Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Journal
- Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 sammenstellt, aufs empfindlichste bemerkbar. Es liegt auf der Hand, daß die allgemeinen Literaturblätter, insbesondre die Veröffentlichungen der christlichen Theologie hierfür versaget. Setzt man sich über ihre geringe Verbreitung unter jüdischen Lesern hinweg, bleibt dennoch ein Mißstand grundsätzlicher Art: ihre Aufgaben zersplittern sich zu stark, ihre Interessen dehnen sich zu weit, als daß sie beim besten Willen genug des Raumes erübrigen könnten. Was in jüdischen Kreisen an Fachzeitschriften eigens gegründet ward, leistet wenig Ersprießliches. Es erscheint entweder unter Ausschluß der Öffentlichkeit oder begnügt sich .mit der Aneinanderreihung von Büchertiteln, die es nur zuweilen durch kärgliche Bemerkungen unterbricht, oder liefert nach Jahren eine verspätete Bibliographie, die, auf mehrere Hefte zerstückelt, durch sonstige Beiträge auseinandergerissen, eine bequeme, zusammenhängende Benutzung kaum gestattet In diese Lücke einzutreten, sie zu ergänzen und auszufüllen — das ist der Zweck des .Bibliographischen Vierteljahrsberichtes für die jüdische Literatur'1, der mit der vorliegenden Nummer erstmalig hervortritt Er setzt sich das Ziel, den beteiligten Fachmann nebst den in Betracht kommenden Vereinigungen und Institutionen ständig auf dem Laufenden zu erhalten. Er erstrebt zunächst eine getreue Beobachtung des Fortschreitens all dessen, was zur jüdischen Literatur gehört eine ungefärbte Berichterstattung über die einschlägigen Schriften kurz, nachdem sie die Druckerpresse ver- , Hessen. Darum bietet er von vornherein streng sachlich gehaltene Besprechungen; sich erstreckend auf Anlage und Gliederung des fraglichen Werkes, auf seines Verfassers Absicht die Beweisführung, die er anstellt, das Ergebnis, zu dem er gelangt meint er, am besten dasjenige herauszustellen, Was den Wert einer Besprechung vor dem Beschaffen des Buches ausmacht Mit dieser Schranke, die er sich selber zieht leistet er nicht etwa auf Abschätzung und Bewertung überhaupt Verzicht. Er wahrt ihr Recht in den geziemenden Grenzen; obschon er es niemals ihnen freistellen mag, bewußt in den Vordergrund zu treten, hofft er gleichwohl, sich allmählich zu dem kritischen forum zu entwickeln, das jeder, dem Gedeihen und Vertiefung der jüdischen Wissenschaft am Herzen liegt so überaus schmerzlich vermißt;_____i Es dürfte sich anfangs schwerlich vermeiden lassen, daß bei dem Unternehmen Unfertigkeiten zutage treten. Fehler und Versehen sich einschleichen. Herausgeber und Mitarbeiter halten sich dessen bewußt; sie werden nach Kräften sich mühen, dergleichen abzustellen, werden einem jeglichen Dank wissen, von dem sie einen Hinweis oder eine Anregung empfangen. Sie durchdringt die feste Zuversicht daß alsdann ihr Vorhaben gelingen, daß es, in seiner Bedeutung erkannt in seinem Bestreben stets freudiger begrüßt, sich durchsetzen und behaupten werde der Wissenschaft des Judentums zum Frommen. Dr. R. Lewin.