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Der Aufstieg · 1932-12-01 · 12 (12.1932) · p. Seite 313

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
12 (12.1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 313 (sequence 23)
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es ernst meinen müssen, damit er erreicht werde. Im zweiten Falle liegt seitens der mechanisch Mitmachenden nicht nur Mangel an Rachmim vor, sondern auch noch eine Verfehlung dahin, dass das Rachmim Anderer und die Erfüllung des itac/imi/nzweckes der betreffenden Institution durch Andere illusorisch gemacht werden. Wird vom Helfenden seelisches ßeteiliglsein verlangt, so ist damit auch jener Hilfeleistung, bei der Helfer und Unterstützter in ein unmittelbares, persönliches Verhältnis zu einander1 treten, der Vorzug vor der Hilfeleistung gegeben, bei der beide Teile nichts von einander wissen. Dem widerspricht nicht die Empfehlung des mathan bessetser, der Wohltätigkeit im Verborgenen. Denn bei dieser handelt es sich in der Hauptsache nicht um die Verborgenheit gegenüber dem Hilfsempfänger — bei verbandsmässigen Betrieb ist sie ja ohnehin von selbst gegeben — sondern um das Verborgenbleiben gegenüber Dritten, d.h. darum, dass man den Hilfsempfänger nicht vor diesen Dritten beschämt und dass man vor eitlen, fremden Motiven des Woltuns bewahrt bleibt. Soziale Bewegung. So wie die Wohlfahrtshilfe in ihren Aspirationen und Zwecken weiter geht als die Wohltätigkeit, so geht die soziale Bewegung darin weiter als die Wohlfahrt. Diese will Einzelnen die Möglichkeit zur Selbstbehauptung in dem mannigfachen Kampfe ums Dasein verschaffen. Jene will Voraussetzungen schaffen, aus denen heraus für gewisse oder für alle Bevölkerungsschichten die Notwendigkeit schwindet, die Wohltätigkeit oder auch nur die Wohlfahrt in Anspruch zu nehmen. Trotzdem aber ist auch die hingebungsvollste Beteiligung an einer sozialen Bewegung an sich noch keine Beweis für Vorhandensein von Rachmim. Die Massen schliessen sich der Bewegung fast durchaus ohne jeden Rachmim-Impuls, einfach sozusagen aus Mitleid mit sich selbst, aus dem begreiflichen Drange, sich selbst zu helfen, an. Und von den intellektuellen Trägern der entsprechenden Ideen ist ein recht grosser Teil nichts weniger als von Rachmim für leidende Menschen erfüllt, sondern die, wollen wir annehmen, Minderzahl dieses Teiles von eitlem, ehrgeizigem oder sonst egoistischem Geltungsdrang oder von dem Bestreben, noch gründlicher wie bei der Wohlfahrt, die Unlust zum Geben und Helfen zu verdecken, und die, wie wir wieder annehmen wollen, Mehrzahl von kalter, fanatischer Sachverbissenheit. Und auch die wenigen, die mit Aac/imi/n-wunden Herzen mittun, — und wer wollte leugnen, dass es solche gibt — haben für dieses ihr Rachmim keine Betä- 30

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