelöst, Die gemeinsamen Zuwendungen an die Institutionen, die uns — zum Teil als Schöpfungen der Logen — nubcslthen, bleiben weit; hinter unsereji Wünschen zurück. ' t ' Für all das muß man die Zeitnöte verantwortlich machen, die es mit sich bringerf. daß selbst die früher opferfreudigsten Brüder versagen, weil sie gezwungen sind, sich auch hierin. Einschränkungen aufzuerlegcn^. Und dies wirkt wieder auf die Aufgaben des B. G. A. in hohem Maße zurück: Wir können nicht an die- Brüder herantreten mit 'der Forderung wesentlich erhöhter Beiträge, die uns ermöglichen würden, unser Logenhaus nur für unsere' Brüder zu halten, als Klubhaus mit Klubernrichtungen und Klubgemütlichkeit. Deshalb sind w ir nicht im Klubsinne Herren im eigenen Hause, w irmüssen die Unbequemlichkeiten und Unannehmlichkeiten des Vermietcns Wünsche mit in Kauf nehmen und müssen noch froh sein, daß wir dadurch imstande sind, den Logen jede Aufwendung für Miete, Heizung und Beleuchtung -an den Logenabenden zu ersparen. Der geplante Umbau unseres Hauses, der eine wesentliche Vermehrung der Räume für die mannigfachsten Zwecke schaffen sollte, .mußte unterbleiben, niett einmal für die Umwandlung des zwar schiinen aber wenig verwertbaren Wintergartens ließen sich die Kosten aufbringen, nur die Einrichtung eines dritten- Tempels wurde ermöglicht. Zur Errichtung einer Musterbibliothek fehleh uns die Mittel, wenn wir auch den Bücherbestand anschnlica vermehren und modernisieren konnten.«. Aber wir mußten von der Verschönerung unsere« Gartens ebensjp absehen, wie von der Vervollkommnung der H e i z u n g s - und Vcntilationsanlagcn; Reparaturen am Hause und am Inventar blieben auf das Notwendigste beschränkt. Für die dringende Verbesserung der Akustik im großen- Tempel, unser Schmerzenskind seit Erbauung des Hauses, hoffen wir, im laufenden Termin Mittel bcrcitstellcn zu können und vielleicht auch — wij teilen Ihre Wünsche, liebe Brüder! — für die Ausgestaltung unseres Mitteilungsblattes im Logensinne. Der 8. G. A. muß sich in seinen Ausgaben bescheiden, solange die wirtschaftliche Krisis andauert, denn die Logen brauchen ihre leider allzu karg fließenden Einkünfte zur Linderung dringender N(ot im eigenen Kreise. Aber wir wollen uns unseren Optimismus stark erhalten, den man als lebensfördernde Kraft unserer jüdischen Gemeinschaft mit Recht preist, in der Hoffnung, daß der Aufstieg unserer Wirtschaft nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Bis dahin wollen wir getreulich weiter arbeiten und unsere .Pflicht jtun, die uns das Vertrauen der Brüder auferlegtc und die wir freiwillig und gern übernahmen, damit' unsere bis heut noch unerfüllten Wünsche endlich zur Wirklichkeit werden können. I Norden. I Der Gemeinsame WohlfahrtsaussehuB der Berliner Logen 11. O. B. B. Der Gemeinsame Wohlfahrtsausschuß der Berliner Logen U. O. B. B. hat mit der Versendung des Berufsverzeichnisses der Mitglieder der Berliner Logen "an die 1. Brüder di«? Bitte gerichtet, bei der Deckung des Bedarfes den Kreis der Brüder in erster Reihe zu berücksichtigen. Gleichzeitig war der Erwartung Ausdruck gegeben, ‘daß dieser Appell an die Brüder nicht in einer den Gepflogenheiten - lind Gedanken unseres Ordens widerstreitenden Weise geschäftlich ausgenitzt wird, insbesondere, daß Rundschreiben in geschäftlichen _Angelegenheiten nicht in der nur für den Logenverkehr bestimmten Form abgefaßt werden. - Zu unserem großen Bedauern ist gegen diese selbstverständliche Voraussetzung von verschiedene^ Seiten verstoßen worden. Wir betonen deshalb noch einmal ausdrücklich, daß es absolut unzulässig ist, geschäftliche Werbeschreiben mit der Anrede „Sehr geehrter Herr und lieber Bruder'' zu überschreiben und mit dem nur im Logenverkehr üblichen und gestatteten Schlußwort .„in W. B. u. E." zu unterzeichnen. Wir macheA es den lieben Brüdern noch einmal zur Pflicht, alle Rundschreiben in geschäftlichen Angelegenheiten .vor Drucklegung und Absendüng dem Gemeinsamen Wohlfahrts- ’ ausschuß durch Vermittlung des Logenbüros, W 62, Kleist Str. 10, 'zur Genehmigung vorzulcgen. Der Gemeinsame Wohlfahrtsausschuß würde sich für verpflichtet halten, diejenigen Brüder, die gegen diese Bestimmung verstoßen, dem Bcamtenrat ihrer Loge zu melden. | * Der Gemeinsame Wohlfahrtsausschuß J der Berliner Logen U. O. B. B. , D. L i,c h 1 e n s l e i n , Vorsitzender. Jüdisches Volksbildungs- (ToynbeehMle) der Berliner Logen U. O. B. B . Gipsstraße l2a, eröffnet am Sonnabend, den 16. Oktober 1926 das Wintersemester. Die Institution, die. seit mehr als 20 Jahren segensreich gewirkt hat. sieht ihre Aufgabe in der Verbreitung von Volksbildung. Sie sammelt an jedem Mittwoch und Sonnabend die arme ’ jüdische Bevölkerung des Zentrums zu gemütlichen Abenden, an denen außer geistigen Genüssen in Form bildender Vorträge und guter Musik auch Erfrischungen gereicht werden. Das diesjährige Semester wird durch einen Vortrag des Br Expräs. Gerson Bach (D. R. L.) über „Amerikanische Verhältnisse" eingeleitet. und Untdrhaliungsheim ' Der Vortrag beginnt um 8 Uhr, da«s Heim wird um 7 Uhr geöffnet. , Die 1. Brüder werdengebeten, sich für die Arbeiten der Toynbeehalle zur Verfügung zu stellen,' insbesondere bitten wir. um Meldungen von Vortragenden an das Büro der Loge, Kleist Straße 10. An dieselbe Adffcsse sind auch Meldungen von Brüdern zu richten, welche bereit sind, als Ordner oder Leiter an^d^n Unterhaltungsabendfn teilzunehmen. i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.