Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 11 (7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 278 (sequence 12)
- Belongs to
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Die ganze jüdische fugend glaubt bereits nicht mehr an Gortt. Die Sache J.....s steht schlecht. Die Synagoge ist leer. Nur 2 bis 3 mal im )ahre füllt sie sich, wenn die grossen Feiertage kommen. Aber wer erscheint da? Alte Manner und Frauen, aber kein einziger Junger Mensch, höchstens Kinder von 5—8 ),ihren, und die Rabbiner verdienen nichts mehr und können kaum leben. ' A. Itzkin, Samarkand." Aus diesen Mitteilungen wird klar, dass die Sowjetregierung bereits mit grossem Erfolg auf die fugend im Sinne des Abfalls von Gott gewirkt hat. Die meisten Kinder werden heute gezwungen, in einen kommunistischen Jugendbund einzutreten, wo sie von staatlicher Seite über „das wahre Gesicht der Religion aufgeklärt" werden. Die meisten Synagogen werden geschlossen, gesprengt, abgebrochen oder nur gegen hohe Steuern an die Gläubigen vermietet. So kommt es dann, dass nur die „Reichen" sich noch den „Luxus" erlauben können, den Gottesdienst zu besuchen. Ein armer jüdischer Arbeiter—und der «Arbeiter in der Sowjetunion lebt sehr kärglich—muss auf den Besuch der Synagoge, verzichten, weil er sonst auch in Gefahr käme, als „gegenrevolutionär" verfolgt zu werden. Dies geht auch aus dem von Zeit zu Zeit in der atheistischen Presse veröffentlichten „Fragebogen" hervor, den wir in deutscher Übertragung bringen: Liebe gottlose Genossen! Fül unsere Zeitschrift ist es sehr wichtig, ein richtiges Bild der lokalen Verhältnisse der religiösen Arbeit zu erhalten. Daher bitten wir Euch, uns auf folgende Fragen zu antworten: 1. ) Bezeichnung des Ortes. 2. ). Wieviel Kirchen oder Synagogen sind dort benutzt, wieviele stehen leer? 3. ) Wieviel Mitglieder hat der Kirchenrat? Charakteristik des Vorsitzenden, und ebenso, wenn möglich, eines jeden Mitglieds des Kirchenrates. Ist er Kulak. Mittelstand oder Aimer? Seine Beschäftigung? Hat er einen Laden, eine Mühle, wieviel Arbeiter beschäftigt er? Leiht er gegen Prozente Geld aus? i.) Wieviel Geistliche und Rabbiner wohnen in Eurem Ort? Wechseln sie oft? 5. ) Wie stutzen die Geistlichen und Rabbiner die lokalen reichen Leute? Wie wird ihre Autorität gesteigert? Erweisen Sie Achtung und Ehrerbietung? Beschreibt Falle. 6. ) Welche Sekten gibt es? Wieviel und welche Bürger sind Mitglieder? 7. ) Wie setzt sich der Rat der Sektengemeinde zusammen? Wie ist die Vermögenslage seiner Mttglipdfr? 8. ) Gibt es bei der Religionsgemeinde eine Kooperative? Wer leitet siei_ 9. ) Wieviel Gottlose gibt es in eurem Ort? Gibt es eine Gruppe des Gottlosen Verbandes? (1927. No. 1. S. 23.) Endlich müssen wir noch im besondern auf die Schliessung