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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1926-07-01 · 4 (7.1926) · p. Seite 68

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
4 (7.1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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Seite 68 ts'A T- S SCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 4 Der Pavillon „Hygiene der Juden“ auf der Gesolei . Yjj'L Dr. Adolf S Am Nachmittage des,^ ^iäK^J^jEridfnung^ßti der großen Ausstellung für Gcsundh^fTspfbe'glijJFürsorge und Leibesübungen in Düsseldorf. durch seine eigenartige Form sich aus deAi.KabitlÖ^^EfejJ^^yfigco Gcbäiide heraushebenden Pavillon die Uebergabe der'Ausstellung „Hygiene der Juden” an die Ocffentlichkeit statt. E|rjt wirklich nicht leichte Arbeit, die man werten muß nach dem; was hinter den Dingen ■ steht, hatte hiermit ihren sichtbaren Abschluß gefunden. Wenn man die prunkvolle Anlage der großen Ausstellung durchschreitet und ganz an ihrem Ende zu dem kleinen jüdischen Pavillon kommt, ist man so erfüllt von der Großzügigkeit all der Dinge, die man gesehen hat. daß es einer Umstellung bedarf. .■* i-rr um dem jüdischen Werke gerecht zu werden. Wir hatten die Mittel nicht, um durch großartige Aufmachung einen von vornherein überwältigenden Eindruck auf den Beschauer zu erzielen."* und hätten wir sie gehabt, so hätten wir sie nicht verwandt. Uns* k.ur. es darauf an: wie groß und wie zahlreich sind die Probleme, die zur,Darstellung gelangen und wie wählen wir die bescheidensten Mittel, die geeignet ■ sind, die behandelten Probleme anschaulich zu mpchcn. W ürdigkeit, n{cht Glanz war die Parole. Schon die Tdee der Ausstellung war von einer bisher unerhörten Kühnheit.' Beabsichtigte sie doch, das lebendige Judentum m -einer Sonderheft zu demonstrieren. Es ist wichtig zu betonen, daß die Düsseldorfer Ausstellung der erste bislang unternommene \ ersuch dieser Art jsti Wohl haben in Dresden, Stuttgart und Köln jüdische Ausstellungen'stattgefunden. aber sie haben Sich darauf beschränkt. Histörisclves zu bringen. Dinge die nur, der äußere Ausdruck einstiger Leb'ensfü le. jüdischer Lebensförderung waren. Tot i.nd nüchtern muteten die Dinge an, die dort zur Schau getragen wurden'.’ Das lebendige Judentum fand keine Erwähnung. Das ist das große Verdienst der Synagogen- ~ Gemeinde Düsseldorf ■ und ihrer entscheidende^ Männer: den Mut gefunden zu haben, .die Einheit des Judentums und seine Lebendigkeit der Kritik der breitesten Ocffentlichkeit auszusetzen. Das ist ihr historisches .Verdienst, dessen Bedeutung erst die Zukunft richtig würdigen wird. Nun ist der Bann gebrochen. Die ersten Arbeiten \sind getan. Es haben sich Menschen gefunden, die sich uneigennützig in den Dienst der »jüdischen Arbeit gestellt haben. _uni| es ist sicher, daß auf Grund der nun weitergehenden Forscher- und Sammelarbeit die nächste große Ausstellung in ganz anderem .Maße nofch berufen sein, wird, die jüdischen Problclse zu beleuchten. * i n d I e r , Düsseldorf. In wenigen Worten soll nun ein Aufzeigen der hauptsächlichen Grundideen versucht werden, die im jüdischen Pavillon ihre Darstellung finden. Im weihevollen Mittelraum fesseln acht Reliefs den Blick. Hier hat Bildhaper Fleischhacker sich wundervoll eingefühlt in die schweren und tief ih das Sittengesetz sich eingrabenden lebensfördernden Gebote des jüdischen Gesetzes. Nur einige Motive seien erwähnt: „Sabbatheiligung, Sabbatruhc, Ehe- gcselzc, Fürsorge für den Schwachen und Armen“, alles Kern- \punklp unserer Lehre. Der Rundgang führt an der Sabbatstube vorbei. Wie manche haben gefragt: Was hat die Sabbatstube mit Hygiene iu tun? Die Frager werden ihre Frage nicht,, mehr wiederholen, wenn sie in den Vorraum zur Stube getreten sind. Diese Sabbatslubc war für unsere Väter nicht der Salon, in den die Gäste geführt werden, sie war in ihrer Traulichkeit und nervenentspannenden Ruhe, ihrer Weltenferne von * dem Getöse des Alltags der Jungborn der Erholung von der mühseligen Woche. Körperliche und seelische Ruhe., Hygiene. Grundlage für eine besondere „Hygiene der Juden" ist die Kenntnis von den Besonderheiten der jüdischen Konstitution, von ihrer Biologie und Pathologie. Hi^r sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Forschungen yorgenommen wordert!' Gegenüber der Sabbatstube im Raum „Der jüdisch^ Mensch*^ finden sic ihre auschaulichc Darstellung. Da sehen wir.z. B. das ausgezeichnete Schaustück „Die Verbreitung der Juden auf* der Welt" und sehen als warnendes, Menetekel die Schaubühne. die das Nachlassen der Geburtenziffer des deutschen Judentunte zeigt. Von der Sabbatstube aus führt der weitere Weg an der Darstellung der Wohlfahrtspflege des deutschen Judentums, seine Anstalten — hervorzuheben ist das Jeine Relief Bes Arbeiterfürsorgeamtes in Berlin — vorbei Zum Raum der Fürsorge für die Jugend und zu dem erschütternden Raume der jüdischen Wanderungen. Hier zeigt sich in nüchternen Zahlen das unendliche Elend großer Massen der Juden, die gezwungen sind,, zum Wanderstab zu greifen und in neue Kontinente zu-ziehen. Und dann kommt ein heller, lichter Raum: Palästina. Hier ist der Versuch unternommen worden, ein . anschauliches Bild von der jüdischen Kolonisation in Palästina zu machen, deren Zweck ist, eia gesundes, kräftiges Geschlecht auf eigener Scholle heranzuziehen. So ist denn die Parole dieses Raumes: Darstellung der Arbeit, Urbarmachung des versandeten Bodens, die großartige Sanierungsarbeit im ■ Kampf gegen die Malaria, Auffijrstung, Landwirtschaft. Schulhygiene. Sport und vieles andere wird gezeigt. Der jüdische Pavillon ist kein Schaustück. Er kann nicht bei raschem Durchgang verstanden werden. Was dort gezeigt wird, bedarf der., längeren Betrachtung und des Nachdenkens. Wir halten das für keinen Fehler. — UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender Brüder: -T-*—=—:-:-: N Eingetret. Geboren Verstorben Deutsche Reichs-Loge Gustav Wolle Max Fränkel Felix Salinger 28. 3.1903 22. 7.1870 11. 5.1926 28. 1. 1905 17. 11. 1856 20. 5. 1926 9. 2. 1918 10. 1. 1882 4. 6. 1926 Berthold Auerbach-Loge Julius Baruch 8. 5.1905 25. 1. 1859; 23. 5.1926 Ehre ihrem Andenken! V

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