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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-09-01 · 6 (9.1926) · p. Seite 100

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
6 (9.1926)
Date
1926-09-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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Seite 100 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 6 den Grundlagen unserer moralischen Existenz, für die Gott die Bürgschaft übernommen hat. ■ Der Gott des Judentums ist aber ,,der König, der am Leben Wohlgefallen hat', wie es bezeichnend in den Gebeten gerade unserer beiden Feste heißt. Das ist der Ausdruck der vollendetsten Liebe, die wiederum das religiöse Erfebnis in seiner erhabensten Darstellung ist. Liebe trotz Schuld und Vergehen, Gnade und Barmherzigkeit trotz Abwendung vom sittlichen Gesetz, Verzeihuuig und Versöhnung für den, der durch Reue aufrichtig Selbstkritik übt: das ist die Grundlage lebendiger Religion,, die das bloße Dasein der Kreatur mit dem Leben wahren göttlichen Menschentums verbindet. Ohne diese allmächtige Liebe ist das Leben ein Chaos. Durch sic wird'das Leben mit seinen Dissonanzen harmonisiert, entsteht der Friede im Menschen und unter den Menschen. Dieser tiefe Frieden der Seele, der mit einzigartiger Macht von uns Besitz ergreift, wenn wir am Schlüsse des Versöhnungstages uns dem Leben wiedergeben, nachdem wir es in seinen wunderbaren Tiefen kenncngelcrnt haben, dieses Schweigen des Gewissens, das wir sonst in der Unrast der Tage nicht erreichen können; gibt es irgendwo und irgendwann ein Erlebnis, das sich mit ihm vergleichen ließe? Wer die Macht des Glaubens leugnet und den Eigenwert der Religion nicht anerkennt, steht hier vor einem Rätsel und doch vor einer Tatsache, mit der er bei der Lebensdeutung rechnen muß. Durch dieses Erlebnis fühlen wir uns bereit, zur Uebernahme neuer Pflichten, gewinnen wir einen neuen Ausblick auf höhere Aufgaben und stärkere Verantwortung, weil wir den Sinn des Weltgefüges ahnen, der nichts anderes ist als die Seligkeit der sittlichen Tat und die Schönheit der Lebensharmonie. „Wer ist der flensch, der Leben begehrt, zahlreiche Lebenstage wünscht, um Glück zu schauen? Wahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor Rede der Falschheit! Weiche vom Bösen und tue das Gute, suche den Frieden und eile ihm' nach!" Das ist lebendige Religion, geschöpft aus dem Judentum, das uns immer und überall gelehrt hat, uns zu behaupten, und uns die Fähigkeit gibt, in der Auseinandersetzung mit dem Leben als Sieger hervorzugehen. Nur eines ist nötig: daß wir uns diesem Erlebnis nicht gewaltsam entziehen, sondern uns dem Ernst dieser Tage willig hingeben, um die Gegenwartskrise von innen heraus zu überwinden. Der Weg der Gesundung geht letzten Endes immer von innen nach außen. Die Macht der unerbittlichen Tatsachen zu ändern ist dem einzelnen selten möglich. Aber er bestimmt ihren Einfluß auf sein Leben und seine Seele, und so' hängt es auch von uns ab, ob wir eingezeichnet werden in das Buch des Lebens. Die Julius Fenchel-Loge Auf Anregung des hochw. Br. Großpräsidenten beschloß der Gemeinsame Ausschluß der Berliner Logen U. 0. B. B. die Errichtung einer neuen* Loge in Berlin. Diese Loge soll den Namen „Julius Fenchel-Loge U. O. B. B." ■ 1 tragen, um damit der Dankbarkeit für den verewigten Begründer des Ordens in Deutschland Ausdruck zu geben und den ersten Großpräsidenten im deutschen Distrikt zu ehren. Der besondere Zweck dieser Logengründung erwächst aus dem Wunsch des hochw-, Br. Großpräsidenten, diejenigen Brüder aus den, bestehenden größeren Logen zur Logenarbeit heranzuziehen. welche sich bisher hierfür nicht interessiert haben, oder welchen es wegen der Größe ihrer Loge nicht möglich war, ihren Willen zur Mitarbeit erkennbar zu machen oder durchzusetzen. ± Es kann nicht zweifelhaft sein, daß auch die schwere wirtschaftliche Lage die Durchführung dieses Gedankens erforderlich macht, um die reichen ungenutzten Kräfte aus den Reihen der Brüder anzuregen, welche bisher noch keinen Anteil an der Logenarbeit genommen haben, um sie zum Wohle aller Brüder im Sinne der hohen Ordensziele fruchtbringend zu verwerten. In diesem Sinne vornehmlich ist die Schaffung eines neuen Arbeitszentrums durch die Begründung der „Julius Fenchel-Loge“ gedacht. - ' Wir bitten alle Bfüder, welche bereit sind, in der neuen Arbeitsstätte unseres Ordens mitzuarbeiten, ihre Meldung möglichst umgehend an das Bureau der Berliner Logen.zu richten. Der Gründungsausschuß für die 8. Loge. 1 Georg Silberstein, Vorsitzender. Ankündigungstafel der Berliner Logen U. O. B. B. Deutsche Reichsloge Sonnabend, den 11. September Sonnabend, den 2. ÖktoBer abends 9 abends 8'r Uhr Uhr Berthold Auerbach-Loge Montag, den 6. September abends 8 Uhr Montag, den 13. September abends 8 Uhr Montag, den 20. September abends 8 Uhr Montag, den 27. September. abends 8 Uhr Montag, den 4. Oktober abends 8L; Uhr . Montefiore-Loge Dienstag, den 7. September , abends 8 Uhr Dienstag, den 14. September abends'8 Uhr ■Dienstag, den 21. Sepf?mber % abends 8 abends 9', Uhr Uhr Dienstag, den 28. September Dienstag, den 5. Oktober abends 8 abends 8 Uhr Uhr Gedächtnisfeier ] Geschäftssitzung. Referat Br. Expräs. Albert B 1 o c h : „Die Arbeiten des Geschäftsaasschusses der Großloge." Aibeitssitzung. Vortrag des Br. Expräs. Sally Kitschst ein (D.R.L.): „Völkerbund und Friedensgedanke." Arbeitssitzung. Vortrag des Br. Prof. Dr. Eugen Wölbe: „Adolf Kraus, der Mann eigener Kraft." Anschließend geselliges Beisammensein der Brüder. Arbeitssitzung. Referat Br. Dr. Löwenstamm über die Zeitschrift „Der Morgen." Arbeitssitzung. Vörtrag unseres Br. Dr. Berlak: „Die Wirtschaftsentwl^klung als Faktor für Zukunft und Struktur des Judentums." Anschließend geselliges Beisammensein der Brüder. s Die Arbeitssitzung fällt aus. Konzert erster Künstler. Anschließend Ball. Zu dieser’Veranstaltung sind die 1- Brüder mit ihren Angehörigen herzlichst eingeladcn (siehe Anzeige). Geschäftssitzung. Anschließend Rezitationen aus der Heiligen Schrift durch Br. Dr. Herlitz. Kurze Geschäftssitzung. Anschließend Gedächtnisfeier für die im Laufe d. .1. verstorbenen Brüder, Geschäftssitzung. Vor offener Loge. Vortrag des Herrn, Dr. James Simon: „Der Einfluß der Bibel auf die Musik." Geschäftssitzung. Anträge für die bevorstehende Sitzung des Generalkomitees. Geschäftssitzung.

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